Elmshorner Frost-Hochhaus : „Wir hatten zehn Wochen lang keine Heizung“

Mussten zehn Wochen lang frieren: Manuela Wendt und Maik Tantow mit Paul (3) und Finja (4).

Mussten zehn Wochen lang frieren: Manuela Wendt und Maik Tantow mit Paul (3) und Finja (4).

Jetzt reagiert der Vermieter Vonovia – doch zufrieden sind die Mieter noch nicht. Die Wohnanlage hat noch weitere Schäden.

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13. Dezember 2017, 19:03 Uhr

Elmshorn | „Ich war immer froh, wenn die drei Kinder in der Kita oder in der Schule waren und nicht hier in der Kälte sitzen mussten. Wir hatten zehn Wochen lang keine Heizung.“ Zehn Wochen lang musste die Familie von Manuela Wendt frieren. So lange ist die Heizung in den Hochhäusern in der Elmshorner Beethovenstraße ausgefallen. Bis auf 13 Grad war die Temperatur in der Vier-Zimmer-Wohnung abgefallen. „Wir konnten uns nur noch unter Wolldecken verkriechen“, sagt Wendt. Der dreijährige Paul, der ohnehin an einer Bronchitis leidet, bekam zusätzlich eine Mittelohr- und Bindehautentzündung. Erkältet war sowieso die ganze Familie. „Und meine Älteste wollte nur noch bei ihren Freundinnen sein, wo es warm war“, sagt Wendt.

In dem Hochhaus in der Beethovenstraße in Elmshorn war die Heizung Ende September dieses Jahres ausgefallen.
Cornelia Sprenger

In dem Hochhaus in der Beethovenstraße in Elmshorn war die Heizung Ende September dieses Jahres ausgefallen.

 

Die Hochhäuser an der Beethovenstraße: Seit September ist dort die Heizungsanlage außer Betrieb – bis jetzt. Denn seit Dienstag hat der Hauseigentümer, das Wohnungsbauunternehmen Vonovia, endlich das Ersatzteil für den defekten Wärmetauscher einbauen lassen.  Während es immer kälter wurde und die wochenlangen Hilferufe der Mieter weitestgehend auf taube Ohren  gestoßen sind, haben offenbar die Presseberichte jetzt zum Ziel geführt. Die Elmshorner Nachrichten berichteten Ende November als Erste über die frierenden Bewohner der Beethovenstraße 13 bis 17. Zu diesem Zeitpunkt stellte die Vonovia nach dem Drängen des Hausmeisters ihren Mietern einige Heizlüfter zur Verfügung. Später griffen auch NDR, Bildzeitung und das Abendblatt das Thema auf. Auch Sender  wie RTL und ZDF wollen berichten.

Aber selbst wenn die Heizung jetzt vorerst läuft – zufrieden sind die Bewohner der Hochhäuser deshalb noch lange nicht. Seit einem dreiviertel Jahr gibt es in vielen Wohnungen weder Telefon noch Internet. In einer Wohnung ist seit einem Jahr die äußere Scheibe der doppelt verglasten Fenster kaputt und bei der Familie von Manuela Wendt geht seit dem Einzug im September das warme Wasser im Bad nicht. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Ursache des Heizungsproblems, ein Wasserrohrbruch, nur oberflächlich behoben worden ist. Manuela Wendt: „Wir rechnen jeden Tag damit, dass es wieder kalt wird.“

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