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Verbrauch in Elmshorn : Wasser sparen treibt die Gebühren in die Höhe

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Elmshorner sparen mehr Wasser. Das führt paradoxerweise zu einer Erhöhung der Gebühren für Schmutzwasser. Denn: Die Fixkosten bleiben hoch, verteilen sich aber auf eine geringere Frischwassermenge.

Elmshorn | Wasser sparen: Klar, das schont den eigenen Geldbeutel und die Umwelt – im Privathaushalt genauso wie in den Unternehmen. Doch in Elmshorn hat das Wassersparen für die Verbraucher eine unangenehme Nebenwirkung: Es treibt die Gebühren für Schmutzwasser in die Höhe. „Das ist im Prinzip richtig“, bestätigt Joachim Grafe, Chef der Elmshorner Stadtentwässerung. Sinkt die gebührenrelevante Frischwassermenge, steigen die Gebühren. Darauf hat Grafe in seinem Bilanzbericht für das Jahr 2015 auch deutlich hingewiesen. „Unsere Fixkosten bleiben ja hoch“, erklärt Grafe.

Der starke Rückgang war bereits im Jahr 2014 spürbar

2,8 Millionen Kubikmeter Wasser flossen 2015 in Elmshorn aus den Rohren. Kalkuliert hatte die Stadtentwässerung mit deutlich mehr, nämlich mit 2,9 Millionen Kubikmeter Wasser. Der starke Rückgang der Frischwassermengen war bereits im Jahr 2014 spürbar.

Elmshorn wächst. Die Anzahl der Haushalte steigt. Doch die entnommene Frischwassermenge sinkt. Denn nicht nur in den Privathaushalten wird eifrig Wasser gespart. Laut Grafe haben auch einige abwasserintensive Elmshorner Betriebe ihre Abläufe so umgestellt, dass Wasser nach Filterungen mehrfach im Produktionsprozess eingesetzt werden kann. Immer mehr Innovationen zum Wassersparen hielten in die Unternehmen Einzug.

Die Verteilung der Kosten auf eine geringere Frischwassermenge werde laut Stadtentwässerung allein schon zu Gebührenerhöhungen in den nächsten Jahren führen, heißt es in der Bilanz für 2015. Diese Einschätzung hat sich längst bewahrheitet. In 2015 lag die Schmutzwassergebühr bei 2,47 Euro je Kubikmeter Wasser. 2017 zahlen die Elmshorner 2,65 Euro pro Kubikmeter Wasser. Allerdings weist Grafe darauf hin, dass die geringere Frischwassermenge nur ein Faktor von mehreren für steigende Gebühren sind.

Weniger Frischwasser bedeutet aber auch weniger Abwasser

Weniger Frischwasser bedeutet für die Stadt Elmshorn aber auch weniger Abwasser, das zur Klärung an den Abwasserzweckverband (AZV) nach Hetlingen abgegeben werden muss – und damit weniger Kosten. Diese Einsparungen gleichen die Einnahmeverluste beim Frischwasser aber nicht aus.

In den Nachbargemeinden stellte die Stadtentwässerung für das Jahr 2015 einen erhöhten Wasserverbrauch fest. Ein Trend, der sich seit Jahren abzeichnet. Grund: das Bevölkerungswachstum im Umland. Die Mehreinnahmen lagen in den Nachbargemeinden zwölf Prozent über der Kalkulation.

Für das Jahr 2015 verzeichnete die Stadtentwässerung ein Plus in Höhe von 96.000 Euro. Grund: geringere Abwassergebühren an den AZV und höhere Einsparungen bei der Kanalunterhaltung. Die Gesamtbilanz stimmte – obwohl die wassersparenden Elmshorner die Einnahmen nach unten drückten.

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erstellt am 21.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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