"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Ortsvereinsvorsitzender Gunnar Petz (von links), Jan-Hendrik Köhler-Arp, Chef der Werbekampagne, und DRK-Kreisverbands-Geschäftsführer Reinhold  Kinle vor dem Lkw, den das DRK aus der Insolvenzmasse zurückkaufte.  Foto: rs
Ortsvereinsvorsitzender Gunnar Petz (von links), Jan-Hendrik Köhler-Arp, Chef der Werbekampagne, und DRK-Kreisverbands-Geschäftsführer Reinhold Kinle vor dem Lkw, den das DRK aus der Insolvenzmasse zurückkaufte. Foto: rs

Trotz Schwierigkeiten: DRK-Vorstand ist voller Tatendrang / Vereinseigentum musste aus der Insolvenzmasse gekauft werden

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08. August 2011, 08:32 Uhr

Elmshorn | Gunnar Petz, seit einem Jahr Vorsitzender des neuen DRK-Ortsvereins Krückaustadt Elmshorn, hat seinen Optimismus nicht verloren. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Auch wenn es länger dauert als erwartet." Froh sind der 51-Jährige und seine Mitstreiter, dass das Krisenjahr 2010, als der alte DRK-Verein aufgelöst wurde, ohne den ganz großen Zusammenbruch überstanden ist.

Dafür hätten die Aktiven teils bis zur Erschöpfung gearbeitet. 18 000 ehrenamtliche Stunden seien in 2010 geleistet worden. Allein 150 Sanitätsdienste zählten dazu, etwa beim Hafenfest oder beim Stadtlauf. 4100 Besucher wurden in der Tagesstätte im CCE betreut. Gewaltig der Einsatz auch in der Kleiderkammer an der Feldstraße: 19 000 Kleidungsstücke wurden ausgegeben, im Rahmen der AG Freie Wohlfahrtsverbände etliche Ausfahrten organisiert.

Worauf Petz aber besonders verweist: "Wir sind so etwas wie eine Versicherung für die Bürger." Im Katastrophenfall könne das DRK sofort helfen. So wie vor Jahren beim Gefahrgutunfall auf der Zugstrecke bei Tornesch. Wie wichtig geübte Helfer seien, habe sich auch beim Unglück bei der Loveparade gezeigt. "Keiner wünscht, dass hier etwas passiert", so der Vorsitzende. Doch gerade in Elmshorn mit den Verkehrsadern Autobahn und Zugstrecken seien auch große Unglücke immer möglich.

Angesichts der Bedeutung des DRK für die Bevölkerung, sei er "natürlich schon enttäuscht, dass nicht mehr Mitglieder beigetreten sind". Gleichwohl wisse er aber auch um den Vertrauensverlust, zu dem das Insolvenzverfahren geführt habe. "Auch wenn nicht wir, sondern ganz andere Personen das zu verantworten hatten."

Wie schwierig der Neuanfang war, verdeutliche ein Beispiel, sagt Petz. So habe das alte Vereinseigentum wie Lkw oder Gulaschkanone ein zweites Mal gekauft werden müssen - aus der Insolvenzmasse. Über Flohmärkte oder Blutspendeaktionen erzielte der neue Verein zwar auch Einnahmen, dass reichte jedoch nicht, um Kosten für Treibstoff oder Ausrüstung zu decken. So half der DRK-Kreisverband mit rund 20 000 Euro aus. Keine Dauerlösung. Petz: "Der Ortsverein muss sich selbst tragen." Er hofft sehr, dass die Werbeaktion im Oktober mindestens 230 neue Mitglieder bringt, dann läge die Zahl immerhin bei 400.

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