Elmshorn : Wir kommen nach Hause: Elmshorner Nachrichten ziehen zurück in die alte Redaktion

Die Elmshorner Nachrichten kommen nach Hause: Schon in ein paar Wochen werden die Umzugskisten gepackt und die Mitarbeiter der EN ziehen wieder in die alte Redaktion an der Schulstraße 13.

Schon in ein paar Wochen werden die Umzugskisten gepackt und die Mitarbeiter der EN ziehen wieder in die alte Redaktion an der Schulstraße 13.

Mehr als zehn Jahre stand das alte Redaktionsgebäude an der Schulstraße leer. Nun zieht wieder Leben ein.

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15. Januar 2021, 07:00 Uhr

Elmshorn | „Das bleibt so. Das ist ehrlich.” Ehrlich: Dieses Wort benutzt Victoria Heyden-Linden mehrmals, als sie in Gummistiefeln durch das staubige Gebäude stapft. Der Stahlträger, der noch zu sehen ist, ist ehrlich. Die unverputzte Ziegelwand, in der noch Löcher von ehemaligen Steckdosen zu sehen sind: sehr ehrlich. Ein verwittertes Blatt Papier, auf dem vor etlichen Jahren jemand „Rauchen verboten” gekritzelt hat: auch sehr ehrlich.

Ehrlich ist dieser Bau, da legt sich Heyden-Linden fest. Das passt. Denn Ehrlichkeit gehört auch zu den Werten des neuen Mieters: In ein paar Wochen ziehen die Elmshorner Nachrichten hier ein – dasselbe Unternehmen, das vor mehr als zehn Jahren die dunkle, sehr ehrliche Holztür dieses Gebäudes an der Schulstraße 13 hinter sich zugesperrt hatte.

Früher war hier eine Steckdose. Solche Details sollen auch nach der Sanierung sichtbar bleiben. Sie zeigen, dass das Haus Geschichte hat.
Daniela Lottmann

Früher war hier eine Steckdose. Solche Details sollen auch nach der Sanierung sichtbar bleiben. Sie zeigen, dass das Haus Geschichte hat.

 

Noch staubt es hier, noch riecht es nach Malerarbeiten, Putz und Baustelle. Aber in ein paar Wochen sollen hier wieder die Telefone schrillen und Tastaturen klimpern. Die gröbsten Arbeiten sind bereits fertig, jetzt werden noch Wände gestrichen, Böden verlegt und Türen eingebaut. Heyden-Linden von der Hamburger Immobilienfirma Heyden-Linden & Partner plant seit Februar 2020 den Neustart der alten Gemäuer. Als es damals zum Verkauf stand, gab es mehrere Interessenten. „Wir waren die einzigen, die es nicht abreißen und einen Neubau draufsetzen wollten”, sagt Heyden-Linden. Wäre ein Neubau aber nicht leichter gewesen?

Dieses Haus hat viel erlebt. Es erzählt auch ein Stück die Geschichte der Stadt. Victoria Heyden-Linden, Heyden-Linden & Partner Immobilien Hamburg
 

Das alte Gemäuer wird rausgeputzt

Die Elmshorner Nachrichten zogen Ende 2009 aus diesen Räumen aus. Zu eng, zu antiquiert hieß es damals. „Die erste Frage, die uns von ihren Kolleginnen gestellt wurde: Gibt es eine Toilette?”, sagt Heyden-Linden und lacht dabei vermutlich unter der Corona-Maske. Eine Toilette gab es früher nämlich nur auf dem Hof. Nur die Verlagsleitung hatte Sanitärräume im Vorderhaus. Jetzt wurden Kolleginnen und die heutige Verlagsleitung beruhigt: An Sanitäreinrichtungen wurde gedacht. Doch das alte Toilettenhäuschen harrt trotzdem noch im Hof.

Hier ein Vergleich zwischen früher und heute. Das Klohäuschen macht einen eher traurigen Eindruck.

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„Das soll so nicht bleiben”, sagt Heyden-Linden. Aber auch das alte Häuschen will die Unternehmerin nicht abreißen lassen. Sanieren und Umnutzen ist der Plan. Am liebsten sähe sie dort ein kleines Café. „Das würde wunderbar zu dem kleinen Park passen”, sagt Heyden-Linden und zeigt auf das Probstenfeld.

Viele Originale bleiben erhalten

Nun wird das Gebäude wieder schick gemacht. Modern soll es sein und trotzdem seinen alten Charme nicht verlieren. Heyden-Linden, die sich auf die Instandsetzung von alten Gebäuden spezialisiert hat, will deshalb viel Altes bewahren. Die alte Tür zum Beispiel, die geziegelten Wände im Flur oder Teile der alten Deckenpanelen. Auch ein Schild, das dem Original nachempfunden ist, soll wieder über die Tür: Elmshorner Nachrichten. Damit jeder in der Stadt weiß: Die EN sind wieder zu Hause.

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