Zoff um zusätzliche Bahn-Verbindungen

Eisenbahnknoten CDU fordert Minister zum Handeln auf / Land bleibt gelassen

shz.de von
20. März 2017, 11:07 Uhr

Darüber, dass der Kreis Pinneberg bessere Bahnanbindungen nach Hamburg benötigt, sind sich im Kreisgebiet Politiker aller Parteien einig. Umstritten ist das Wie. Bewegung in die Sache kommt nun wegen des geplanten Ausbaus des Eisenbahnknotens Hamburg. Die CDU macht Druck und fordert das Land auf, umgehend die im Kreis Pinneberg benötigten Züge zu bestellen. Im Kieler Verkehrsministerium sieht man dagegen keinen Grund zur Eile.

„Der Verkehrsminister muss bei den Planungen für den Eisenbahnknoten Hamburg den steigenden Bedarf an Nahverkehrszügen im Hamburger Umland anmelden“, fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Ole Schröder vom Land. Im Zuge des Bundesverkehrswegeplans werde der Ausbau des Eisenbahnknoten Hamburg und damit auch die Strecke Elmshorn-Hamburg gerade von der Bahn untersucht. Hierzu sei das Land aufgefordert, an die Bahn zu melden, wie viele Züge pro Tag bis 2030 auf dieser Strecke nötig sind. „Der Ausbau des Knoten Hamburgs bietet eine wichtige Gelegenheit, mehr Züge auf die Strecke zu bringen und die Pendler somit zu entlasten“, so Schröder.


Engpass Hauptbahnhof


Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte unserer Zeitung gesagt, er hoffe, dass bei der Planung des Eisenbahnknotens möglicherweise doch noch das dritte Gleis zwischen Hamburg und Elmshorn realisiert werden könne.

Dazu Schröder: „Es ist noch niemals eine Zugverbindung, die vom Land angemeldet worden ist, daran gescheitert, dass es nicht genügend Kapazitäten auf der Strecke gegeben hat.“ Das habe er bei der Bahn erfahren. Das Problem sei der Hauptbahnhof. Dort sei der eigentliche Engpass. Der könne nicht mit dem dritten Gleis, jedoch mit dem Ausbau des Eisenbahnknotens beseitigt werden. „Der Minister muss deshalb endlich mitteilen, wie viele Züge er braucht“, so Schröder. „Die Menschen hier in der Region, die vielfach in Hamburg ihr Geld verdienen, haben Anspruch darauf, vernünftig und sicher zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen“, sagt er. Dafür müsse das Land bei den Planungen verlässliche Zahlen liefern.

Akuten Handlungsbedarf sieht man im Landesverkehrsministerium nicht: Frühestens zu den Sommerferien würden die vom Bund beauftragten Gutachter „einen ersten Wasserstand vermelden“, so Ministeriumssprecher Harald Haase. Die Studie sei erst im Herbst fertig. Im Herbst könne es zu spät sein, um für den Kreis Pinneberg noch etwas zu erreichen, meint hingegen Schröder. Seite 9

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen