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Elmshorn : Zweiter Apfelpflücktag lockt hunderte Besucher

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

300 Besucher machen beim zweiten Elmshorner Apfelpflücktag reiche Beute.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 16:30 Uhr

Elmshorn | „Früher ging das gut.“ Dass es heute immer noch geht, beweist Angela Pöhlmann und klettert in den Apfelbaum, um die besten Früchte zu ernten. Wenn sie nicht direkt herankommt, schüttelt sie die Äste und ihre Freundinnen Marlies Karnatz und Heide Patoka aus Kölln-Reisiek sammeln die Äpfel auf. Die anspruchsvollere Variante: Pöhlmann pflückt und wirft die Früchte hinunter. Diese Methode läuft am Sonnabend unter dem Codenamen „Dennis“: So heißt der Junge, der als erster auf die Idee kommt, die Äpfel den Sammlern gezielt zuzuwerfen: „Fangapfel statt Fallapfel“, kommentiert Marlies Karnatz.

Schon um zehn Uhr morgens, eine Stunde vor dem offiziellen Beginn, sind die ersten Elmshorner am Tag der deutschen Einheit zum Pflücken angerückt. Der zweiten „Apfelpflücktag“ der Stadt findet auf einer Wiese an der Straße Kurzenmoor statt, rund 100 Apfelbäume stehen dort bereit. Die Streuobstwiese wurde Ende der 1980er-Jahre als Ausgleichsmaßnahme angelegt. Wie schon im Vorjahr nutzen rund 300 Besucher das Angebot, schätzt Bürgervorsteher Karl Holbach, der die Pflücker begrüßt und als „Eintritt“ ein gefundenes Paar beim Memory verlangt.

Angela Pöhlmann und Heide Patoka waren schon im vorigen Jahr dabei und hatten aus ihrer reichen Beute Marmelade gekocht. „Ich habe ein Glas bekommen“, erzählt Marlies Karnatz. Damit hatten ihre Freundinnen sie erfolgreich fürs Pflücken in diesem Jahr rekrutiert. „Die Marmelade wird mit ein bisschen Birne, Zimt und Nelken gewürzt“, verrät die gelernte Köchin Pöhlmann. „Der ist so genial, der Apfel. Ich glaube, das ist der gelbe Richard.“ Ein paar Boskop hätten sie auch schon gepflückt, berichtet Heide Patoka. Die Ernte wird in Packtaschen verstaut und dann per Fahrrad nach Kölln-Reisiek gebracht. Das dauert „eine gemütliche halbe Stunde durch den Wald“.

Bei der häufigsten Frage des Tages müssen Karl Holbach und die Experten vom Umweltamt und der Stiftung Naturschutz – sie verwaltet die Fläche, die von Rindern beweidet wird – passen: Welche Apfelsorten in Kurzenmoor stehen, ist nicht bekannt. Aber Holbach hofft auf Aufklärung: „Es wird dran gearbeitet.“ Inzwischen ist eine Liste aufgetaucht, auf der die Sorten verzeichnet sind. Fehlt nur noch die Zuordnung der Namen zu den Bäumen.

Mehrere Generationen

Familie Meyer aus Elmshorn schert diese Frage herzlich wenig. Sie ist mit drei Generationen, Trittleiter, Pflückhilfe an langer Stange und großem Korb angerückt. Ursel und Bernd Meyer waren mit ihrer zehnjährigen Tochter Deirdre schon im vergangenen Jahr dabei, diesmal haben sie Senior Dietrich Meyer mitgebracht. „Letztes Jahr hatten wir vier Eimer voll, es gab bis in den Winter jede Woche Kartoffelpuffer mit Apfelmus“, schwelgt Ursel Meyer in Erinnerungen. „Die werden auch so gegessen“, wirft Dietrich Meyer ein.

Für dieses Jahr erwartet Ursel Meyer eine ähnlich gute Ernte, für die kommende Woche hat sie schon Kartoffelpuffer eingeplant. Ihr Mann lobt die Idee des Pflücktags: „Schönes Angebot, auch wenn es anscheinend zu wenig bekannt ist.“ Aber Ursel Meyer hat schon wieder die nächste Beute entdeckt: „Oh, da ist ein Dicker runtergefallen!“

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