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Hilferuf einer Elmshorner Familie : Wer baut unser Haus fertig?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Vater Marko Hein plötzlich Invalide – und das Haus gleicht einer Baustelle. Pastor Torsten Krause: „Ein tragischer Fall“.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 14:00 Uhr

Elmshorn | Das Leben von Tanja und Marko Hein schien perfekt. 2009 lernten sich die Elmshorner kennen. Ein Jahr später folgten Hochzeit und die Geburt von Töchterchen Talida. Zum vollendeten Glück fehlte nur noch ein eigenes Haus.

Das schien kein Problem. Zwar hatte das Paar nicht viel Geld, aber Marko Hein hatte bereits 2003 ein Reihenhaus von seinen Großeltern geerbt. Das stand bislang leer. Als Single hatte der 38-Jährige das renovierungsbedürftige Haus in der Memeler Straße nicht gebraucht. Nun aber sollte es das neue Heim für seine Familie werden. Hein kaufte sämtliches Material und machte sich daran, das Haus nach und nach zu sanieren. Als Dach und Erdgeschoss fertig waren, folgte schließlich im Oktober 2011 der Umzug. Das Glück schien perfekt.

Nur einen Monat später kam die Hiobsbotschaft. Nach drei Bandscheibenvorfällen war der Rücken von Marko Hein völlig kaputt. Diagnose: Spinalkanalstenose. Nichts ging mehr. Es folgten zwei Operationen. Doch gebessert hat sich der Zustand nicht. Hein ist Invalide, kann nichts mehr heben – geschweige denn, das Haus sanieren. Der Traum vom Glück platzte. Die Realität im August 2013 sieht so aus: Die Heins wohnen auf einer Baustelle. Keine Badewanne, keine Dusche, nur das Gäste-WC mit einem kleinen Waschbecken steht der Familie zur Verfügung. Zum Leben bleiben Wohnzimmer, Küche und eine kleine Kammer, in der neben dem Ehebett die Klamotten der inzwischen vierköpfigen Familie lagern – vor anderthalb Jahren kam Tochter Mayla zur Welt.

Die Nerven der Heins liegen blank. Natürlich hätten sie versucht, das Haus mit Hilfe von Freunden und Verwandten fertig zu sanieren. Doch den Helfern fehlten die erforderlichen Kenntnisse. „Da müssen Profis ran. Aber das können wir uns nicht leisten“, sagt Marko Hein.

Er und seine Frau hatten sich schon in ihr Schicksal gefügt, als Freund Thomas Böhnke und Pastor Torsten Krause die Initiative ergriffen. Sie wandten sich an unsere Zeitung mit einem Hilferuf. „Das Schicksal der Heins ist wirklich tragisch. Ich hoffe, dass sich Menschen finden, die aus Nächstenliebe mit anpacken“, sagt der Pastor der Emmausgemeinde. Für die kleinen Kinder sei das Leben auf der Baustelle gefährlich. Krause kennt die Familie gut. Hat nicht nur Tanja und Marko Hein getraut, sondern auch beide Kinder getauft.

Auch Böhnke hofft auf Unterstützung. „Es ist alles da. Werkzeug, Material – das Einzige, was fehlt sind Handwerker“, sagt der Patenonkel von Mayla. Er schätzt, dass man mit vier Helfern das 125 Quadratmeter große Haus innerhalb von fünf bis sieben Tagen fertig stellen kann. Ober- und Dachgeschoss seien von Hein schon 2011 entkernt worden. Seitdem hat sich am Zustand nichts mehr geändert. Die Außenfassade des Hauses ist längst nicht fertig verputzt. Auch die Dämmung fehlt. Als Treppe zum Eingang dient eine provisorische Holzkonstruktion. „Der Zustand ist unhaltbar. Es wäre zu schön, wenn Tanja, Marko und die Kinder Weihnachten in einem fertigen Haus feiern könnten“, sagt Böhnke.

Marko und Tanja Hein mögen gar nicht an ein Happyend glauben. Wenn sie über die zurückliegenden Monate sprechen, kommen ihnen die Tränen. So schön hatten sie sich den Traum vom eigenen Haus vorgestellt. Dass sich dies durch das Rückenleiden von Marko Hein zu einem Albtraum entwickeln würde, hätten sie nie gedacht. „Es wäre unvorstellbar schön, wenn sich Menschen finden, die uns helfen“, sagt Tanja Hein. Wer die Familie unterstützen möchte, kann sich unter 04121-5791818 melden.

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