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Elmshorner Nachrichten

11. Dezember 2017 | 22:34 Uhr

Wer spricht denn mit seinen Blumen?

vom

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neulich, in einem großen Pflanzencenter am Rande der Stadt, da hörte ich eine Frau sagen: "Ich spreche ja immer mit meinen Blumen, meist beim Gießen. Dadurch wachsen sie viel, viel besser!" Mit Blumen zu sprechen - das schien mir bisher eigentlich eine recht einseitige Unterhaltung zu sein. Doch wenn die Pflanzen mit einem besseren Wachstum, schöneren Blüten, grüneren Blättern und kräftigeren Trieben antworten, wäre das ja in der Tat ein lohnender Dialog.

Daraufhin habe ich mich einmal umgehört - bei Floristen in der Stadt und an den Blumenständen auf dem Buttermarkt, in Gärtnereien der Umgebung und bei Hobbygärtnern. Und natürlich - wen wunderts - scheiden sich die Geister bei dieser Frage: "Natürlich hilft es, mit seinen Blumen zu sprechen!" ist die eine Position - mit der Begründung, dass sich eine Pflanze wie jedes andere lebende Wesen über Aufmerksamkeit freut und dadurch besser gedeiht. Die Skeptiker dagegen meinen bestenfalls, dass der Glaube bekanntlich Berge versetze und man sich die positive Wirkung eines Plausches mit seinem Blumen nur einbilde.

Manche bemühen sogar die Wissenschaft: Das Sprechen bewirke, dass die Pflanzen durch die Atemluft mit mehr Stickstoff versorgt werden, und der beflügelt das Wachstum, erklärt ein Hobby-Gärtner. Und im Internet wird sogar über ein Schulexperiment berichtet, bei dem zwei identische Pflanzen regelmäßig gegossen werden, die eine dann sozusagen links liegen gelassen und mit der anderen immer wieder gesprochen wird. Das Experiment soll ergeben, dass die Pflanze, der man mehr Aufmerksamkeit schenkt, besser wächst. Das soll übrigens auch funktionieren, wenn das Zimmergrün mit klassischer Musik berieselt wird. Andere Blumenliebhaber berichten davon, dass es bei ihnen zu Hause grünt und blüht wie wild - sie aber noch nie das Wort an ihre Pflanzen gerichtet haben. In einem Blumenladen schließlich meinte jemand, der mit menschlichen Gesprächspartnern offenbar schlechte Erfahrungen gemacht hat: "Warum nicht mit Blumen reden? Die widersprechen einem nicht und sind nie beleidigt!" Letzteres allerdings scheint mir widerlegt zu sein: Einer meiner Nachbarn wollte es nämlich ganz genau wissen und hat die Probe aufs Exempel gemacht. Er hat im letzten Herbst das Unkraut, das in seinem Garten spross, so richtig beschimpft und nach Strich und Faden beleidigt. Und der Erfolg? Er schwört Stein und Bein, dass sein Garten in diesem Frühjahr unkrautfrei sei. Jetzt wollen natürlich alle von ihm wissen, was genau er dem Unkraut an den Kopf geworfen hat. Doch das mag er nicht wiederholen. . .

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