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Privatbesitz Fabio Vittoria

Neue Serie: Häuser, Menschen, Geschichten : Wie der Cappuccino nach Elmshorn kam

Als Eis zum Verkaufsschlager in der Elmshorner Fußgängerzone wurde: Das Eiscafé Vittoria in der Königstraße 48.


von
10. April 2019, 16:00 Uhr

Elmshorn | Das Industriemuseum Elmshorn organisiert mit vielen Partnern im Rahmen des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projekts „Königstraße Elmshorn – 773 Schritte durch die Zeit“ Ausstellungen, Veranstaltungen und Aktionen. In der Reihe „Häuser – Menschen – Geschichten“ stellt Museumsmitarbeiterin Christiane Torzewski  für shz.de Häuser Persönlichkeiten und Hintergründe rund um die Gebäude der Einkaufsstraße im Herzen der Stadt vor.

Ein Cappuccino im Eiscafé Vittoria – für viele Gäste aus Elmshorn und dem Umland verheißt ein Besuch in der Königstraße 48 Genuss, Gastfreundschaft und entspanntes Verweilen. Dabei ist auch der regelmäßige Aufenthalt, inklusive Schnack mit dem Chef, Fabio Vittoria, ein beliebtes Ritual. Für das Projektteam von „Königstraße Elmshorn – 773 Schritte durch die Zeit“ außerdem ein guter Grund, einmal genau hinzusehen, wie Cappuccino und italienisches Eis nach Elmshorn kamen.

Der Koch des Sonnenkönigs

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Genau genommen beginnt diese Geschichte im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts in Paris. Dort hatte ein italienischer Koch die Idee, Kaffee und Gefrorenes an einem Ort anzubieten. So servierte Francesco Procopio dei Cultelli, einer der Köche des Sonnenkönigs Ludwig XIV, in einem Pariser Kaffeehaus erstmals auch Speiseeis. Seine Idee kam so gut an, dass sie sich schnell in europäischen Kaffeehäusern durchsetzte.

In Italien hat die Speiseeisherstellung Tradition. Etwa seit Ende des 19. Jahrhunderts brachten italienische Eismacher ihr Gefrorenes nach Deutschland. Um 1900 gab es in der Elmshorner Königstraße vier Kaffeehäuser, doch ist unbekannt, ob dort bereits Speiseeis verkauft wurde. Sicher ist, dass auf dem Holstenplatz 1951 mit dem „Eisbär“ eine Café-Bar und die erste ortsfeste Eisdiele Elmshorns eröffnete.

Am 15. März 1961 gründete Angelo Vittoria in der Königstraße 48 seine Eisdiele, die er später zum Eiscafé umbenannte. Den „Eisbär“ gab es damals schon nicht mehr, einziger Konkurrent war das Eiscafé Martensen am Alten Markt 18.

Eis war zu jenem Zeitpunkt ein echter Verkaufsschlager: 1962 gab es schon drei weitere Eiscafés: in der Mühlenstraße, der Peterstraße und der Holstenstraße. Einige Jahre später hatten auch diese geschlossen. Angelo Vittoria blieb und bewies nicht nur Geschäftssinn sondern brachte auch italienisches Lebensgefühl in die Königstraße. Als diese 1972 zur Fußgängerzone umgebaut wurde, bot er Sitzplätze im Freien an. Das hatte es zuvor noch nicht gegeben! Auch italienische Heißgetränke waren damals in Elmshorn noch nicht verbreitet. Bis Angelo Ende der 1960er Jahre in die Espressomaschine E 61 investierte und sein Angebot nach und nach um Cappuccino, Caffè Latte und Latte Macchiato erweiterte.

Dass er seinen Traum von der eigenen Eisdiele ausgerechnet in Elmshorn verwirklichte, ist der günstigen Marktsituation, viel mehr jedoch seiner Herkunft und einem glücklichen Zufall zu verdanken.

"Gellatieri" aus Val di Zoldo

Wie rund 75 Prozent der heutigen etwa 3000 italienischen Eismacher in Deutschland, die im Italienischen „Gelatieri“ heißen, stammt Familie Vittoria aus Val di Zoldo, zwei Tälern in den südlichen Dolomiten. Schon Angelos Großvater Rodolfo verkaufte ab 1928 in dem bei Touristen beliebten Urlaubsort Porlezzo, der an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz liegt, selbst gemachtes Speiseeis – auf einem Eisfahrrad, wie dies damals noch üblich war.

Nach Deutschland kam Angelo 1937. In Halle eröffnete er ein Jahr später eine Eisdiele. 1939 wurde er jedoch als Soldat eingezogen und musste zurück nach Italien. Vom Kriegsgeschehen mitgenommen, ließ ihn die Leidenschaft für die Eisherstellung dennoch nicht los: Auch seine Frau Elena Sagui, die er 1953 heiratete, kam aus einer Gelatieri-Familie.

Ende der 1950er Jahre machte sich Angelo von Italien aus auf, um in Deutschland ein geeignetes Ladenlokal zu suchen. Dabei fuhr er mit dem Motorrad quer durchs Land. Dass er ausgerechnet in der Königstraße 48 fündig wurde, wo wenige Jahre zuvor noch „Moto-Hauschildt“ Räder und Motorräder verkauft hatte, ist ein schöner Zufall. Der uns zur nächsten Geschichte rund um das Haus Königstraße 48 führt. Eine Geschichte, die wir in einem der folgenden Beiträge erzählen werden.


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