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Eine Erfolgsgeschichte : Zehn Jahre Stadtwache Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Seit zehn Jahren gibt es die Stadtwache der Polizei in der Königstraße. Drei der vier Beamten sind von Anfang an dabei.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2015 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Die Idee war einleuchtend: Dort, wo sich die meisten Menschen aufhalten, sind auch die Kriminellen nicht fern. Und um denen das schmutzige Handwerk möglichst schwer zu machen, müssen Polizisten in die Innenstadt. Und deshalb wurde vor zehn  Jahren die Stadtwache in der Königstraße 36 gegründet. Das Konzept hat sich ganz offensichtlich bewährt. Revierleiter Thorsten Buchwitz  will auf gar keinen Fall daran rütteln. „Ich habe nichts dagegen, wenn  die Stadtwache weitere zehn Jahre erhalten bleibt.“  Da für die  Wache in der Königstraße  keine zusätzlichen Stellen  nötig sind, hat er keine Zweifel, dass  auch das Land mitspielt.

Dass die Wache mittlerweile eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung hat, liegt auch daran, dass drei der vier Beamten von Anfang an dabei sind.  Sie haben folglich einen hohen Bekanntheitsgrad, sind Ansprechpartner  für die Bürger.  Selbst mit der Bahnhofszene haben die Polizisten keine Probleme. Bekommen sogar von dort mal einen Tipp. Der große Vorteil der Stadtwache sind die kurzen Wege: „Wir sind  spätestens in  zwei Minuten überall, wo wir in der Innenstadt gebraucht werden“, so Herbert Tiedemann, Leiter der Außenstelle des Reviers.

Revierleiter Thorsten Buchwitz ist jedenfalls sehr zufrieden:  „Die vier sind das Aushängeschild der Elmshorner Polizei.“  Auch Bürgermeister Volker Hatje ist voll des Lobes:  „Die Stadtwache hat sich absolut bewährt.“ Möglicherweise ist Hatje  bald noch näher an der Stadtwache dran als jetzt: Sollte das Gebäude in der Königstraße 36, das der Stadt gehört, im Zuge der Innenstadtumgestaltung weichen müssen, ist im Gespräch, die Stadtwache in das künftige Rathaus zu verlegen.

Sie sorgen für Sicherheit in der City

Es war eigentlich nur ein Versuch. Ein Jahr lang sollte der erstmal dauern. Doch davon war schnell keine Rede mehr. Aus dem Versuch wurde eine Erfolgsgeschichte. Mittlerweile ist die Stadtwache fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts der Elmshorner Polizei. Und sie wird auch in Zukunft weiter bestehen. Seit zehn Jahren gibt es die Dependance der Ordnungshüter in der Königstraße.

Anlass für die Einrichtung der Wache war die Tatsache, dass die Wache an der Moltkestraße nicht besonders zentral liegt. „Wir sind spätestens in zwei Minuten überall, wo wir in der Innenstadt gebraucht werden . Und wir sind dabei nicht auf’s Auto angewiesen“, erläutert Herbert Tiedemann, Leiter der Stadtwache, die großen Vorteile des Standorts in der Königstraße.

Die Idee hatte der damalige Revierleiter Frank Ritter. Der ist schon lange weg. Doch seine Nachfolger standen und stehen ebenso hinter dem Konzept. „Das hat sich bewährt“, sagt der derzeitige Revierleiter Thorsten Buchwitz.

Realisierung nur mit Hilfe der Stadt

Ohne die Hilfe der Stadt, die der Polizei die Räume in der Königstraße vermietet, wäre die Realisierung der Idee allerdings nicht umsetzbar gewesen. „Die Stadtwache ist wichtig und notwendig“, ist Bürgermeister Volker Hatje überzeugt.

Grundsätzlich haben die Männer der Stadtwache die gleiche Arbeit wie ihre Kollegen an der Moltkestraße. Dennoch gehören Ladendiebstähle, Taschendiebstähle und vor allem Wechselgeldbetrüger zu ihren Schwerpunkten. Vor den Kriminellen, die Menschen bitten, ihnen Geld zu wechseln, und ihnen dabei Geld aus dem Portemonnaie stehlen, kann gar nicht oft genug gewarnt werden, sagt Tiedemann.

Ein gutes Beispiel, dass die Männer vor der Stadtwache schnell reagieren können, ist der Fall einer 83 Jahre alten Frau. Die Seniorin hatte Geld vor der Bank geholt, war dabei offensichtlich von einem Gauner beobachtet worden. Der stahl der Frau das Geld. Sie ging sofort zur Stadtwache. Die Männer sorgten dafür, dass ihre Scheckkarte gesperrt wurde und die Diebe nicht noch größeren Schaden anrichten konnten.

Hilfreiche Lage der Wache

Auch im folgenden Fall erwies sich die Lage der Stadtwache in der Königstraße als sehr hilfreich bei der Aufklärung. In einem Geschäft in der Fußgängerzone hatte ein Mann mit einem 500-Euro-Schein bezahlt. Der Kassiererin kam der Mann seltsam vor, sie machte, nachdem er den Laden verlassen hatte, einen Kassensturz. Und siehe da: es fehlten 200 Euro. Sie alarmierte die Polizisten der Stadtwache. Und denen gelang es, den Mann festzunehmen, als er bei einer Bäckerei gerade in die Kasse langen wollte. Der Dieb wurde bereits mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Manchmal gibt es auch Fälle, die eher zum Schmunzeln sind. Die Beamten haben im Laufe der Jahre nicht nur zu den Geschäftsleuten der Innenstadt ein gutes Verhältnis bekommen, sondern auch zu der Szene, die sich überwiegend am Elmshorner Bahnhof aufhält.

Einer aus diesem Bereich meldete, dass ein Kumpel eine Liege in einem Geschäft, das auch Möbel anbietet, gestohlen habe. Die Beamten waren skeptisch, suchten dann aber doch den Kumpel in dessen Wohnung auf. Tatsächlich. Da stand die nagelneue Liege. Er habe mit Bekannten auf der Liege gesessen und Bacardi getrunken, berichtete der Mann. Dann habe er die Liege zum Schluss mitgenommen. Warum wisse er nicht mehr.

Die Stadtwache  in der Königstraße ist täglich von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Sonnabends sind die Beamten von 10 bis 14 Uhr da sowie  an den verkaufsoffenen Sonntagen. 

„Wir haben eigentlich zu allen Bevölkerungsgruppen einen guten Draht“, sagt Carsten Oestreich. Deshalb gebe es immer wieder nützliche Hinweise von Geschäftsleuten oder Bürgern, die etwas Verdächtiges beobachtet haben. Das liegt natürlich auch daran, dass die Männer sehr häufig in der Innenstadt zu sehen sind.

„Die vier sind das Aushängeschild der Elmshorner Polizei“, sagt deshalb auch Buchwitz. Und diese Aushängeschilder sind seit langem bekannt. Tiedemann, Ostreich und Jan Strüben sind bereits seit zehn Jahren in der Stadtwache tätig. Christian Strietzel ist etwas später dazu gekommen. Und alle wollen bleiben. „Hier will keiner weg“, sagt Tiedemann. „Das Schöne ist die Bürgernähe“, ergänzt Strüben. „Wir sind hier eine kleine Sozialstation. Die Leute kommen gern zu uns“, so Oestreich. Mittlerweile sei die Wache auch eine Anlaufstelle für Flüchtlinge geworden.

Die Stadtwache passe bestens ins Sicherheitskonzept der Elmshornr Polizei, meint der Revierleiter: Videoüberwachung am Bahnhof, enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sowie die Verbindung von Moltkestraße und Stadtwache. Und deshalb steht laut Buchwitz auch fest: „Der Fortbestand der Stadtwache steht nicht in Frage.“

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