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Elmshorn : Weiter Unfälle durch „Geisterradler“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Gelbe Graffitis auf den Straßen schrecken Falschfahrer auf dem Rad nicht ab. Polizei verzeichnet sieben Zusammenstöße seit Juni.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2015 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Noch immer machen „Geisterradler“ Elmshorns Straßen unsicher – trotz zahlreicher warnender gelber Graffitis auf der Fahrbahn und angekündigter verstärkter Polizeikontrollen. Vor zwei Monaten startete die in Schleswig-Holstein einmalige Kampagne im Kampf gegen die „Geisterradler“ als Kooperation von Stadt, Polizei und Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Doch bereits seit Einführung der Graffitis im Juni verzeichnete die Polizei sieben Unfälle aufgrund von „Geisterfahren“, teilte Polizeihauptkommissar Frank Hesse mit. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 28. „Wenn es am Ende des Jahres so bleibt, müssen wir weiterarbeiten“, so Frank Hesse.

Über die Graffiti-Aktion auf den Straßen sagt der Polizeihauptkommissar: „Nach meiner Wahrnehmung hat es nichts gebracht. Ganz ehrlich.“ An der Elmshorner Straße Kaltenweide könne man sich zu jeder Stunde an die Straße stellen und sehen, dass die Radfahrer auf der falschen Seite fahren würden, sagt er aus persönlichen Beobachtungen heraus.

Erst in den vergangenen Tagen kontrollierten fünf Beamte des Elmshorner Polizeireviers morgens zwischen 7.30 Uhr und 8.20 Uhr das Verhalten von Radfahrern hinsichtlich der Benutzung der falschen Straßenseite. Im Bereich Mühlenstraße und Berliner Straße hätten etliche Verkehrsteilnehmer die falsche Straßenseite benutzt, so die Auskunft der Polizei.

Menschlich nachvollziehbar

Hesse kennt die „mehr oder weniger guten Ausreden“ wie: „Ja, aber ich fahre immer sehr vorsichtig.“ Er sagt: „Die Leute lassen sich allerhand einfallen.“ Menschlich sei die Bequemlichkeit, nicht das Rad zu schieben oder die Straße wechseln zu wollen, nachvollziehbar. Verboten ist das „Geisterradeln“ trotzdem.

Die Schutzpolizei habe laut Hesse in den vergangenen Monaten bei Kontrollen explizit auf diese Problematik hingewiesen. Oftmals werde mit den Verkehrssündern nur das Gespräch gesucht, doch irgendwann werde die Strafe von 20 Euro für das Fehlverhalten auf dem Fahrrad fällig.

Positive Reaktionen auf die Graffitis im Elmshorner Stadtgebiet kamen hingegen bei Ellen Unger, Verkehrsplanerin der Stadt im Rathaus, an. „Einige Bürger haben angerufen und gesagt, dass sie es gut finden.“ Andere hätten die Regeln noch einmal erklärt haben wollen. Planerin Ellen Unger betont noch einmal ausdrücklich: „In Deutschland herrscht Rechtsfahrgebot.“ Nur auf einzelnen Wegen im innerstädtischen Bereich sei durch Pfeile markiert, dass die Strecke in beide Richtungen freigegeben sei.

„Dass sich das Verhalten hundertprozentig ändert, haben wir sicher nicht erwartet.“ Doch sie glaubt: „Das Bewusstsein dafür, dass es eine Sicherheitsfrage ist, ist stärker geworden.“ Sie betont: „Geisterfahren ist eine Gefahr für sich selbst – und andere“.

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