Weltweit erfolgreich mit Endoskopen

Betriebsbegehung: EndoChoice-Chef Mark Gilreath (Mitte) informiert sich bei  Stephan Wieth (Geschäftsführer Elmshorn) und  Techniker Philip Twisselmann über den hohen Qualitätsstandard der Elmshorner Betriebsstätte. Krosta
Betriebsbegehung: EndoChoice-Chef Mark Gilreath (Mitte) informiert sich bei Stephan Wieth (Geschäftsführer Elmshorn) und Techniker Philip Twisselmann über den hohen Qualitätsstandard der Elmshorner Betriebsstätte. Krosta

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02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Elmshorn | Die weltweite Medizintechnik wird in den nächsten Jahren trotz Finanz- und Staatsschuldenkrise weiter florieren und eine der wachstumsstärksten Branchen bleiben. Gesundheit ist und bleibt gefragt. Moderne Medizintechnik aus Elmshorn ist zu einem unverzichtbaren Begleiter für Ärzte weltweit geworden. Das hat auch das amerikanische Technologie-Unternehmen EndoChoice erkannt. Die Firma aus Alpharette (USA) hat den Elmshorner Endoskopspezialisten RMS übernommen und stellt Millionen für den Ausbau des Geschäftes bereit. Bis zum Jahr 2017 soll der Standort in Elmshorn deshalb um 145 Arbeitsplätze aufgestockt werden.

RMS wurde 1995 gegründet und entwickelt, fertigt und repariert Videoendoskope. "Weltweit gibt es nur eine handvoll erfolgreicher Hersteller von flexiblen Endoskopen. Vornehmlich im asiatischen Raum. Wir in Elmshorn gehören mit zum Kreis der Besten. In Deutschland sind wir das Top-Unternehmen", erklärt RMS-Gründer Stephan Wieth selbstbewusst.

Die Marktpräsenz ist nur ein Grund für das Interesse an seiner Firmer seitens Endochoice. Ein weiterer: RMS und Forschungs-Partner Peer Medical aus Israel haben eine Geräte-Revolution auf dem Gebiet der Endoskopie bis zur Marktreife entwickelt - das Full Spectrum Endoscope. "Stephan und sein äußerst erfahrenes Team haben eine erstklassige Anlage zur Herstellung von Endoskopen aufgebaut. Das neue Full Spectrum Endoscope ist die bedeutendste Neuerung in der Endoskopie seit Jahrzehnten und wird von RMS hergestellt werden", betont Mark Gilreath, Gründer und Chef von EndoChoice. "Wir haben viel Mühe, Zeit und Geld in das neuen Endoskop gesteckt, Nerven strapaziert und sind schweißgebadet zum Durchbruch gelangt. Diese neuen Endoskope sind eine Revolution am Markt", sagt Wieth. Die Geräte werden im Hals- und Rachenbereich sowie für Darmuntersuchungen eingesetzt.

Wieth und Kollegen planen Großes: "Das Endospkop ist erst der Anfang. Wir werden auch aus Elmshorn heraus den Markt der flexiblen, medizinischen Endoskope weltweit beeinflussen. Allerdings ist Wieth vorsichtig in seiner Euphorie und schätzte die Chancen der alleinigen Vermarktung der Technologien von RMS und Peer wirtschaftlich objektiv und mit unternehmerischen Weitsicht ein: "RMS war weltweit zu klein aufgestellt, um Vertrieb und Marketingaktivitäten erfolgreich durchführen zu können. Mit EndoChoice haben wir eines der zurzeit erfolgreichsten Medizinunternehmen gefunden, das die Ziele sowohl unserer als auch der Peer medical mitträgt und unterstützt." Wieth weiter: Endochoice habe weltweit alle Instrumente und Kompetenzen, unsere Produkte erfolgreich am Markt zu verkaufen.

Das belegen auch US-Berichte. EndoChoice ist laut Angaben des Fachblattes Inc. Magazine das am schnellsten wachsende Unternehmen in den USA mit Schwerpunkt Medizintechnik. Die Übernahme der Elmshorner und israelischen Betriebe wurde mittels einer Finanzierungsrunde möglich, die EndoChoice Kauf und zukünftige Expansion der Geschäftsfelder ermöglichen. Finanzierungs-Partner ist die kalifornische Beteiligungsgesellschaft Sequoia Capital, die über Investoren 43 Millionen Dollar (31,5 Millionen Euro) bereitstellt. "Mit Sequoia Capital ist ein exzellenter Venture-Capital-Geber gefunden, der bereits Apple Computer, Google oder auch Netzwerkspezialist Cisco zum Marktdurchbruch verholfen hat", sagt Wieth.

Durchbruch ist das Stichwort für Wieth, der als RMS-Gründer zukünftig die Geschäftsführerposition der Elmshorner EndoChoice-Niederlassung einnimmt. Die Elmshorner suchen mit Nachdruck erfahrene Ingenieure und Techniker, welche die umfangreiche Expansion in den kommenden Monaten unterstützen sollen. Wieth dazu: "Wir suchen Mitarbeiter in der Produktion, Manager, die vom Einkauf bis zum Vertrieb Produkte begleiten, Feinmechaniker, Handwerker. Hervorragend geeignet für die Produktion sind die Berufsgruppen der Feinwerktechniker, Zahntechniker oder auch Uhrmacher. Dazu brauchen wir eine Reihe von Produktionshelfern mit technischem Verständnis und Hintergrund." Bis 2017 sollen nach ersten Firmenplänen 145 neue Mitarbeiter in Elmshorn die Medizintechnik vorantreiben. Made in Elmshorn - ein Markenzeichen soll die Welt erobern.

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