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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 00:55 Uhr

Westerhorn: Zank um Zaun - Runde zwei

vom

Anlieger der Gärtnerstraße protestieren für Aufbau einer Absperrung zwischen Bahntrasse und Wohngebiet

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Westerhorn | Westerhorns Bürger machen gegen die Deutsche Bahn mobil (wir berichteten). Am Sonnabend nun demonstrierten rund 50 Anwohner für einen Schutzzaun zwischen Gärtnerstraße und Bahnstrecke. Aufgerufen zur Protestaktion hatte die Freie Wählergemeinschaft Westerhorn (FWW). "In Teilen liegt die Trasse direkt an der Gärtnerstraße völlig ungeschützt", hatte FWW-Schriftführerin Jutta Stremmel die Aktion im Vorfeld erklärt. Dabei sei die Strecke Hamburg-Kiel, an der Westerhorn liegt, eine der meist befahrenen im Land.

Zu den Protestlern, die sich am Wochenende trafen, gehörte Sönke Jacobsen. Der 39-Jährige wohnt seit 2003 an der Gärtnerstraße und hat zwei kleine Kinder. "Meine Töchter sind fünf und zwei Jahre alt", so Jacobsen. Und schon einige Male habe er Angst davor gehabt, "dass sie sich in einem unbeobachteten Moment selbstständig machen" und über die Bahn laufen könnten. Für völlig inakzeptabel hält der 39-Jährige die Tatsache, "dass sich der Zustand seit zehn Jahren nicht verändert hat". Damals wie heute sei die Bahnstrecke nicht durch einen Zaun vom benachbarten Wohngebiet abgetrennt.

Statt eines Zaunes weht zurzeit an der Bahnlinie lediglich ein rot-weißes Absperrband im Wind. Auch Westerhorns Bürgermeister Bernd Reimers (CDU) würde den Zustand lieber heute als morgen geändert sehen. Doch es sei nicht leicht, bei der Bahn einen Ansprechpartner zu finden, der sich der Sache auch ernsthaft annehme. Der Aussage von Bahn-Pressesprecherin Sabine Brunkhorst in den EN, es habe aus Westerhorn vor Jahren nur eine lose Anfrage gegeben, widersprach er energisch. Die letzte schriftliche Anfrage sei am 22. Februar auf den Weg gebracht worden, ein Erinnerungsschreiben am 25. April. Eine Antwort von Seiten der Bahn stehe nach wie vor aus.

Dass sich Bahn-Pressesprecherin Brunkhorst auf Anfrage unserer Zeitung gesprächsbereit gab ("Wir werden eine Lösung finden, sodass der Zaun an der Grundstücksgrenze errichtet werden kann"), nahmen Reimers und die FWW-Vertreter wohlwollend zur Kenntnis. Allein auf diese Aussage verlassen wollen sie sich aber nicht.

So wurde ein offener Brief an Bahn-Vorstand Rüdiger Grube verfasst, der von den Protestlern unterzeichnet wurde. In dem Brief heißt es unter anderem: "Wir bitten Sie dingend, jemanden in Ihrem Unternehmen zu beauftragen, sich mit unserem Anliegen ernsthaft zu befassen und die Genehmigung zum Zaunbau zu erteilen. Wir möchten in diesem Sommer unsere Kinder ohne flaues Gefühl draußen spielen lassen."

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