Zeitreise in die 50er

Die Elmshorner Künstlerin Imke Stotz hat auch dem Bademeisterhaus ihre ganz eigene bunte Note verliehen.  Illustration: Imke Stotz
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Die Elmshorner Künstlerin Imke Stotz hat auch dem Bademeisterhaus ihre ganz eigene bunte Note verliehen. Illustration: Imke Stotz

1953 bis 1955 wurde das Bademeisterhaus im Elmshorner Freibad erbaut / Heute ist es denkmalgeschützt

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20. November 2019, 18:00 Uhr

Elmshorn | Die Weiße Villa, die Knechtschen Hallen, das Rathaus oder das ehemalige Speichergebäude in der Reichenstraße – wie oft geht man an diesen schützenswerten Gebäuden in Elmshorn vorbei, ohne sie wahrzunehmen oder zu wissen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt.

In einer Serie stellt das Kuratorium der Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn eine Reihe von historischen Gebäuden vor. Unterstützt wird diese Reihe von den Illustrationen von Imke Stotz. Der Text stammt von Thomas Wehrmann vom Kuratorium.

Vor dem Bau des Freibades badete die Elmshorner Jugend in der „Badeanstalt“ im Oberlauf der Krückau oder man fuhr mit dem Fahrrad nach Kollmar. Hier lockte die Elbe mit ihrem Sandstrand zum Spielen, Planschen und Schwimmen.

Am 4. Juli 1954 wurde dann das Elmshorner Freibad eröffnet. Es wurde auf einer Krückauinsel zwischen dem Oberlauf der Krückau und der Schlangeninsel erbaut. Auf dem knapp fünf Hektar großen Gelände waren das 50 Meter lange Schwimmbecken mit Technik- und Bademeisterhaus, das Halb- und Nichtschwimmerbecken und das runde Planschbecken untergebracht. Weiterhin gab es weitläufige Grünflächen, die von den Besuchern als Liegewiesen und Sportflächen genutzt werden konnten.

Im Süden lag der runde Pavillon mit Café und Kiosk. Der Eingang des Freibades befand sich im Westen und wurde über den Mühlendamm erschlossen. Beidseitig des Einganges mit den Kassiererhäuschen und den stählernen Drehgittern lagen die im Halbkreis erbauten Umkleidegebäude. Nördlich davon stand das Wohnhaus des Bademeisters auf einer Anhöhe. Das Wohnhaus, die Eingangsanlage und ein großer Teil der Umkleiden sind in den letzten Jahrzehnten abgerissen worden.

Das gesamte Freibad-Ensemble wurde mit den typischen Stilelementen der 1950er Jahre gestaltet. Architektonisch sticht besonders das Technik- und Bademeisterhaus hervor. Deshalb ist es vom Landesamt für Denkmalschutz als Kulturdenkmal in die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen worden. Dem Betonbau mit dem weit herausragenden Dach, das wie eine Schirmmütze vor der Sonne schützt, kommt „wegen der kühnen Gestaltung eine besondere Bedeutung zu“, schrieb das Landesamt bei der Eintragung in die Denkmalliste.

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