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Paul-Dohrmann-Schule : Wege in die inklusive Schulbildung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Förderzentrum Paul-Dohrmann-Schule: Die Kooperation mit Regelschulen wird durch das neue Schulgesetz immer intensiver. Schulleiter Volker Hintsch ist sich sicher: „Unser Förderzentrum wird auch in Zukunft in Elmshorn ein unentbehrlicher Teil der Schullandschaft sein.“

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Die Schullandschaft in Schleswig-Holstein hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen und viele Veränderungen haben sich ergeben. Gemeinschaftsschulen sind entstanden, die Eingangsstufe in den Grundschulen hat sich verändert. Gleichzeitig wurde das Thema Inklusion, immer mehr zu einer Aufgabe für alle Schulen. Zum Stichwort Inklusion hat unsere Zeitung mehrfach berichtet.

„Für die Schulen sind diese Veränderungen nicht leicht zu bewältigen“, sagt Volker Hintsch, Leiter des Elmshorner Förderzentrums Paul-Dohrmann-Schule. Die Grund- und Gemeinschaftsschulen seien für alle Schüler zuständig und müssten ihren Unterricht und den Schulalltag so gestalten, dass alle Kinder – auch die mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf – bedacht werden und entsprechende Lernangebote erhalten (Inklusion). „Für diese anspruchsvolle Aufgabe stehen leider oft zu wenig Lehrkräfte und zu wenig Zeit zur Verfügung“, betont der Schulleiter.

Unterstützung in ihrer Arbeit erhalten die Regelschulen durch die 40 Lehrerinnen und Lehrer der Paul-Dohrmann-Schule. Sie sind in allen Grund- und Gemeinschaftsschulen tätig, wo sie in Teamarbeit Unterricht erteilen, Kleingruppen fördern, sonderpädagogische Diagnostik durchführen und Lehrkräfte beraten. Dabei stehen sie in engem Kontakt zu außerschulischen Einrichtungen wie dem Jugendamt, Trägern der Jugendhilfe wie der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und anderen. „Das Förderzentrum Paul-Dohrmann-Schule leistet diese Arbeit seit über 20 Jahren“, sagt Hintsch.

Über Jahrzehnte ist die Paul-Dohrmann-Schule in Elmshorn bekannt als eigene Schule, die Kinder aufnimmt und zum Schulabschluss führt, die nicht die Ziele von Grund- und Gemeinschaftsschule erreichen können. Dort werden zurzeit 62 Schüler unterrichtet. In dem Förderzentrum arbeiten die Klassenleitungsteams intensiv daran, die Schüler fit zu machen für die Bewältigung des Alltags, sie emotional zu stärken und ihnen zu helfen, sich im sozialen Gefüge zu behaupten und einzugliedern.

„Diese Schüler brauchen eine intensive Förderung“, meint Hintsch. Er ist froh, dass er sich auf ein sehr engagiertes Kollegium verlassen kann, das sich für die individuelle Förderung dieser Schüler einsetzt. Und er ist auch froh, dass es dafür tatkräftige Unterstützung durch das Elmshorner Bildungswerk und den Kinderschutzbund und andere Helfer gibt.

Weil das Schulgesetz es möglich gemacht hat, würden sich immer mehr Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf für den gemeinsamen Unterricht an einer Regelschule entscheiden. Die Schülerzahlen an der Paul-Dohrmann-Schule sind daher stark zurückgegangen. In Zukunft soll dies der Regelfall sein. Die von der Bundesrepublik unterzeichnete UN-Behindertenrechtskonvention macht das verbindlich. Darauf ist das Förderzentrum Paul-Dohrmann-Schule vorbereitet: Sein Lehrerteam kann in allen Fachrichtungen der Sonderpädagogik kompetente Ansprechpartner bieten. „Mein Team ist besonders ausgebildet im Umgang mit starken Lernschwierigkeiten, Verhaltensproblemen, Sprachstörungen, geistiger Behinderung, Körperbehinderungen, Schwerhörigkeit und Autismus“, betont Hintsch.

In allen Elmshorner Grundschulen und auch in einigen Kindergärten arbeiten Sonderpädagogen im Schuleingangsbereich (Klasse 1+2), unterstützen und beraten die dortigen Lehrkräfte und Eltern. „Das Schlagwort heißt hier Prävention. Dabei geht es darum, möglichst zu vermeiden, dass ein Kind in der Schule scheitert und sich ein sonderpädagogischer Förderbedarf auftut“, erläutert Hintsch. Wenn Kinder ab Klasse 3 noch sonderpädagogischen Förderbedarf haben, müssten sie heute ihre Schule nicht mehr verlassen. Sie würden dort zusätzlich von Sonderpädagogen des Förderzentrums unterstützt und mit individuell abgestimmten Lernzielen unterrichtet. „Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es bereits heute an fast jeder Elmshorner Schule“, sagt Hintsch.

Die Vielfalt der Aufgaben der Paul-Dohrmann-Schule ist laut Hintsch in den vergangenen Jahren gewachsen. Ein Mangel an Arbeit nicht abzusehen. „Unser Förderzentrum wird auch in Zukunft in Elmshorn ein unentbehrlicher Teil der Schullandschaft sein“, ist sich der Schulleiter sicher.

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