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SPD-Diskussionsrunde : Was wird aus Elmshorns Bahnhof?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verkehrsminister Reinhard Meyer fordert ein „Gesamtkunstwerk“ mit dem Schwerpunkt Funktionalität.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2017 | 16:48 Uhr

Elmshorn | Der städtische Busverkehr, der Elmshorner Bahnhof, die Bahnanbindung nach Hamburg und der Mangel an Pendlerparkplätzen in der Stadt. Kein Thema blieb ausgespart beim Stadtgespräch der SPD im Kollegiumssaal des Rathauses. Rede und Antwort standen der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer, Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje und der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Lenk. Die Moderation übernahm die Landtagsabgeordnete Beate Raudies. Knapp 50 Zuhörer nahmen an der Diskussionsrunde teil.

„Der Elmshorner Bahnhof war schon mal hübscher“, stieg Raudies gleich in die Problematik ein. Meyer bezeichnete den Bahnhof der Krückaustadt als „einen der wichtigsten in Schleswig-Holstein“. Generell sei ein Bahnhof „die erste Visitenkarte, die ein Ort abgibt“. Diese Visitenkarte sehe im Fall von Elmshorn „nicht gut aus“. Eine Umgestaltungs-„Gesamtstrategie“ sei daher ausgesprochen sinnvoll. Integrieren in ein solches Konzept müsste man auch Details wie Barrierefreiheit und die „Neuordnung der Bushaltestellen“. Herauskommen müsste am Ende eine Art „Gesamtkunstwerk“. Im Mittelpunkt aller Planungen sollte dabei die Funktionalität stehen.

Die Bahnstrecke Elmshorn-Hamburg bezeichnete der Minister als „Nadelöhr“. Das Land wolle daher seine Möglichkeiten ausschöpfen, wenn es um ein drittes Gleis gehe. Immerhin sei ein viertes Bahnsteiggleis in Elmshorn inzwischen beschlossene Sache. Dies sei angesichts steigender Pendlerzahlen auch notwendig. Keine Hoffnungen machte der Minister den Zuhörern in Bezug auf mehr Zughalte. Die Taktverdichtung sei bereits an ihrer Grenze angekommen, „mehr ist momentan kaum möglich“.

Hatje wies darauf hin, dass nicht nur die Boomtown Elmshorn für mehr Pendler sorge, sondern insbesondere auch das Umland. Die Region wachse pro Jahr um bis zu 1500 Einwohner. „Wir wollen die Verkehrsströme optimieren“, kündigte der Bürgermeister an. Der Bereich Bahnhof-ZOB-Taxistand sei derzeit „ein völliges Chaos“. Auch die Parkplätze in der Innenstadt seien „ungeordnet“. Der unübersichtliche Mix aus Pendlerplätzen, Einkaufsparkmöglichkeiten und Parkplätzen für all jene, die in der Stadt arbeiten, solle 2017 neu strukturiert werden. „Wir werden auch über ein echtes Parkhaus für Pendler nachdenken müssen.“

SPD-Fraktionschef Lenk ging auf den Busverkehr in Elmshorn ein. Hatje hatte den ÖPNV zuvor als „eigentlich nicht schlecht“ bewertet und auf die Verdreifachung der Fahrgastzahlen binnen 15 Jahren hingewiesen. Lenk hob die Direktvergabe des städtischen Busverkehrs an die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) hervor, wodurch sich unter anderem die Qualität der Busse verbessern werde. Auch über Linienführung und Taktung müsse man sich grundsätzlich Gedanken machen. „Wir haben mit dem neuen Betreiber einen guten Griff gemacht“, zeigte sich Lenk überzeugt.

Damit möglichst viele Pendler nicht mehr mit dem Auto, sondern mit dem Bus den Bahnhof ansteuern, schlug der Fraktionsvorsitzende vor, dass die Pkw-Stellplätze in Bahnhofsnähe ähnlich teuer sein sollten wie eine Buskarte. Auch Minister Meyer sprach sich für kostenpflichtige Stellplätze aus, man müsse aber das richtige Maß finden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass die Pendler mit ihren Autos gleich nach Hamburg durchfahren würden. Nicht aus dem Auge verlieren will die SPD jene Pedler, die mit dem Rad den Elmshorner Bahnhof ansteuern. Hatje sagte, die aktuellen Pläne würden eine Verdoppelung der Fahrradabstellplätze vorsehen. Wobei man auch die vorhandene Fläche in die Planspiele mit einbeziehen müsse. Der Bahnhof befinde sich schließlich „mitten in der Stadt“. Am Ende lautete die Frage: „Wo soll das alles stehen?“

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