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Kreis Pinneberg : "Wasser nur noch auf Krankenschein"

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kostenloses Mineralwasser gestrichen: Gewerkschaft Verdi startet Solidaritätsaktion für Angestellte der Regio-Kliniken.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Unter den mehr als 2000 Mitarbeitern der Regio-Kliniken im Kreis Pinneberg grassiert Unmut ob des ständigen Umbaus der Abteilungen und Standorte. Wenigstens sind der Schluck Mineralwasser oder die Tasse Kaffee gratis, mochte sich manch einer noch sagen. Doch auch damit ist Schluss. Die Kliniken müssten kürzertreten, heißt es aufgrund millionenschwerer Verluste dazu. Wasser und Co. als Gratisgetränke sind gestrichen. Die Gewerkschaft Verdi versorgte deshalb gestern ihre Mitglieder im Elmshorner Klinikum mit kostenlosen Trinkflaschen, um Stimmung gegen den Wegfall der kostenlosen Getränke zu machen und um den Arbeitgeber zum Umdenken zu bewegen.

"Unsere Aktion wird bei den Kollegen super angenommen", sagte Verdi-Vertreterin Heike Maser-Festersen. Etwa 100 Trinkbehälter aus Metall verteilten sie und Betriebsratsvertreter gestern unter der Belegschaft in Elmshorn. Bereits in der vergangenen Woche fand eine ähnliche Flaschen-Aktion im Klinikum in Pinneberg statt. "Der Wegfall von kostenlosem Mineralwasser für Mitarbeiter und Angehörigen von Patienten ist ein großes Thema", so Maser-Festersen. Die Sparmaßnahme der Regio-Kliniken setze ein falsches Zeichen an die Wertschätzung der Belegschaft.

Unternehmerische Entscheidung hin und her. Der Betriebsrat schreibt in einer Info-Broschüre: "Als Betriebsrat können wir nur kopfschüttelnd feststellen: Diese Anordnung ist kleinkariert und macht viele wütend." Und mehr noch: "Motivation geht anders." Wasser gäbe es nun nur noch auf Krankenschein.

Wie berichtet, gaben die Regio-Kliniken im vergangenen Jahr etwa 380.000 Euro für die Bereitstellung von kostenlosen Getränken aus. Dazu zählten Wasser, Tee und Kaffee. Jahrzehntelang duldete die Geschäftsführung den Verzehr durch Mitarbeiter. Aber: "Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen wir unsere Kosten stetig überprüfen", erklärt Unternehmenssprecher Sebastian Kimstädt. Dies sei nun im Fall der Getränke geschehen: Kimstädt: "Beim Mineralwasser können wir sparen, ohne an der Qualität und dem Komfort für unsere Patienten Abstriche machen zu müssen." Kimstädt vermutet mit der öffentlichkeitswirksamen Aktion der Gewerkschaft auf die Entscheidung der Kliniken keine unmittelbare Betroffenheit sondern: "Hier ging es mehr um Mitgliederwerbung als um die Sache."

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