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Abriss der Kraftwerke Brunsbüttel und Krümmel : Experten demonstrieren Abfall-Entsorgung aus Atomkraftwerk

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Das Thema ist emotional, die Angst vor Strahlen ist groß. Jetzt soll das Verfahren offengelegt werden.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2016 | 07:15 Uhr

Brunsbüttel | Viele Menschen haben Angst vor Strahlenbelastungen, die „Müll-Trennung“ beim Abriss eines Atomkraftwerkes ist ein hoch emotionales Thema. Vor diesem Hintergrund wollen Experten am Donnerstag im AKW Brunsbüttel das Verfahren demonstrieren, mit dem sichergestellt werden soll, dass ausschließlich nicht recycelbarer Müll mit vernachlässigbarer Radioaktivität auf Deponien landet. Dazu gehören unter anderem Bauschutt, asbesthaltige Abfälle, Mineralwolle, Isolierungen oder Straßenaufbruch, bei dem der Radioaktivitätswert weit unter der Alltagsbelastung der Menschen liegt. Das Problem ist jedoch seine Herkunft aus einem Atomkraftwerk.

Deutschland hat den Atomausstieg beschlossen. Die Atomkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel werden zurückgebaut. Und irgendwo muss der Müll gelagert werden. Doch den möchte keine Gemeinde vor der eigenen Haustür haben - weil viele dadurch Gefahren für die Gesundheit sehen.

Hintergrund ist der von Betreiber Vattenfall beantragte Abriss der abgeschalteten Kraftwerke Krümmel und Brunsbüttel. Nach Einschätzung des Kieler Energiewendeministeriums fallen dabei rund 35.000 Tonnen Abfall an, die über einen Zeitraum von 22 Jahren deponiert werden müssen. Betreiber Vattenfall will diesen Abfall möglichst nahe an den Kraftwerksstandorten lagern, wie Geschäftsführer Pieter Wasmuth kürzlich angekündigt hat.

Als grundsätzlich geeignet für die Lagerung gelten sieben Deponien in den Kreisen Ostholstein (Gremersdorf), Schleswig-Flensburg (Harrislee), Segeberg (Großenaspe, Damsdorf/Tensfeld), Herzogtum Lauenburg (Wiershop) und Rendsburg-Eckernförde (Schönwohld) sowie in Lübeck (Niemark).

Die 35.000 Tonnen Müll dieser Kategorie sind letztendlich nur ein Bruchteil der Gesamtmengen, die bei einem Akw-Abriss anfallen. Allein in Krümmel werden es den Angaben zufolge weit über 500.000 Tonnen sein.

Der Rückbau in Brunsbüttel soll voraussichtlich 2018 beginnen. Um 2030 soll die Anlage aus dem Atomrecht entlassen werden, also frei von radioaktiven Stoffen sein. Dann könnte das Gebäude abgerissen werden. In Krümmel dürfte das etwa zwei Jahre später geschehen. 

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