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Rohstoffsuche im Kreis Pinneberg : „Wir planen kein Fracking“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

PRD Energy geht in die Offensive. Bürgerinitiativen ist noch außen vor.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Elmshorn | Der Widerstand wird immer größer: Seit ihrer Gründung im August war die Bürgerinitiative (BI) „Frackingfreies Auenland“ sehr aktiv. Die Mitglieder stellten Info-Stände auf, waren auf Ausschusssitzungen zu Gast, erstellen Verbotsschilder gegen seismologische Untersuchungen und luden zu einem Info-Abend nach Heede ein. Jetzt geht auch PRD Energy in die Offensive und informiert vor Ort über geplante Vorhaben. Das Unternehmen hat die Konzessionen zur Aufsuchung von Erdöl und Erdgas in den Erlaubnisfeldern Bramstedt und Elmshorn.

Juristin und Sprecherin Gabriele Junker sowie Geologe Christoph Krämer waren in den vergangenen Tagen in der Region unterwegs und suchten das Gespräch mit Politikern, Amtsträgern und Medien. „Wir sehen klar das Informations-Bedürfnis“, sagte Junker im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir kommen gern in die Region und sind bereit, Auskunft zu geben.“

Am Dienstagnachmittag waren Junker und Krämer bei der Aktivregion Holsteiner Auenland in Lentföhrden zu Gast und sprachen unter anderem mit dem Vorsitzenden Hans-Jürgen Kütbach. Auch im Kreis Pinneberg wollen die beiden in nächster Zeit den Amtsträgern mögliche Vorhaben und deren zeitliche Rahmen erläutern.

Ziel des Unternehmens sei es, mittels konventioneller Methoden Erdöl zu produzieren, so Junker. „Wir benötigen dafür kein Fracking und planen da auch nichts.“ Die Suche werde dabei auf bekannte Erdölfelder ausgerichtet – wie das Gebiet bei Brande-Hörnerkirchen. Seit dem 1. September 2013 habe PRD Energy die Erkundungserlaubnis für das Feld Bramstedt, aktuell werde der Untergrund aber nur vom Schreibtisch aus untersucht.

Daten werden derzeit ausgewertet

Die Dauer der Erlaubnis beträgt laut Junker fünf Jahre. In den ersten Jahren würden die frei verfügbaren Daten ausgewertet werden. Aber auch Daten der Alteigentümer – im Fall des Felds bei Brande-Hörnerkirchen sei das RWE – würden erworben. „Wichtig für uns ist, dass es bereits Kenntnisse über die Felder gibt“, so Krämer. Darauf könne man zurückgreifen. „So haben wir eine gute Idee davon, was uns erwartet.“ Erst nach der Auswertung, werde man entscheiden, ob das Unternehmen weitere Daten benötige – und das Projekt überhaupt Sinn mache. „Wir befinden uns gerade Anfang des zweiten Jahres, weit weg von jeglicher Maßnahme“, so Krämer über den aktuellen Stand.

Derzeit seien keine seismischen Untersuchungen in den Erlaubnisfeldern geplant, so Junker. Unklar sei auch, ob man überhaupt eine Seismik durchführen werde. „Wenn wir eine Seismik machen, müssten wir das gesondert beim Landesamt für Bergbau beantragen“, sagte die Juristin. Auch die Kreise, Gemeinden und Bürger würden dann informiert werden – wie derzeit im Landkreis Rotenburg/Wümme.

Info-Veranstaltungen in den hiesigen Gemeinden plant PRD Energy laut Junker und Krämer derzeit nicht. „Das Gebiet ist sehr groß, wo macht man da eine Veranstaltung?“, fragt Junker. Derzeit sei man am Überlegen, welchen Weg man einschlagen wolle. Die Gespräche mit Amtsträgern und Politikern seien dabei ein Schritt. „Was wir wollen, soll kein Geheimnis sein“, sagte Junker.

PRD verfolgt die Arbeit der BI

Die Arbeit der BI „Frackingfreies Auenland“ verfolge man aufmerksam, so die Juristin und der Geologe. „Es ist die Frage, wie geht man auf die Bürgerinitiative zu“, erläuterte Junker. „Da wird teilweise sehr emotional argumentiert. Ich hoffe, das kommt auf ein nüchterneres Niveau herunter.“ Im Moment sei die Situation sehr aufgeheizt und eine sachliche Diskussion mit der BI nicht möglich, meinte Junker. Prinzipiell sei das Unternehmen gern bereit, alle Fragen aus dem Weg zu räumen und einen Dialog zu führen. Bei Fragen könne man sich unter 030-520005626 oder info@prdenergy.com an das Unternehmen wenden.

Kritik übten Junker und Krämer an einigen Aussagen, die unter anderem während des Info-Abends in Heede getätigt worden waren. „Es werden Äußerungen in den Raum gestellt, bei denen fragen wir uns: Wo kommt das her?“ Konkret geht es dabei um die Behauptung, der Konzern habe für zwei Millionen kanadische Dollar Daten gekauft, um Flächen auszuwerten sowie um die Linien für seismische Untersuchungen. „So lange keine Seismik geplant ist, werden auch keine Linien gesetzt“, berichtete Junker.

Die Bürgerinitiative (BI) „Frackingsfreies Auenland“ hat auch in Horst eine Regionalgruppe gegründet. Mitglieder und interessierte Bürger treffen sich das nächste Mal am kommenden Montag, 3. November, 20 Uhr, im Hauptgebäude von Hof Dannwisch (Dannwisch 1). Dort wollen die Mitglieder der Gruppe über ihre Ziele berichten und weitere Aktivitäten planen. Weitere Informationen zu der Veranstaltung gibt es bei Birgit Asmus-Mrozek unter schneiderei@asmus-mrozek.de.
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