Hof Dannwisch : Zeichen gegen Gen-Technik

Ausgelassen toben die Milchkühe nach Monaten im Stall über die grüne Wiese.  Foto: Roolfs
Ausgelassen toben die Milchkühe nach Monaten im Stall über die grüne Wiese. Foto: Roolfs

"Aktion Zukunft säen" und Weideaustrieb zum Start in die Saison.

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30. April 2013, 08:00 Uhr

Horst | "Aktiver Protest gegen die Monopolisierung des Saatguts", so nennt es Thomas Scharmer von der Betriebsgemeinschaft des Demeter-Biohofs Dannwisch in Horst. Praktisch sah das am Sonnabend so aus, dass gut 50 Männer, Frauen und Kinder mit Gummistiefeln und roten Papiertüten in einer langen Reihe über einen kleinen Acker gingen und dabei Roggensaat in weiten Bögen auf den Boden warfen. An dieser "Aktion Zukunft säen" beteiligte sich der Hof Dannwisch zum zweiten Mal. Mitarbeiter, Kunden und Freunde waren gekommen, um erst die Saatkörner auszustreuen und anschließend auf einem großen Plakat für die Ziele der Aktion zu unterschreiben. Sie sprachen sich damit gegen Gentechnik aus und dafür, dass Bauern ihr eigenes Saatgut verwenden dürfen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Landwirte dürfen nur spezielles Saatgut ausbringen, das zertifiziert ist und gekauft werden muss; damit ist den Bauern ein Teil ihres Handwerks genommen.

Nach dem Säen und einer Kaffeepause wurde es auf Hof Dannwisch temperamentvoll: Die Kühe wurden losgelassen. Nach Monaten im Stall durften sie endlich wieder auf die Wiese. Zunächst trotteten die Rotbunten relativ gelassen den Weg hinunter, aber als sie erstmal die große grüne Freiheit entdeckten, gab es kein Halten mehr: Sie tobten, spielten miteinander, wuchteten ihre 600 Kilo zu Bocksprüngen in die Luft oder schubberten wonniglich ihr Kinn im Gras.

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