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Tourismus in der Krückaustadt : Wer macht eigentlich in Elmshorn Urlaub?

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

2016 verzeichnete die Krückaustadt 51747 Übernachtungen. Vor allem bei Geschäftsleuten und Fahrradfahrern beliebt.

Elmshorn | Die Krückaustadt als Ferienziel? Bei den meisten Elmshornern würde dieser Gedanke wohl höchstens eine hochgezogene Augenbraue hervorrufen. Klar, hier übernachten Hamburg-Urlauber, denen die Hotels in der Metropole zu teuer sind, Fachkräfte auf Montage und Gäste von Familienfeiern. Aber Urlauber?

Natürlich kann Elmshorn nicht in einer Liga mit Urlaubsregionen wie Sylt oder St. Peter-Ording mitspielen. Das ist auch Jürgen Schumann, zweiter Vorsitzender des Verkehrs- und Bürgervereins, bewusst. „Allerdings verzeichnen wir vermehrt Übernachtungen von Fahrradtouristen“, sagt Schumann. „Sie nutzen Elmshorn als Übernachtungsstopp auf einem der großen Fernradwege.“ Besonders beliebt seien kleine Pensionen und möblierte Zimmer.

uebernachtungszahlen

„Die Hotels sind vielen für eine Nacht zu teuer.“ Trotzdem begrüßt auch Claudia Böhm, Inhaberin des Hotels Im Winkel, neben zahlreichen Geschäftsleuten immer mal wieder Fahrradtouristen. „Ganz selten kommen auch Gäste, die zwei Wochen bei uns Urlaub machen“, sagt sie. „Die nutzen Elmshorn dann als Ausgangspunkt und machen Ausflüge nach Lübeck, nach St. Peter-Ording oder nach Hamburg.“ Die meisten Gäste kämen aus Deutschland, nur während des Wacken Open Air, da wird es international im Hotel. „Ich habe schon wieder fürs nächste Jahr elf Zimmer für Wacken-Besucher reserviert“, sagt Böhm.

Und egal ob die Gäste auf dem Ochsenweg oder dem Elberadweg unterwegs sind oder auf Familienbesuch sind – viele kommen in der Touristeninformation des Verkehrs- und Bürgervereins im Torhaus vorbei und informieren sich über die Sehenswürdigkeiten vor Ort. Auf diese Weise wird Elmshorn also – irgendwie – auch zu einem touristischen Ziel.

Und was gibt es für Urlauber in Elmshorn zu sehen? „Ich empfehle gerne unsere schöne Kirche St. Nikolai“ sagt Gabriele Hinzmann, die als Geschäftsführerin des Verkehrs- und Bürgervereins die Besucher der Touristeninformation berät. „Außerdem schlage ich das Industriemuseum und den Wasserturm vor.“ Viele Besucher der Touristen-Information – vor allem die Elmshorner selbst – interessierten sich auch für Ausflugtipps in der Region oder Fahrradkarten. Neben Informationsmaterialien gibt es bei ihr Elmshorn-Souvenirs – besonders beliebt sind die Flaggen mit dem Stadtwappen –, Theaterprogramme, Stadtpläne und vieles mehr. Allerdings wüssten selbst viele Einheimische überhaupt nicht, dass es die Touristen-Information gibt. „Die sind oft ganz überrascht, wenn sie uns finden.“ Hinzmann kommt dann oft mit ihren Besuchern ins Gespräch. Viel Lob gibt es zurzeit für die Stadtgärtner und ihre Bepflanzung der Kreisverkehre und Stadtbeete. Kritik erntet dagegen – immer noch – die Stadtmarke. Hinzmann hat die dazugehörigen Postkarten auf ihrem Tresen liegen. „Viele haben die Idee dahinter noch nicht richtig verstanden, anderen war die Aktion zu teuer oder sie befürchten, das Stadtwappen sollte ersetzt werden“, erklärt Hinzmann.

Die Touristen-Info befindet sich im Torhaus.
Die Touristen-Info befindet sich im Torhaus. Foto: Cormnelia Sprenger
 

Und jetzt Butter bei die Fische – wieviele Gäste kommen überhaupt nach Elmshorn? Das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein hat für das Jahr 2016 für Elmshorn 51.747 Übernachtungen in sechs Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten verzeichnet, im Durchschnitt bleiben die Gäste 2,3 Tage in der Krückaustadt. Damit hat Elmshorn zwar weniger Gäste als Quickborn – von Lübeck oder den Nordseeinseln einmal ganz zu schweigen. Aber Elmshorn schlägt bei den Übernachtungszahlen locker Pinneberg und Itzehoe – und liegt nur knapp hinter Wedel. Insgesamt stehen Gästen in den sechs Elmshorner Unterkünften 361 Betten zur Verfügung. Und die Krückaustadt scheint im Trend zu liegen – im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der Übernachtungen um 11,6 Prozent gestiegen.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 12:00 Uhr

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