Hengstkörung : Wie der Elmshorner Gérard Muffels seine Hengste auf die Zuchtzulassung vorbereitet

Gérard Muffels und United Way meistern bei der Holsteiner Hengstkörung in Neumünster eine wichtige Etappe auf dem gemeinsamen Weg .
Gérard Muffels und United Way meistern bei der Holsteiner Hengstkörung in Neumünster eine wichtige Etappe auf dem gemeinsamen Weg .

Welches seiner Pferde zum Siegerhengst taugt, wagt Muffels nicht zu beurteilen.

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03. November 2017, 16:15 Uhr

Elmshorn | Am Zügel hält Gérard Muffels den zweieinhalbjährigen Hengst United Way. Der Braune gehört zu den acht Junghengsten, die die vergangenen Wochen auf dem Gelände des Holsteiner Verbands verbracht haben. Als Leiter des Hengststalls ist Muffels dafür verantwortlich, die Holsteiner Hengste für die Körung in Neumünster an diesem Wochenende vorzubereiten. Von der Körung hängt es ab, ob ein Pferd für die Holsteiner Zucht zugelassen wird.

„Die acht Hengste hatten, bis sie hier einzogen, nur das Halfter, den Hufschmied und möglichst selten den Tierarzt kennengelernt. Alles, was sie heute können, haben wir ihnen beigebracht“, erklärt Muffels. Die meisten Junghengste kauf t der Verband als Fohlen und zieht sie in der Hengststation in Dägeling auf. „Sechs Junghengste, die bis Dienstag hier waren, gehören dem Holsteiner Verband allein“, sagt Muffels. „Dazu kamen zwei Pferde, die uns gemeinsam mit dem Freiherr von Meerheimb gehören.“

United Way nimmt in der Gruppe eine Sonderstellung ein, denn zu seiner Mutter hat der Holsteiner Verband eine besondere Beziehung. Der Verband kaufte Marassina bereits als junges Pferd und bildete die Stute, nachdem sie als Dreijährige ihr erstes Fohlen zur Welt gebracht hatte, auch aus. Danach wechselte sie höchst erfolgreich in den Sport, denn unter dem Namen Carassina gewann die heute 20-Jährige 2009 das Deutsche Springderby.

„Nach ihrem Karriereende machten wir von unserem Vorkaufsrecht Gebrauch und holten sie wieder zurück nach Dägeling.“ Auch der Vater des Köranwärters United Way gehört dem Holsteiner Verband. Uriko ist Vater des Siegerhengstes 2017 und auch im Sport erfolgreich. Somit ist der Name United Way bei dem braunen Hengst in mehrfacher Hinsicht Programm. Der gemeinsame Weg endet auch nicht mit der Körveranstaltung. United Way ist unverkäuflich und wird nach Elmshorn zurückkehren.

Welches seiner Pferde zum Siegerhengst taugt, wagt Muffels nicht zu beurteilen. „Die Richter wollen einen Hengst sehen, der sich selbstbewusst präsentiert und die Veranlagung und Abstammung hat ein gutes Sportpferd zu werden und diese Eigenschaften an seine Nachkommen weitergibt.“ Der Holsteiner Verband setzt auf acht Hengste, die jeweils einen anderen Vater haben.

„Es gibt den Idealhengst genauso wenig wie den idealen Reiter. Denn es muss eine Bandbreite geben, die den unterschiedlichen Erwartungen und Wünschen gerecht wird“, sagt der gebürtige Niederländer, der 1985 bei der Vielseitigkeitsreiter-Legende Herbert Blöcker seine Ausbildung zum Pferdewirtschaftsmeister beendete und den Weg zum Holsteiner Verband fand. Wie weit seine Identifikation mit seinen Pferden geht, zeigt sich daran, dass der 56-Jährige ausführlich Auskunft über den Charakter, die Vorzüge und Genetik jedes seiner Schützlinge geben kann. „Über Pferde kann ich immer reden“, lacht er. Da ist es nur logisch, dass Muffels mit seiner Familie oberhalb des Hengststalls wohnt und immer nah an seinen Hengsten dran ist. Auch in Neumünster, wo er mit seinen Hengsten mitfiebert.

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