Elmshorns größtes Bauprojekt : Wohnungen für jedes Alter

Die mehrgeschossigen Blocks sollen gemäß des Wohnraumversorgungskonzepts der Stadt Elmshorn errichtet werden. Neben einer roten Backsteinfassade sieht der Plan des Unternehmens Semmelhaack auch eine Mischung mit hellen Außenwänden vor.   Foto: Semmelhaack (2), joa
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Die mehrgeschossigen Blocks sollen gemäß des Wohnraumversorgungskonzepts der Stadt Elmshorn errichtet werden. Neben einer roten Backsteinfassade sieht der Plan des Unternehmens Semmelhaack auch eine Mischung mit hellen Außenwänden vor. Foto: Semmelhaack (2), joa

Ab 2013 Elmshorns größtes Bauprojekt / Ausschließlich Mietobjekte / Mehrgenerationenhaus mit Café

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04. August 2012, 09:41 Uhr

Elmshorn | Der letzte Bewohner des ehemaligen Alten- und Pflegeheims "Haus Elbmarsch" am Sandberg ist bereits vor etlichen Jahren ausgezogen. Seither kreisen die Abrissgerüchte rund um den Backsteinbau mit dem historischen Glockenturm. Ebenso lange trotzt das 1920 gebaute Haus diesen Gerüchten. Nun aber sind die Tage des ehemaligen DRK-Hauses ganz offensichtlich gezählt. Das einst städtische Gebäude weicht einem neuen Wohnquartier, das die Elmshorner Wohnungsbaugesellschaft Semmelhaack errichten soll. Insgesamt sind 226 Wohnungen und Reihenhäuser geplant - für sämtliche Einkommensschichten. 30 Millionen Euro will Firmenchef Theodor Semmelhaack in das Projekt investieren. Stadt und Grundeigentümer führen derzeit Verhandlungen.

Den Verhandlungen vorausgegangen ist ein jahrelanger Versuch der Hamburger Firma Conplan, Privat-Investoren für eine Neugestaltung des Geländes am Sandberg zu gewinnen. Ein tragfähiges Konzept hat das Unternehmen allerdings bisher nicht vorlegen können. Ihre Option für die Überplanung hat die Firma deshalb zurückgegeben. Diese Option soll nach EN-Informationen nun die Elmshorner Firma Semmelhaack erhalten, die der Stadt ein Konzept für ein neues Quartier vorgelegt hat. "Wir stehen in Verhandlungen", bestätigt Stadtrat Volker Hatje. Einzelheiten möchte er allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Öffentlichkeit preisgeben.

Auf Anfrage bei Firma Semmelhaack gewährte Unternehmenssprecher Hartmut Thede unserer Zeitung einen exklusiven Blick in die Pläne. "Die Stadt Elmshorn hatte Projektentwickler und Baugesellschaften Anfang 2012 zu einem Wettbewerb aufgerufen. Wir haben uns daran beteiligt", sagt Thede zum Hintergrund des Projektes. "Unsere Präsentation hat den Stadtvertretern anscheinend am besten gefallen." Sie sollen starten.

Allerdings sieht der Plan von Semmelhaack vor - und das ist der bittere Beigeschmack bei dem ansonsten prestigeträchtigen Projekt, den alten Hausbestand abzureißen. "Die Wirtschaftlichkeit des ganzen Objekts muss mit dem Wert der historischen Bausubstanz abgewogen werden", so Thede. In Auftrag gegebene Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Sanierung des ehemaligen Altenheimes unternehmerisch keinen Sinn mache. Eine andere Nutzung außer eines Pflegebetriebs sei unmöglich. Der alte Baumbestand auf dem Gelände bliebe aber erhalten. Ebenfalls versucht Thede, den Glockenturm des alten Hauses in die neue Siedlung zu integrieren.

Der Plan: 209 Zwei- und Dreizimmerwohnungen in zwei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäusern sowie 17 Reihenhäuser. Zielgruppen sind Paare, Singles, Familien und Menschen der älteren Generation sowie Menschen mit Behinderungen. Sämtliche Gebäude werden nach den neuesten, energiepolitischen Vorgaben erstellt. Ein Blockheizkraftwerk für die eigene Versorgung mit Strom und Wärme ist geplant. "Wir bauen keine Residenz, aber hochwertigen Wohnraum für alle Einkommensgruppen", sagt Thede. Semmelhaack will sich deshalb um Fördermittel des Landes bemühen, um einkommensschwachen Familien günstigen Wohnraum anbieten zu können. 5,50 Euro soll ein Quadratmeter Kaltmiete dann kosten. 8,75 bis zehn Euro die weiteren Flächen.

Das 25 000 Quadratmeter große Gelände sieht auch reichlich Grünflächen vor, die mit Spiel- und Fitnessgeräten für Kinder, junge Leute und Senioren sowie Kommunikationsplätzen ausgestattet sind.

Mit an Bord der Planung ist der Elmshorner Verein "Gemeinsam". 25 Wohneinheiten möchte Vereinsvorsitzende Beate Krupski für ein Mehrgenerationenhaus reservieren, in denen auch Menschen mit Behinderungen leben können. 37 Anfragen sind bei ihr diesbezüglich schon eingegangen. Ein integriertes Wohncafé soll außerdem das Miteinander im neuen Quartier fördern.

Hartmut Thede spricht von einem "Vorzeigeprojekt". Die Arbeiten sind allerdings erst am Beginn. "Die Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern werden demnächst geführt", sagt Thede. So weit diese erfolgreich verlaufen, ist ein Baubeginn für Ende 2013 geplant. Die Fertigstellung für 2015 - vorbehaltlich einer Zustimmung des Kollegiums im Rathaus.

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