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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 01:43 Uhr

Kölln-Reisiek : Zu wenig Schüler: Keine Ampel

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Weiter Diskussion um Überquerung der Köllner Chaussee. Kreis sind die Hände gebunden. Polizei will Situation im Auge behalten.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Kölln-Reisiek | Es waren gleich mehrere Autofahrer, die der Polizei vergangene Woche in die Laserfalle gegangen waren. Sie waren in der Köllner Chaussee schlichtweg zu schnell unterwegs gewesen. Vor allem Verkehrsteilnehmer in der Nähe der Grundschule hatten die Beamten ins Visier genommen. Denn immer wieder fordern Eltern, dort zur Sicherheit der Schulkinder Zebrastreifen, besser noch eine Ampel einzurichten. Das allerdings hängt nicht von der Zahl der Raser, sondern von der Zahl derer ab, die die Straße überqueren. Und die ist laut Kreisverwaltung viel zu gering. Deshalb gibt es laut Kreis auf absehbare Zeit keine realistische Chance, am Status Quo etwas zu ändern.

Claudia Isidro, Leiterin der Grundschule Kölln-Reisiek, begrüßt den Einsatz der Polizei: „Ich befürworte die Blitz-Aktionen der Polizei. Hier wird zu schnell gefahren.“ Der Wunsch der Eltern, eine zusätzliche Ampel einzurichten, findet ebenfalls die Unterstützung der Schulleiterin. „Ich fordere eine Bedarfsampel.“ Ein Zebrastreifen wäre die gefährlichere Lösung. Das zeige die Situation am Zebrastreifen in der Köllner Chaussee in Höhe des Penny-Marktes in Elmshorn. Der Weg zur nächsten Ampel sei sehr weit, so die Schulleiterin.

„Wichtig ist aber, dass etwas passiert. Die jetzige Situation ist für die Kinder teilweise schwierig und nicht ganz ungefährlich“, sagt sie. Rüdiger Langels, der bei der Kreisverwaltung für die Verkehrssicherheit zuständig ist, kann die Wünsche von Eltern und Schulleiterin nachvollziehen. „Klar, schließlich geht es um Kinder.“

Machen kann er aber nichts. Denn die Kreisverwaltung ist an die Straßenverkehrsordnung gebunden. Und nach der müssten erst einige Voraussetzungen erfüllt werden, bevor ein Zebrastreifen oder gar eine Ampel eingerichtet werde. Die Sache sei deshalb bereits 2013 „abschlägig beschieden worden“, so Langels. Eine Woche lang sei dort eine Verkehrszählung gemacht worden, berichtet Langels. Zum Zeitpunkt des stärksten Verkehrsaufkommens, das sei morgens gewesen, müssten laut Straßenverkehrsordnung mindestens 50 Fußgänger die Straße an der Schule queren. „Das ist in der Köllner Chaussee nicht gegeben“, bedauert Langels.

Ein Zebrastreifen, wie hier, in der Köllner Chaussee in Elmshorn, ist aus Sicht von Schulleiterin Claudia Isidro keine optimale Lösung. (Foto: Schönstedt)
Ein Zebrastreifen, wie hier, in der Köllner Chaussee in Elmshorn, ist aus Sicht von Schulleiterin Claudia Isidro keine optimale Lösung. (Foto: Schönstedt)
 

Von 34 Kindern des ersten Jahrgangs im Schuljahr 2014/2015 müssten lediglich acht die Köllner Chaussee überqueren. Von diesen könnten sechs die Ampel im Reisieker Weg benutzen. Es blieben folglich lediglich zwei Kinder übrig. Daran, das habe sich beim Überprüfen der Kindergartenkinder gezeigt, werde sich auch in Zukunft „nichts signifikant ändern“.

Die Anforderungskriterien für die Einrichtung eines Zebrastreifens, erst recht für eine Ampel seien „deutlich höher“, so Langels. „Ich kann den Unmut der Eltern verstehen, aber die gewünschte Ampel ist nicht möglich“, sagt er. Er verspricht aber, sich weiterhin um das Verkehrsgeschehen bei der Schule zu kümmern. Möglicherweise könne mit Markierungen auf der Straße die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöht werden.

Auch die Polizei wird verstärkt versuchen, Rasern das Leben schwer zu machen. „Wir werden die Situation im Auge behalten“, sagt Polizeisprecherin Sandra Mohr.

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