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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 15:07 Uhr

Bielenberg : Wilde Camper im Visier

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Polizeichef lädt Behördenvertreter und Bürgermeister zum Gedankenaustausch ein.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 16:00 Uhr

10 Uhr morgens. Der Blick auf die Elbe ist idyllisch. Wohl auch deshalb hat sich am Bielenberger Hafen jemand häuslich niedergelassen. Es sieht zumindest so aus, denn vor dem Wohnmobil stehen Töpfe mit Kräutern. Das haben Ralf Kist von der Polizei Glückstadt und sein Kollege Henning Hasch von der Wasserschutzpolizei sofort im Blick. Allerdings auch, dass das Fahrzeug dort unerlaubt steht. Denn es ist das Gelände der Wassersportler. Die Kette, die das Areal einzäunt, ist sogar ordentlich eingehängt.

Die Beamten klopfen an die Tür, eine Frau mittleren Alters öffnet und kommt auf Strümpfen heraus. Ralf Kist sagt höflich: „Campen ist hier nicht erlaubt. Sie müssen innerhalb der nächsten halben Stunde wegfahren.“ Die Frau zeigt sich kooperativ und versucht zu erklären, warum sie dort steht: „Die Kette war gestern Abend nicht eingehängt.“ Außerdem würden auf diesem Platz immer Camper stehen. Sie selbst sei aus Kiebitzreihe und müsse sich erholen, ansonsten würde sie mit ihrem Wohnmobil immer in Glückstadt stehen. Der Glückstädter Polizeichef sieht ihr an, dass er sie wohl aus dem Schlaf geholt hat: „Trinken Sie erst in Ruhe Kaffee und fahren Sie dann.“ Kist geht, Hasch spricht weiter mit ihr. Sie fragt ihn: „Sind Sie der neue Hafenmeister?“ Darüber muss der Beamte dann doch schmunzeln.

Die beiden Polizeibeamten sind an diesem Morgen nicht allein vor Ort. Denn Ralf Kist hat Mirko Meyer und Jürgen Luther vom Amt Horst-Herzhorn sowie Ralf Pommerening, Siegfried Bornhold und Andreas Ehmling vom Amt für Küstenschutz sowie Kollmars Bürgermeister Dr. Klaus Kruse zum Gespräch gebeten. Ihre Themen sind nicht nur das wilde Campen.

Die Männer haben sich getroffen, um eine Vielzahl von Problemen anzusprechen. Eines stellt sich für Behörden zurzeit als kaum lösbar dar: Bei schönem Wetter gibt es zu wenig Parkplätze am Bielenberger Hafen, viele parken unerlaubt an der kurvenreichen Straße und im Halteverbot. Und zahlreiche Wohnmobile stehen auf dem Areal des Hafens. „Wir denken über eine Höhenbeschränkung nach. So wie in Brokdorf“, sagt Kist. Diese würde es nur noch Autos erlauben auf den Platz zu fahren.

Diese bringen allerdings oft das nächste Problem mit: Hunde. Tiere, die frei herumlaufen – am Deich und am Strand. „Mit den Haltern zu diskutieren, bringt nichts“, sagt Siegfried Bornhold. Das haben die „hanebüchenden“ Erfahrungen der Mitarbeiter des Amtes gezeigt. „Ein mühsames Geschäft.“ Deshalb wurde die gelbe Karte entwickelt, die den Haltern mitgegeben wird. Sie klärt auf, warum am Deich und Strand die Hunde an der Leine zu führen sind. Das es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Henning Hasch spricht auch noch ein weiteres Thema an: Am Strand von Bielenberg herrscht Badeverbot, weil die Strömung zu gefährlich ist. „Durch die vorbeifahrenden Containerschiffe gibt es einen hohen Sog- und Wellenschlag. Die Schiffe haben hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung.“ Diese sei nicht möglich, damit sie die Fahrzeiten aufgrund der Tide einhalten können. „Die Schiffe haben dadurch nur ein geringes Zeitfenster.“ Mit plakativen Schildern soll auf die Gefahr hingewiesen werden, so die einhellige Meinung aller.

Die Behördenmitarbeiter sind zufrieden mit ihrem ersten Austausch vor Ort und sind sich einig: Solche Treffen um die Probleme zu lösen, werden wiederholt.

 

 

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