Zwei ausverkaufte Vorstellungen : Zauberhafte Premiere im Elmshorner Stadttheater

Mit einem gut einstündigen Ballettmärchen begann die Gala.
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Mit einem gut einstündigen Ballettmärchen begann die Gala.

Kinder und Jugendlichen des Elmshorner Studios Alavi zeigen bei Gala ihr Können.

shz.de von
29. Januar 2018, 16:30 Uhr

Elmshorn | Die siebenjährige Nina Woike blieb cool. Bis zwei Stunden vor dem Anfang: „Da war es nicht mehr auszuhalten“, beschrieb ihr Vater Mike das Lampenfieber. Um Viertel vor drei trafen sich die Kinder mit ihrer Lehrerin, umkleiden und einsingen brauchten ihre Zeit. Gegen Viertel vor sechs waren sie dann endlich dran: Knapp 20 Mädchen sangen und tanzten ein Medley aus „König der Löwen“. Ihr Lohn: viel Applaus im ausverkauften Elmshorner Stadttheater.

Die Mädchen gehörten zur Fame Academy. Die wiederum ist eine Abteilung des Elmshorner Studio Alavi. Die vielen Gruppen des Studios präsentierten sich am Wochenende in der Gala 2018. Zwei ausverkaufte Vorstellungen im Stadttheater am Sonnabend und am Sonntag zeigten das große Interesse am Tanz. Und Durchhaltevermögen: Inklusive Pause dauerte die Gala rund drei Stunden.

Klar, bei mehr als 100 Kindern und Jugendlichen auf der Bühne gehen schon mal viele Tickets an die Verwandten. Aber es gab auch Besucher, die niemanden auf der Bühne kannten. Conny Kroll-Post aus Elmshorn zum Beispiel. Die Schule unterstützen, das war für sie ein Motiv, am Sonnabendnachmittag ins Theater zu gehen. Aber vor allem wollte sie das Ballett sehen. „Das war gut“, lautete ihr Urteil in der Pause.

Schwanensee-Variante

Am Anfang der Gala stand das Ballettmärchen „Die verzauberten Schwäne“, eine Schwanensee-Variante zur Musik von Peter Tschaikowsky. Eine gute Stunde lang gab es klassisches Ballett zu sehen mit allem was dazu gehört: schreiten und springen, Spitzentanz und Hebefiguren, weiße, enge Kostüme mit Tutus und gezierte, exakt abgezirkelte Bewegungen. „Das war doch niedlich mit den Kindern“, kommentierte Thomas Dabelstein aus Elmshorn: „Dass immer mal eins hinterherhinkt, das macht nichts.“ Eigentlich war Dabelstein wegen seiner Enkelin gekommen, die im zweiten Teil der Gala, bei den moderneren Tänzen, auftreten sollte. Aber den Schwanensee hat er sich gemerkt: „Die Musik ist ja wunderschön. Jetzt gucken wir uns das mal in der Oper an.“

Die Ballettaufführung inszenierte Studiogründerin Agnes Alavi. Für den zweiten Teil der Gala zeichnete fast durchgehend ihre Tochter Souzan Alavi verantwortlich. Musical, Showdance und Jazzdance waren die Genres, die nach der Pause vorgeführt wurden. Zum ersten Mal wurde die Palette um die Sparte Hip Hop erweitert. Dort kümmerte sich Dozent Jamél El Schami um die Choreografie. Seine Gruppe war mit fünf Teilnehmern die kleinste; aber vor allem der Grundschüler mit der blauen Brille gewann das Publikum mit Handstand und akrobatischen Einlagen für sich.

Jazzdance-Gruppe und Musical-Kinder

Die Mädchen der Jazzdance-Gruppe führten vor, dass ein Spagat zu harter Rockmusik passt. In verschiedenen Altersgruppen und zu ganz unterschiedlicher Musik führten die Schüler ihre Tänze vor. Die Musical-Kinder sangen auch noch live.

Im Stadttheater fand die Gala zum ersten Mal statt, vorher hatte das Studio Alavi Schulaulen genutzt. „Die Bühne und die Akustik sind hier besser“, urteilte Michael Simonov aus Elmshorn. Seine Tochter tanzte mit, er besuchte die Gala zum vierten Mal und war so zum ersten Mal in seinem Leben ins Stadttheater gekommen.

Obwohl Amateure auf der Bühne standen, war die Organisation der Gala professionell. Die Choreografien, die vielen verschiedenen Kostüme, die Lichtregie – da passte sehr viel bis zu den vier Filmkameras für die Produktion einer professionell geschnittenen DVD der Gala als Souvenir. Aber für Kerstin Noffke aus Sparrieshoop war das Wichtigste: „Das ist schön, wenn man die Entwicklung der Kinder sieht“. Ihre Tochter trat beim Jazzdance auf, aber in der Balletttruppe beobachtet Noffke seit vier Jahren Kinder aus der Nachbarschaft.

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