Wie aus Architekten Sieger werden

Auch Stefan Waselowsky und Professor Bernhard Winking (im Vordergrund links und rechts) vom siegreichen Architektenbüro Winking Froh Architekten saßen im Publikum.
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Auch Stefan Waselowsky und Professor Bernhard Winking (im Vordergrund links und rechts) vom siegreichen Architektenbüro Winking Froh Architekten saßen im Publikum.

Wettbewerb Die drei besten Entwürfe für das neue Rathaus wurden am Dienstag den Elmshorner Bürgern im Kollegiumssaal vorgestellt

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21. Dezember 2017, 16:51 Uhr

Immer mehr Stühle trugen Rathausmitarbeiter am Dienstagabend in den Kollegiumssaal. Das Interesse der Bürger an den drei siegreichen Entwürfen für das neue Rathaus war riesig. Und doch mussten sich die Besucher noch etwas gedulden, bis sie zum ersten Mal die Modelle und Zeichnungen zu Gesicht bekamen. Denn Uwe Drost vom wettbewerbsbegleitenden Büro Drost Consult nutzte die Gelegenheit, die Juryentscheidung an mehreren abgelehnten Entwürfen transparent zu machen.

Insgesamt hatte die Jury, bestehend aus Fachleuten, Vertretern aus Politik und Verwaltung, im zweistufigen Wettbewerb 55 Skizzen begutachtet. Einige waren aussortiert worden, weil ein zentraler Eingang zum Buttermarkt nicht vorhanden war, bei anderen war die Bürolandschaft zu flexibel gestaltet oder die vorgegebene Carré-Form nicht eingehalten worden. Im Juli entschied sich die Jury dann für zwölf Entwürfe, Anfang Dezember kürten sie die drei Sieger.

„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass unsere Sieger namhafte Architekten sind“, sagte Uwe Drost und enthüllte die drei Entwürfe, die die EN bereits in der gestrigen Ausgabe ausführlich vorgestellt haben. Bis März wird sich die Stadtverwaltung mit den Wettbewerbsteilnehmern zusammensetzen und Punkte vergeben in Kategorien wie Flexibilität für Änderungswünsche oder gute Zusammenarbeit. Rein rechnerisch könnte auch das drittplatzierte Architektenbüro das Rennen machen – auch wenn die Nummer Eins, die Winking Froh Architekten GmbH, die Nase vorne hat.

Der neue Kollegiumssaal hebt sich in diesem Entwurf deutlich vom Gebäude ab, in dem seine Fensterfront leicht zurückgesetzt ist. Darunter gibt es im Erdgeschoss Kolonnaden, die Besucher vor Regen schützt, und im Inneren eine große Eingangshalle. „Ein Rathaus ist mehr als ein Zweckbau“, erklärt Stefan Waselowsky vom Architekturbüro. „Dort können sich Besucher und Mitarbeiter begegnen.“ Für Waselowsky und seine Kollegen ist das Rathaus bereits die dritte architektonische Annäherung an Elmshorn. Beteiligt hatte sich das Büro, das bereits die Rathäuser von Husum und Wedel entworfen hat, an den Wettbewerben für Buttermarkt und Hafen und für die Klappbrücke. „Das Entwicklungspotential ist in Elmshorn sehr groß“, sagt Waselowsky. In dem vernachlässigten Bereich um die Krückau könne viel passieren, „für uns ist das eine tolle Möglichkeit.“ Mit einer Kombination aus roten Ziegeln und in bestimmten Bereichen abgesetzten helleren Ziegeln wolle man sich nach skandinavischem Vorbild an die am Buttermarkt vorhandenen Materialien anpassen und gleichzeitig zeigen, dass eine Fassade mehr sein kann als eine Wand mit Fenstern.

Bei den Besuchern im Saal kam der Entwurf überwiegend gut an. Zumindest wurde keine grundlegende Kritik laut. Wichtig ist es den Bürgern, weiterhin mitreden zu können. So fragte ein Besucher besorgt nach der Form des Dachs. Bürgermeister Volker Hatje konnte ihn beruhigen: Obwohl das Rathaus ein Flachdach haben wird, gibt es eine leichte Neigung, damit das Wasser abfließen kann. Jetzt bleibt spannend, ob der Siegerentwurf tatsächlich in drei Jahren gebaut wird.

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