Neue Untermieter : Zwei Bienenvölker ziehen ins Elmshorner Futterhaus

150000 Honigbienen leben den Sommer über auf einer Wiese am Ramskamp. Das ist gut für die Natur und für die Mitarbeiter.

150000 Honigbienen leben den Sommer über auf einer Wiese am Ramskamp. Das ist gut für die Natur und für die Mitarbeiter.

150.000 Honigbienen leben den Sommer über auf einer Wiese am Ramskamp. Das ist gut für die Natur und für die Mitarbeiter.

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23. Mai 2018, 17:18 Uhr

Elmshorn | Neuerdings summt und brummt es rund um die Futterhaus-Zentrale am Ramskamp. Das Unternehmen für Zoofachhandel hat sich 150.000 schwarz-gelb gestreifte Untermieter zugelegt, die auf einer Wiese in Holzkästen untergebracht sind. Im Gegenzug produzieren die beiden Bienenvölker klebrig-süßen Honig. 

In erster Linie war es aber nicht die Lust auf Honig, die die Führungsetage des Futterhauses von der Bienen-Idee überzeugt hat, sondern der Naturschutzgedanke in Verbindung mit Teamgeist-Förderung. „Für unser Kundenmagazin hatten wir den Imker Sebastian Rolke interviewt“, erklärt Pressesprecherin Nadine Giese-Schulz. „Er nutzt seine Bienenvölker für sozialpädagogische Zwecke in der Jugendhilfe und bietet Programme für Firmen an. Das hat uns neugierig gemacht.“

Jeden Donnerstag von 10 bis 11 Uhr können Mitarbeiter des Futterhauses jetzt unter Rolkes Anleitung alles über Bienen und den Job eines Imkers lernen. Die Wiese neben dem Futterhaus hat das Unternehmen Orlen kostenlos zur Verfügung gestellt. „Dabei lernen die Menschen sich selbst kennen und werden gezwungen, abzuschalten“, erklärt Rolke. „Wenn jemand mit seinen Gedanken nicht bei der Sache ist, werden die Bienen unruhig.“ Gleichzeitig bringt der Imker und Sozialpädagoge aus Moorrege seinen Schülern bei, wie ein Bienenvolk funktioniert, wie man Arbeiterinnen von der Königin unterscheidet und woran man merkt, ob es den Tieren gut geht. „Bienen sind keine Kuscheltiere, das merken die Leute schnell“, sagt Rolke. „Es reicht aus, wenn man wöchentlich kontrolliert.“

Keine Angst

Für den Pressetermin hat sich heute Kressen Thomsen von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit in den Imkeranzug geworfen. Durch das Netz des Imkerhuts blickt sie zuversichtlich auf die Wabe voller sechseckiger Zellen und besetzt mit hunderten Bienen, die Rolke aus einem der beiden Bienenstöcke zieht und ihr herüberreicht. „Angst habe ich keine“, sagt sie. „Der Profi ist ja dabei und solange man ruhig bleibt, tun die Bienen einem nichts.“

Bienen sind vom Aussterben bedroht. Nach Angaben des Deutschen Imkerbundes ist die Zahl der Bienenvölker von 1952 von 2,5 Millionen auf heute weniger als eine Million zurückgegangen. Schuld sind Pflanzenschutzmittel, Parasiten und immer kleiner werdende Lebensräume. Dabei nehmen Bienen eine unverzichtbare Rolle im Ökosystem ein, der Großteil der Pflanzen ist auf die Bestäubung angewiesen. Auch im Kreis Pinneberg ist es für die Wildbienen „fünf vor zwölf“, wie Rolke sagt. Was die Honigbienen betrifft, so helfe derzeit der rasante Anstieg der Bienenzüchter. Aber: „Die Leute müssen am Ball bleiben. Wer sich nicht ausreichend informiert und im ersten Winter alle Völker verliert, dem fehlt oft die Motivation, weiterzumachen.“

Das kann beim Futterhaus nicht passieren. Nach der letzten Honigernte Ende Juli nimmt Rolke die Bienenvölker zum Überwintern mit nach Moorrege. Und bringt sie im April zurück an den Ramskamp – vorausgesetzt, das Projekt läuft jetzt gut. Futterhaus-Sprecherin Giese-Schulz ist aber guten Mutes: „Die Teilnehmer-Listen sind voll und alle freuen sich schon auf unseren ersten, eigenen Honig.“

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