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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 22:27 Uhr

Zoff zwischen den Vereinen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Schiffsmodellbauclubs Elmshorner und Uetersener sind sich plötzlich nicht mehr grün

Modellschiffe sind ihre Leidenschaft – doch jetzt gibt es Streit zwischen den Vereinen aus Elmshorn und Uetersen. Rund zehn Schiffe drehten am Montagabend im Elmshorner Steindammpark ihre Runden auf dem Gewässer. Eigentlich wollten die Elmshorner an diesem Tag ganz woanders sein, am See im Uetersener Rosarium, wo sie sich seit Jahren zur Lichterfahrt treffen. Aber sie mussten kurzfristig umdisponieren und in den Steindammpark ausweichen, ihr Stammrevier.

„Am Donnerstagabend habe ich die Information bekommen: Unter Androhung einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs werde die Veranstaltung in Uetersen untersagt“, erklärt Volker Engler. Er ist Vorsitzender des Schiffsmodellbauclubs (SMC) Elmshorn, der diese Lichterfahrt zum Saisonabschluss veranstaltet.

Sein Opponent, Claus-Peter Jäger, bewertet Englers Aussage auf Nachfrage als „Schwachsinn“. Er habe Engler per E-Mail darauf hingewiesen, dass der SMC Uetersen auf dem See im Rosarium das Hausrecht ausübe, ein Verstoß dagegen sei Hausfriedensbruch. „Kein Wort von einer Anzeige“, sagt Jäger.

Die beiden Männer verbindet eine alte Rivalität. Die reicht bis 2010 zurück. Damals war der Elmshorner Jäger Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Schiffsmodellbau Elmshorn, das ist er bis heute. 2010 war auch Engler, der in Brande-Hörnerkirchen lebt, noch in der IG; aber: „Mein Portemonnaie ist mir das nächste.“ Engler wollte sich gegen Haftungsrisiken bei Veranstaltungen absichern und dafür einen Verein haben statt der lockeren IG. Engler gründete seinen Verein und nahm rund die Hälfte der IG-Mitglieder mit. Jäger trat dem Verein nicht bei und schimpft, Engler habe sich „mit dubiosen Mitteln von uns getrennt, das war so richtig hinterlistig“.

Die beiden könnten sich nun einfach aus dem Weg gehen; aber seit Februar ist Jäger Zweiter stellvertretender Vorsitzender des SMC Uetersen. Im Mai fuhren die Elmshorner noch im Uetersener Rosarium, wie seit vielen Jahren. Dass sie damals Kinderfahrten angeboten hätten, eine Viertelstunde für zwei Euro, das stößt Jäger allerdings auf: „Ein eingetragener Verein darf keinen Gewinn machen“, aber Uetersen habe die Elmshorner auf dem Vereinsgewässer „gewähren lassen“. Dass die Lichterfahrt jetzt ohne Genehmigung der Uetersener im Rosarium stattfinden sollte, hat Jäger dann unterbunden: „Das steht auf unserer Website, dass eine schriftliche Anfrage nötig ist.“

„Wir haben das nicht gewusst, dass der SMC Uetersen das Hausrecht hat“, räumt Engler ein. In den Vorjahren sei der Ablauf lockerer gewesen: „Auch wenn wir keine Antwort bekommen haben, war alles in Ordnung“. Das habe sich geändert, seit Jäger im Uetersener Vorstand sitze: „Wir beide liegen im Clinch, weil ich seinen Verein gesprengt habe. Jetzt hat er ’ne Hasskappe.“

Was wird nun aus den traditionellen Terminen der Elmshorner in Uetersen, dem Schaufahren am 1.    Mai und beim Rosenfest? „Die sollen sich rechtzeitig melden“, fordert Jäger. Bisher hätten die Uetersener andere Vereine, auch die Elmshorner, zu diesen Veranstaltungen eingeladen: „Es ist noch nichts anderes angedacht.“ Aber für Engler scheint die Sache klar: „Wir werden in Zukunft jegliche Veranstaltung des SMC Uetersen boykottieren. Wenn wir da nicht gern gesehen sind, dann gehen wir da nicht hin.“ Wie es aussieht, kann sich die Fehde der verfeindeten Modellbauer noch hinziehen. Engler jedenfalls setzt auf eine langfristige Perspektive: „Das Problem regelt sich selbst, es sind immer weniger Mitglieder in der IG.“ Engler sieht seinen SMC Elmshorn im Vorteil: „Bei Veranstaltungen haben wir 20 Meter Standfläche, Uetersen drei oder vier Meter, das ist peinlich“.

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