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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 21:40 Uhr

Weniger Straftaten in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kriminalitätsstatistik Noch keine Trendwende bei Wohnungseinbrüchen / Aufklärungsquote auf 56,3 Prozent gestiegen

Die Stadt Elmshorn als Kriminalitätshochburg im Kreis Pinneberg: Das war laut Statistik auch im vergangenen Jahr wieder so. „Elmshorn ist die sechstgrößte Stadt in Schleswig-Holstein mit einer hohen Bevölkerungsdichte. Elmshorn ist kriminalitätsbelastet“, betonte Kripo-Chef Dietmar Engelhorn. Das sei durchaus normal. Der Blick auf die Zahlen verursacht bei Engelhorn und Elmshorns Revierleiter Thorsten Buchwitz auch keine schlaflosen Nächte. Sie können sogar auf Erfolge verweisen. So sind die registrierten Straftaten im Vergleich zum Jahr 2015 zurückgegangen – und zwar von 4  666 auf 4  432 im Jahr 2016. Die Aufklärungsquote ist gestiegen – von 53,1 Prozent auf 56,3 Prozent. Ein guter Wert. Kreisweit lag die Aufklärungsquote 2016 bei 48 Prozent. Die Elmshorner Polizei kann immer mehr Täter fassen. Seit 2010 – damals lag sie bei 44,2 Prozent – ist die Aufklärungsquote stetig verbessert worden.

Schaut man sich die sogenannte Häufigkeitszahl an – Anzahl der Straftaten hochgerechnet auf 100  000 Einwohner – ist Elmshorn (9  104 Straftaten) im Kreis zwar Spitzenreiter vor Pinneberg (8  103), Uetersen (7  878) und Wedel (6  099). Im Landesvergleich schneiden aber kleinere Städte wie Itzehoe, Rendsburg, Husum, Heide und Schleswig schlechter ab.

80 Kollegen unterstehen Buchwitz, 30 Engelhorn: In Elmshorn – das Revier ist auch für das Umland zuständig – ist ein Polizeischwerpunkt entstanden. Buchwitz spricht von einer hohen Belastung bei einer dünnen Personaldecke. „Aber wir können unsere Aufgaben erfüllen. Es fällt nicht eine einzige Streife aus“, betont der 53-Jährige. Fazit der beiden Beamten: In Elmshorn können die Bürger sicher leben.

Im Fokus der Polizei stehen weiterhin die Einbrüche in Wohnungen. 2016 drangen Täter 102-mal (2015: 97-mal) in Häuser ein. Trotz des leichten Anstiegs sieht Engelhorn Anzeichen für eine Trendwende. „Im Herbst 2016 hatten wir weniger Einbrüche registriert“, betonte der Kripochef. Die Chance, die Täter zu erwischen, ist gering. Nur 4,9 Prozent der Einbrüche konnten aufgeklärt werden.

Bei den Körperverletzungen ist zwar ein Anstieg der Taten zu verzeichnen (von 405 auf 438). Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen ist aber um 17 Fälle zurückgegangen. Auch bei den Raubüberfällen weist die Statistik einen Rückgang von 33 auf 23 Taten aus. In zehn Fällen wurden Bürger Opfer von Raubüberfällen auf offener Straße. 30 Prozent dieser Taten konnten laut Engelhorn aufgeklärt werden.

Wegen Sexualdelikten ermittelten die Beamten 31-mal (2015: 39 Fälle). Zwei mal kam es zu überfallartigen Vergewaltigungen. Ein Täter wurde gefasst. „An der Aufklärung der zweiten Tat arbeiten wir weiter“, versprach Engelhorn.

Eines stellte Buchwitz unmissverständlich klar: Flüchtlinge treten in Elmshorn bei den konventionellen Straftaten nicht in Erscheinung. „Da haben wir fast eine Nulllage.“ Der Revierleiter lobte die Stadt für ihr Konzept der dezentralen Unterbringung dieser Bürger.

Bei den Rauschgiftdelikten verzeichnete die Polizei einen deutlichen Rückgang von 420 auf 254 Taten. „Die Ermittlungsgruppe Rauschgift versucht, an die Dealer ranzukommen. Das ist in vielen Fällen gelungen“, sagte der Kripochef. 90,9 Prozent der Taten konnten aufgeklärt werden.

Als „düsteres Kapitel“ bezeichnete Engelhorn das Kapitel Fahrraddiebstähle. Zwar ist die Zahl der Taten gesunkten. Für den Kripo-Chef ist sie aber weiter zu hoch – und die Aufklärungsquote liegt bei eher frustrierenden 5,5 Prozent. Laut Buchwitz werden vor allem hochwertige Räder geklaut. Besonders im Bahnhofsbereich, im Umfeld der Schule und des Badeparks schlagen die Diebe zu. Insgesamt ist die Zahl der Diebstähle von 1  911 Taten auf 1  842 zurückgegangen. Einen deutlichen Anstieg gab es dagegen bei den Autoaufbrüchen. 150-mal (2015: 114-mal) musste die Polizei ermitteln. Engelhorn sprach von Intensivtätern. „Eine Serie konnten wir aufklären.“

51 Prozent der Straftäter kamen 2016 aus Elmshorn, 32 Prozent aus dem Kreis Pinneberg. Unter den insgesamt 2012 Tatverdächtigen waren 56 Kinder (2,7 Prozent) sowie jeweils 209 Jugendliche und Heranwachsende (10,3 Prozent).

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