Elmshorn : Zu gefährlich: Pappeln in der City gefällt

Die Arbeiter der Spezialfirma zerlegen die Pappeln stückchenweise in luftiger Höhe und zerkleinern die Äste und Stämme am Boden.  Im Vordergrund die Skulptur „Fisch mit Mann“ von Anke Bunt.
Die Arbeiter der Spezialfirma zerlegen die Pappeln stückchenweise in luftiger Höhe und zerkleinern die Äste und Stämme am Boden. Im Vordergrund die Skulptur „Fisch mit Mann“ von Anke Bunt.

Im Elmshorner Skulpturenpark an der Krückau wurden gestern und Dienstag drei Pappeln gefällt - aus Sicherheitsgründen. Eine Spezialfirma aus Ratekau führte die Arbeiten am Boden und in luftiger Höhe durch.

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06. März 2014, 12:00 Uhr

Vorne steht der Mann mit seinem Fisch, stoisch, als gehe ihn die ganze Aktion hinter seinem Rücken nichts an. Doch wurden gestern und Dienstag drei riesige Pappeln am Rand des Elmshorner Skulpturengartens gefällt. Die Bäume standen am Probstendamm gegenüber der Sparkasse. Das Südufer der Krückau ist an dieser Stelle jetzt wieder ein Stück lichter geworden.

Die Bäume mussten aus Alters- und Sicherheitsgründen weichen. So fehlt es den Pappeln im gesamten Stadtgebiet, nicht nur denen an der Böschung des Flusses, oft an Standfestigkeit. Bevor die bis zu 30 Meter hohen Bäume durch Astausbrüche eine Gefahr für Menschen werden konnten, kamen daher nun die Spezialisten.

Die Arbeiter der Firma „Sönke Jordt“ aus Ratekau bei Lübeck waren zwei Tage damit beschäftigt, die Bäume zu roden. Die Aktion war eine von vielen in den vergangenen Jahren, bei denen Pappeln aus dem Stadtbild verschwanden. In der Vergangenheit wurden bereits Bäume an der Wittenberger Straße und auf Kaltenweide gefällt. Direkt neben dem gestrigen Fällort gegenüber der Volksbank verschwand bereits 2012 eine alte Pappel.

Am Südufer der Krückau kam, aufgrund der enormen Höhe der Bäume, auch Spezialgerät zum Einsatz. Während ein Arbeiter mit Motorsäge auf zirka zwölf Metern Höhe die oberen Teile der Bäume absägte, hob ein Teleskop-Fällkran die gesicherten Baumteile zu Boden. Anschließend sägten die Männer mit den in der Greifzange integrierten Sägen den langen Baumstumpf in kürzere Stücke.

Der Baumpflege-Fällkran wurde speziell für solche Einsätze ausgerüstet. „Es war vorher quasi ein Gabelstapler für das Gelände, der umgebaut wurde, um damit Bäume fällen zu können“, sagt Tim Jordt, Mitarbeiter der ausführenden Firma.

Der fast 19 Tonnen schwere Teleskopkran arbeitet maximal auf einer Höhe von knapp 24 Metern. Mit bis zu 6000 Kilogramm Tragkraft kann der Kran auch schwerste Lasten in großer Höhe bewältigen. Der vergleichsweise leichte Kran schont durch seine Funktionsweise aber gleichzeitig die Bodenstrukturen. Deshalb ist er auch für den Einsatz im Elmshorner Skulpturengarten wie geschaffen.

Während die Arbeiter im Einsatz waren, kam es am Probstendamm für Fußgänger und Autofahrer zu Behinderungen. Insbesondere das große Gerät sorgte für eingeschränkte Parkmöglichkeiten, auch während der Marktzeit. Ein Verkehrschaos entstand aber nicht. Die weiträumige Absperrung hinderte einige Marktbesucher und Passanten aber nicht daran, das Schauspiel genauer zu verfolgen.

Kurzzeitig sperrten die Männer aus Sicherheitsgründen auch die Brücke zur Sparkasse. „Besser ist das, bevor mir so ein Ding auf den Kopf fällt“ merkte ein Mann an.

Ob im Frühjahr weitere Fällungen von Pappeln geplant sind, beispielsweise an der Klaus-Groth-Promenade, steht noch nicht fest.

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