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Elmshorner Nachrichten

19. November 2017 | 11:42 Uhr

„Xavier“ verursachte 114 Einsätze

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Sturm In Elmshorn und Umland waren Feuerwehr und THW am Donnerstag im Dauereinsatz / Elmshorner erzählen von Erlebnissen

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 16:41 Uhr

„Ich habe schon viele Unwetter mitgemacht, aber so etwas wie am Donnerstag habe ich noch nicht erlebt.“ Michael Bunk, Kreisfeuerwehrsprecher und Wehrführer in Kölln-Reisiek, war mit seinen Kameraden wegen des Orkans Xavier ab Donnerstagmittag den ganzen Tag und bis tief in die Nacht in Elmshorn und im Umland im Einsatz. Selbst am Freitag galt es noch an einigen Stellen, abgebrochene Äste, die auf Straßen zu fallen drohten, zu sichern. Insbesondere die Schwere der Schäden durch umgestürzte Bäume bezeichnet Bunk als außergewöhnlich. „Die Bäume waren voller Laub und haben eine riesige Angriffsfläche geboten“, erklärt er. „Außerdem war der Boden durch den Regen aufgeweicht. Dadurch wurden Bäume entwurzelt.“

Durch umgestürzte Bäume wurden zahlreiche Häuser und Autos beschädigt. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr in Elmshorn und im Unland 114 Einsätze. Im gesamten Kreis waren rund 700 Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Auch die Wildtierstation in Sparrieshoop hat erhebliche Sachschäden zu verzeichnen: Eine rund 15 Meter große Eiche wurde durch den Orkan entwurzelt und stürzte auf das Schildkrötenhaus. Das Haus wurde komplett zerstört. „Zum Glück hatten wir wegen der Unwetterwarnung die Schildkröten vorsichtshalber woanders untergebracht, so dass kein Tier zu Schaden gekommen ist“, erklärt Anneliese Salz von der Wildtierstation. Auch sonst gab es glücklicherweise keine Verletzten durch den Sturm. Die Sachschäden sind allerdings massiv.

Für die Hilfskräfte der Freiwilligen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks bedeuteten die Aufräumarbeiten einen Kraftakt. „So viele Einsätze hintereinander – das schlaucht natürlich“, erklärt Bunk. „Dazu kommt, dass es kaum eine gefährlichere Arbeit als die mit der Kettensäge gibt. Das bedeutet immer ein Risiko.“ Genau aus diesem Grund habe die Feuerwehr am Donnerstag nur eingegriffen, wenn Gefahr für Leib und Leben bestand oder größere Wertgegenstände gefährdet waren. „Alles andere ist Privatsache oder konnte warten“, so Bunk. Gestern waren die Mitarbeiter der Bauhöfe unterwegs, um die liegen gebliebenen Schäden zu beseitigen. Auf dem Spielplatz am Nibelungenring war etwa eine Schaukel zerstört worden.

Bis auf den AKN fuhren am Elmshorner Bahnhof am Donnerstagnachmittag keine Züge. Zahlreiche Fahrgäste strandeten am Bahnhof. Viele Menschen unterstützten sich gegenseitig und boten Fremden Mitfahrgelegenheiten an. Im Laufe des Freitags normalisierte sich die Lage. Die Mitarbeiter der Landesforste warnen jedoch weiterhin vor dem Betreten der Wälder.

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