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Elmshorn : Wer nutzt das „Haus der Technik“?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Neues Pumpenhaus: Techniker geben Vorgaben. Politiker diskutieren Varianten für obere Stockwerke. Vorschlag bei Bürgeranhörung.

Elmshorn | Über die Gestaltung der Fassade des geplanten Pumpenhauses auf Vormstegen ist während der jüngsten Bürgeranhörung viel gesprochen worden. Weniger intensiv verlief die Debatte um die künftige Nutzung des ersten öffentlichen Neubaus im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen. Dabei sind die Fragen in diesem Bereich auch möglichst schnell zu lösen, damit spätestens im August die Tiefbauarbeiten beginnen können.

Fest stehen die Vorgaben der Stadtentwässerung und der Stadtwerke in puncto Technik: Die Kanalwerke müssen dabei zum Beispiel tief ins Erdreich gehen. „Es wird ein riesiges Betonbecken gebaut, das bis in acht Meter Tiefe geht“, erläuterte Joachim Grafe, Leiter der Stadtentwässerung. Denn unter der Erde finden nicht nur Pumpen Platz, sondern auch Speicher für Ab- und Regenwasser. Weil die Regenwasserpumpen später einmal – auch bei Flut – bis zu 2000 Liter pro Sekunde in die Krückau drücken sollen, wird ein unterirdischer Speicher von 200 Kubikmetern Größe benötigt. Die Gefahr von Überschwemmungen im Sanierungsgebiet und in Teilen des südlichen Stadtgebiets wird dadurch deutlich verringert.

Außerdem sollen mit den Pumpen das Firmengelände von Peter Kölln (auf Kosten des Unternehmens) und das Südufer entwässert werden. Neben Anlagen für die Ab- und Regenwasserentsorgung wird im Erdgeschoss auch ein großer, gut 270 PS starker Notstromaggregat nebst Dieseltank aufgestellt. „Ein mächtiges Teil“, wie Grafe berichtete.

Das Aggregat soll auch das später gegenüber liegende Elmshorner Rathaus im Notfall versorgen – was der Stadt nicht wenig Geld spart. Und: Aufgrund der Mitnutzung des Erdgeschosses durch die Stadtwerke (Trafos, Lichtwellenanlagen) kann ebenfalls Geld gespart werden. „Wir können eine etwa 4000 Euro teure Schaltanlage gemeinsam nutzen und müssen nicht zwei davon kaufen“, so Olaf Deich, Bereichsleiter Technik beim städtischen Versorgungsunternehmen.

Kompliziert wird es mit den beiden oberen Stockwerken. Die Stadtentwässerung benötigt sie nicht, darf aus ihrem Gebührenhaushalt auch nur bauen, was notwendig ist – also den Keller und das Erdgeschoss auf einer Grundfläche von etwa 31 Metern Länge und neun Metern Breite. Ein Gebäude mit drei Geschossen ist aber notwendig, um die stadtplanerischen Vorgaben einzuhalten. Dies ist auch der Wille der Politiker.

Städtische Nutzung oder eine private?

Es könnten also die Stadt oder auch ein Investor die zwei Geschosse – in etwa wie ein Penthouse bei anderen Gebäuden – auf die Technikräume im Erdgeschoss setzen. Die Stadt könnte die beiden Etagen selbst nutzen oder dauerhaft vermieten. Bei der Verwendung der Räume in exponierter Lage mit Blick auf den Hafen und den Buttermarkt mit seiner Markthalle wären viele Ideen denkbar: Vermietung an die Gastronomie genauso wie an Organisationen wie den Stadtmarketingverein als repräsentativen Geschäftssitz mitten in der Stadt. In eigener Regie könnte die Stadt auch Büros und /oder Veranstaltungsräume für Vereine und Verbände schaffen. Der Vorteil: Die Räume könnten unabhängig von den Öffnungszeiten des Rathauses genutzt werden.

Während der Öffentlichkeitsveranstaltung kam aus dem Publikum lediglich ein konkreter Nutzungsvorschlag: Karl Heinz Kuhlemann, langjähriger Leiter des Elmshorner Stadtarchivs, möchte gern das Archiv mit seinen wichtigen Dokumenten der Stadtgeschichte in dem Neubau untergebracht wissen. Der Grund für Kuhlemanns Wunsch: Der jetzige Archivplatz im Keller der Weißen Villa in der Schulstraße sei „vollkommen ungeeignet“, weil die Fotos und Dokumente dort einerseits durch Hochwasser, andererseits durch alte Ver- und Entsorgungsleitungen des Hauses bedroht seien.

Die Nutzung des Erdgeschosses steht so gut wie fest. Links und rechts vom Treppenhaus mit Fahrstuhl sind technische Einrichtungen der Stadtentwässerung und der Stadtwerke untergebracht. LWL-Raum steht für Lichtwellenleiter-Raum (Technik für das Internet-Datennetz der Stadtwerke), im „Lager Stöpen“ ist das Material untergebracht, um das Gebäude gegen Fluten zu schützen.  (Quelle: Stadt Elmshorn)
Die Nutzung des Erdgeschosses steht so gut wie fest. Links und rechts vom Treppenhaus mit Fahrstuhl sind technische Einrichtungen der Stadtentwässerung und der Stadtwerke untergebracht. LWL-Raum steht für Lichtwellenleiter-Raum (Technik für das Internet-Datennetz der Stadtwerke), im „Lager Stöpen“ ist das Material untergebracht, um das Gebäude gegen Fluten zu schützen. (Quelle: Stadt Elmshorn)
 

Wollen die Politiker keine Vermietung oder Eigennutzung, könnten sie versuchen, einen Investor für das Projekt zu finden, der dann dort in seinem Sinne den Platz zum Beispiel als Büro- oder Praxisräume nutzt.

Wie letztlich verfahren werden soll, steht noch nicht fest. Zurzeit wird in den Fraktionen über die Fragen rund um das „Haus der Technik“ beraten. Danach steht das Thema wieder im Ausschuss für Stadtentwicklung am Donnerstag, 26. März, auf der Tagesordnung. Die Sitzung beginnt ausnahmsweise bereits um 17 Uhr im Sitzungssaal der Weißen Villa, Schulstraße 36. Das Treffen der Kommunalpolitiker ist öffentlich, das heißt, Zuhörer sind willkommen. Sie können wie immer zu Beginn der Sitzung während der Fragestunde auch das Wort ergreifen.

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erstellt am 25.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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