Wie aus der Weltmeisterschaft ein Nachbarschafts-Event wurde

Hans Jürgen Stammer fühlte sich von der Deutschen Nationalmannschaft im Regen stehen gelassen.
Hans Jürgen Stammer fühlte sich von der Deutschen Nationalmannschaft im Regen stehen gelassen.

shz.de von
03. Juli 2018, 17:15 Uhr

Sein Herz gehört den Amateuren. „Ich bin zu 80 Prozent meiner Gedanken und Leidenschaft bei den Fußballern der SV Halstenbek-Rellingen“, sagt Hans Jürgen Stammer.

Alle vier Jahre wird der Präsident des Vereins am Lütten Hall allerdings ebenso zum glühenden Anhänger der deutschen Nationalmannschaft. „Wir haben 2014 eine so tolle Weltmeisterschaft erlebt, nicht nur aufgrund der Spiele und des Titelgewinns, sondern auch wegen der Atmosphäre in der Nachbarschaft“, erklärt Stammer. Auch vor der WM in Brasilien fieberte der 69-Jährige bei großen Turnieren stets mit der DFB-Elf mit, die Tage im Juni und Juli 2014 seien laut Stammer jedoch etwas ganz Besonderes gewesen.

Gemeinsam mit seiner Frau lud Stammer zahlreiche Freunde und Nachbarn zum Spiel der deutschen Mannschaft zu sich nach Hause in Waldenau ein. Aus einer einmaligen Sache entwickelte sich eine Tradition. „Wir haben einige fußballbegeisterte Freunde in der Nachbarschaft. Bei einem Tor der deutschen Mannschaft wurde immer wieder eine Rakete in die Luft geschossen oder es ertönte aus der Ferne eine Schiffssirene“, schmunzelt Stammer. Farbenfroh in „schwarz-rot-gold“ waren stets kleine Leckerbissen vorbereitet. Die Spiele der deutschen Elf waren ein echtes Event und der Erfolg tat sein übriges.

2018 traf man sich erneut im Hause Stammer, die Stimmung war jedoch wesentlich bedrückter. „Das waren schlimme Spiele. Wie man als amtierender Weltmeister so auftreten kann, ist mir ein Rätsel“, hadert der HR-Präsident, dessen Ligamannschaft in der kommenden Landesliga-Saison erneut oben angreifen will.

Lediglich der 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden, den Stammer aufgrund einer Einladung nicht in den eigenen vier Wänden sondern auf einem Schiff verfolgte, war ein Lichtblick. „Insgesamt war das viel zu wenig“, so der 69-Jährige, der trotzdem auch bei der kommenden WM wieder zum Nachbarschaftstreffen einladen wird.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen