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plön Kultur zum Nulltarif sehr beliebt

Von Christoph Lange | 06.09.2010, 06:40 Uhr

Die zehnte Auflage der Plöner Kulturnacht hat nichts an Glanz verloren.

Im Gegenteil: Bei lauen Spätsommertemperaturen schlenderten viele Menschen in Pulks bis spät in die Nacht durch die Fußgängerzone. Und stoppten überall dort, wo etwas dargeboten wurde. Dabei hatten die Besucher einmal mehr die Qual der Wahl, zwischen den Angeboten von A wie Akrobatik bis Z wie Zauberei das Richtige für sich auszuwählen.

"Wir sind froh, dass Sie sich für uns entschieden haben", sagte die Regionalleiterin der Plöner VR-Bank, Kerstin Andresen, bei der Begrüßung der Gäste. Sie drängten sich dicht an dicht dort, wo es sonst um Geldgeschäfte geht. Bereits zum zweiten Mal trug Laila bekannte Melodien aus Musicals und Popballaden vor. Begleitet wurde die Sängerin von einer chinesischen Pianistin - internationales Flair umwehte beide.

Vis à vis bei der Fördesparkasse gab es im Foyer schon Minuten vor dem Auftritt von Detlef Wuschnik keinen Platz mehr. Die amüsante "Werner Momsen Show" traf genau den Geschmack der Besucher.

Wenn es um Platz 1 in der Gunst des Publikums geht, müssten die Madness Bro thers außer Konkurrenz laufen. Die Plöner Lokalmatadoren zogen erneut die Besucher an wie ein Magnet. Während die sportlichen Jungs zu fetziger Musik durch die Lüfte flogen, ging es wenige Meter in der Nikolaikirche weitaus weniger turbulent zu. Der Gospelchor der Kreismusikschule animierte das Publikum zu wahren Beifallsstürmen. Demgegenüber bot Pastor Jörn Kress bei seiner Nachtandacht einen wahren Ruhepol zum bunten Treiben vor der Tür.

Doch es gab auch wieder kleine Nischenangebote, zu denen die Kulturnachtsbesucher alljährlich gezielt gehen. Dazu zählen die traditionellen Autorenlesungen bei Fielmann. In diesem Jahr konnte das Optikerunternehmen den einstigen Chefkorrespondenten des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, Erich Maletzke, für eine Lesung aus seinen Büchern "Schimmelmann", "Tod des Kammerherrn" und "Die Schleswig-Holsteiner" gewinnen. Wie vielerorts verging auch bei Maletzke die halbe Stunde wie im Fluge. Auch die Plöner Speeldeel scharte im "Prinzen" wieder einen Freundeskreis um ihre Aufführungen.

Doch nicht nur in den Geschäften und rund um den Markt war etwas los. Viele Kleinkünstler hatten sich auch vor den Geschäften platziert, um dort Akrobatik, Feuerkunst oder schlichtweg Musik darzubieten. Bei dem breiten Spektrum an künstlerischen Angeboten war es kein Wunder, dass die Besucher ebenso ein buntes Bild abgaben. Quer durch alle Altersschichten zogen die Schaulustigen von Ort zu Ort.

Auffällig: Diesmal waren viele Jugendliche zur Kulturnacht gekommen.