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Neues Kaufhaus in Eutin? Was wird aus LMK? Mit wem Verkaufsverhandlungen laufen

Von Constanze Emde | 04.10.2022, 15:33 Uhr

Wird das Traditionskaufhaus Löffler, Menke und Koch (LMK) in Eutin nun abgerissen für neuen Wohnraum oder will Inhaber Menke die Kaufhaustradition weitergeführt wissen und an ein anderes großes Haus verkaufen?

Die Pläne variieren seit Jahren: Erst wollte LMK-Kaufhaus-Inhaber Thomas Menke nach der Verkleinerung des Sortiments in den oberen Etagen Wohnraum und Büroflächen schaffen, dann überraschte er mit dem Investor Mike Hemmerich und dessen Plänen, LMK sowie die Nebengebäude fast komplett abzureißen und etwa 40 neue Wohnungen entstehen zu lassen. Hemmerich, der gerade auch die Hafenwestseite in Neustadt neugestaltet, schätzte im April die Baukosten auf mehr als 20 Millionen Euro. Baubeginn, so die Aussagen im Ausschuss vor rund einem halben Jahr, könnte 2024 sein.

Doch nun mehren sich seit Sommer Gerüchte, LMK-Inhaber Thomas Menke wolle komplett verkaufen, führe mit mehreren Kaufhausketten Gespräche. Menke selbst bestätigt auf Nachfrage, dass er mit zwei Investoren Verhandlungen führe, wollte das aber vor einem Abschluss nicht weiter kommentieren. Der Neustädter Investor Mike Hemmerich erklärt, dass die Verkaufsverhandlungen mit Menke seit Sommer ins Stockten geraten seien.

Dazu passen die Gerüchte, die von der Ansiedlung von Kaufhaus Stolz in Eutin sprechen. Was hinter vorgehaltener Hand erzählt wird, polterte SPD-Mitglied Reinhard Lettow in einem Ausschuss öffentlich heraus: „LMK ist doch an Stolz verkauft.“

Stolz-Familie verhandelt derzeit mit Thomas Menke

Ganz soweit, wie Lettow behauptet hat, sind die Verhandlungen mit der Kaufhaus-Familie Stolz noch nicht, wie eine Nachfrage beim Geschäftsführer Martin Stolz ergab: „Wir haben LMK nicht gekauft, befinden uns aber tatsächlich in Gesprächen für die Immobilie. Eutin ist ein interessanter Standort.“ Die Stadt sowie deren nahe Umgebung wachsen in vielen Bereichen – auch kulturell und touristisch, was den Standort so interessant mache.

Kaufhaus Stolz bietet Kunden an 34 Standorten ein Vollsortiment plus Online-Shop

Was würde die Kunden erwarten, wenn Eutin ein Stolz-Kaufhaus würde? „Wenn wir uns für den Standort entscheiden würden, würden wir natürlich auch in Eutin das Stolz-bewährte Vollsortiment aller Warenbereiche anbieten. Zusätzlich ist uns immer wichtig, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Wir möchten unseren Kunden – gerade im Hinblick auf die steigenden Energiepreise – lange Wege ersparen und ihnen in der Innenstadt Einkaufserlebnisse mit Parkmöglichkeiten anbieten“, sagt Martin Stolz. Dies gelte für Einheimische ebenso wie für Touristen. Ein genaues Konzept liege zum aktuellen Stand der Verhandlungen noch nicht vor. Ob es also neben dem Vollsortiment weiterhin Pläne gibt, eine oder mehrere der teils fünf Etagen in Wohnraum umzuwandeln, könne noch nicht beantwortet werden.

Das Kaufhaus Stolz sei entgegen des Trends, dass in immer mehr Städten die großen Kaufhäuser ums Überleben kämpfen, an Expansion in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern interessiert. Was macht die Stolz-Kaufhaus-Familie anders? „Wir sind extrem bemüht, immer wieder auf unsere Kunden einzugehen und die Waren zu einem besonderen Preis-Leistung-Verhältnis anbieten zu können. Selbst in der jetzigen Zeit konnten und können wir das Preisniveau sehr häufig halten“, so Martin Stolz. Neben dem schon benannten Vollsortiment sei erstklassige Beratung durch fachpersonal wichtig, dies würde von Kunden sehr geschätzt. Außerdem hat Stolz, anders als LMK und viele andere Geschäfte von Eutins Innenstadt, einen eigenen Online-Shop, sodass Kunden, die das Geschäft im Urlaub kennen lernen auch von Zuhause aus bei Stolz im Norden einkaufen könnten.

Kaufhaus mit mehr als 160 Jahren Geschichte

Seine Anfänge machte Kaufhaus Stolz 1858 in Burg auf Fehmarn. Hier gründete Joachim Friedrich Steen einen Handel mit Schaf- und Lammfellmützen. 1888 gründete dessen Sohn ein Geschäftsgebäude am Markt in Burg auf Fehmarn, wo noch heute das Stammhaus des Unternehmens ist.

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