Elmshorn : Was wird vom Rathausbau erwartet?

Blick in das Zukunftsmodell, das die Rahmenplaner vom Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen erstellt haben. Hier zeigt sich die angestrebte Sichtachse von der Markthalle und dem Buttermarkt (Mitte) in Richtung Hafen. Rechts vom Buttermarkt der Rathaus-Kubus (mit oranger Markierung), davor in weiß das neue Pumpenhaus.
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Blick in das Zukunftsmodell, das die Rahmenplaner vom Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen erstellt haben. Hier zeigt sich die angestrebte Sichtachse von der Markthalle und dem Buttermarkt (Mitte) in Richtung Hafen. Rechts vom Buttermarkt der Rathaus-Kubus (mit oranger Markierung), davor in weiß das neue Pumpenhaus.

Architektenwettbewerb und Bürgerbeteiligung sind geplant. Bereits jetzt beginnt die Debatte. Verwaltungsanforderungen stehen fest.

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19. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Die wichtige Entscheidung über den Standort des neuen Rathauses ist gefallen – da türmt sich sofort ein ganzer Berg neuer Fragen auf. Wie soll das neue Verwaltungszentrum am südlichen Rand des Buttermarktes zwischen Vormstegen und Markthalle aussehen? Und welche Funktionen soll das Gebäude übernehmen? Sicherlich, entschieden wurde von der Mehrheit der Stadtverordneten aus SPD und CDU am 6. Dezember 2012, ein reines Verwaltungsgebäude im neuen Quartier Krückau/Vormstegen zu bauen. Doch das war vor zwei Jahren.

Der nächste Schritt beim Rathaus-Projekt ist jetzt, einen Architektenwettbewerb zu organisieren und abzuwickeln. Zuvor ist es aber sinnvoll, sich über die sogenannte Freiraumplanung, also die Gestaltung des Buttermarktes und des Hafens sowie des gesamten Umfeldes zu verständigen. Und: Zuvor muss auch geklärt werden, welche Anforderungen und Wünsche die Politiker und Bürger in Bezug auf ein neues Rathaus haben.

Soll es tatsächlich ein reiner Verwaltungsbau werden? Und wie soll er aussehen? Oder wird mehr gewagt? Denkbar ist vieles, aber es muss auch finanzierbar sein. Nur eines steht seit Monaten fest: Die Verwaltung hat ihren Raumbedarf genau festgelegt und die Mitglieder des beratenden Sonderausschusses Rathaus haben diesen Plänen zugestimmt.

Doch soll es auch einen größeren Veranstaltungs- und Tagungsraum wie den jetzigen Kollegiumssaal geben? Ist es vielleicht besser, den Buttermarkt mit kleinen Geschäften im Erdgeschoss des Gebäudes zu beleben wie beispielsweise im historischen Rathaus von München? Bieten sich Gesamtlösungen an, um einen Kindergarten im neuen Quartier oder auch ein Jugendcafé gleich mitzuverwirklichen? Könnte hier zentral auch die Polizei-Innenstadtwache eine neue Heimat finden? Sollten eine barrierefreie Anlaufstelle für den Seniorenrat, die Behindertenbeauftragten und andere städtische Organisationen im Erdgeschoss des Rathaus am Buttermarkt attraktiv untergebracht werden? Wird die verlegte und schmalere Schauenburgerstraße vor dem Rathaus verkehrsberuhigt? – Fragen über Fragen.

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen haben allein wegen eines aus ihrer Sicht fehlenden Bürgerdialogs bei der Standortsuche, gegen den jetzigen Platz für das neue Rathaus gestimmt. Jetzt könnten sie einen neuen Anlauf in Sachen Bürgerdialog in Angriff nehmen, zumal sich auch SPD, CDU und FDP für eine umfangreiche Bürgerbeteiligung aussprechen. „Mit der Standortauswahl ist die Bürgerbeteiligung nicht zu Ende“, sagte zum Beispiel der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses für Stadtentwicklung, Andreas Hahn (CDU). Und Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) sieht das nicht anders: „Wie das neue Rathaus später aussehen wird, ergibt der Wettbewerb und eine umfangreiche Bürgerbeteiligung.“

Wird es weitere Verzögerungen geben?

Man muss folglich kein Prophet sein, um die Gefahr einer erneuten Verzögerung beim Rathausneubau zu sehen. Bei einem Blick in die Geschichte zeigt sich aber, dass früher auch nicht alles besser war: Vom Grundsatzbeschluss eines Rathausbaus im April 1960 bis zum Einzug in den jetzigen, bei seiner Einweihung 6,2 Millionen Mark teuren Verwaltungssitz am Propstenfeld im September 1967 hat es vor etwa 50 Jahren auch fast 7,5 Jahre gedauert. Wollen die Politiker und Planer gleichziehen, müsste das neue Rathaus am Buttermarkt also im Mai 2020 eingeweiht werden.

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