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Männer- und Familienarbeit Eutin Henning Ernst ist der Pastor für die Väter

Von Sina Wilke | 10.02.2010, 11:41 Uhr

Männer, sagt Henning Ernst, haben es oft nicht leicht. Viele hätten starken Druck auf der Arbeit, und dazu sollen sie noch gute Familienväter sein.

Männer, sagt Henning Ernst, haben es oft nicht leicht. Viele hätten starken Druck auf der Arbeit, und dazu sollen sie noch gute Familienväter sein. Um den Männern Raum zu geben, ist Pastor Henning Ernst da.

Seit Februar ist der 41-Jährige zuständig für Männer- und Familienarbeit im Kirchenkreis Ostholstein. Im Eröffnungsgottesdienst zur Kirchenkreissynode der Kirche St. Katharinen in Großenbrode wird er am 6. März um 9 Uhr in sein Amt eingeführt. Henning Ernst (siehe auch Profil rechts) ist Nachfolger von Diakon Horst Grümbel, der die Stelle seit 1991 zunächst im Kirchenkreis Eutin und dann im Kreis Ostholstein besetzt hatte. Er war bereits im April vergangenen Jahres in Ruhestand gegangen, hatte die Arbeit aber noch ehrenamtlich weitergeführt.

"Ich möchte die Arbeit von Horst Grümbel fortsetzen", sagt Henning Ernst. Dazu gehören spirituelle Angebote für Männer und Familien, Männergruppen, Freizeiten, Väterarbeit und Gottesdienste. "Ich möchte Männer über die Familie ansprechen" - insbesondere jene, die im Beruf stehen und "viel um die Ohren haben", wie Pastor Henning Ernst sagt. "Unter der hohen Belastung von Beruf und Familie verlieren viele Männer den Kontakt zu dem, was sie erdet und aufrecht hält und sie vereinsamen zum Teil. Männer sind ein bisschen auf der Strecke geblieben." Daher seien Netzwerke untereinander sehr wichtig - ein Umfeld, in dem Mann seine Gefühle zeigen kann. Doch nicht jeder hat so etwas. "Frauen haben oft mehr Kontakte", glaubt Ernst Henning. "Es gibt einen großen Bedarf für Väter."

Es sind aber nicht nur Angebote für Männer, sondern auch für Väter und ihre Kinder und für Paare geplant, etwa eine Bornholm-Freizeit für die Familie und eine Motorradtour für Paare. Denn: "Den Kindern gehts gut, wenn es den Eltern gut geht", weiß Henning Ernst. Zudem möchte er nicht nur selbst organisieren, sondern auch "Anstöße in den Gemeinden geben, dass die Menschen vor Ort etwas entwickeln."

Neues entwickeln will der Pastor auch: "Ich möchte eine Gottesdienstform schaffen, die meine Generation mehr anspricht." Etwa mit Film- und Kabaretteinlagen oder Gastmusikern. Das Programm will er zusammen mit Gemeindemitgliedern erarbeiten - natürlich mit Männern.