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Elmshorner Schmuckstück : Was wird aus der Weißen Villa?

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In Elmshorn läuft die Debatte um die Zukunft der Herrschaftsvilla und des Kutscherhauses. Politiker diskutieren auch über einen Verkauf.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Elmshorn | Sie gehört zu den wenigen Postkartenmotiven Elmshorns, besonders wenn der Tulpenbaum blüht: Die Weiße Villa in der Schulstraße 36. Das herrschaftliche Stadtpalais von 1894 steht als besonderes Kulturdenkmal unter Schutz und ist seit 1986 im Besitz der gemeinnützigen Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn; die Stadt Elmshorn seitdem Mieter des Anwesens – eigentlich auf ewig. Aber jetzt bringt der geplante Rathausneubau das Konstrukt ins Wanken. Einige Politiker bringen sogar einen Verkauf der Gebäude ins Gespräch.

Zum Hintergrund: Die Stadt nutzt die nicht behindertengerechte Villa komplett: Die 40 Quadratmeter große Atrium-Halle und den etwa 90 Quadratmeter großen Magistratssaal als Sitzungs- und Empfangsräume, den ehemaligen, knapp 38 Quadratmeter großen Wintergarten als Trauzimmer, den Keller als Domizil des Stadtarchivs und alle weiteren Räume in dem zweigeschossigen Gebäude und im Kutscherhaus im Garten als Büros für das Standesamt sowie das Amt für Kinder, Jugend, Schule und Sport.

Die Rathausmitarbeiter sollen aber alle – vermutlich in fünf Jahren – mit ins neue Rathaus ziehen, wo auch die Sitzungen künftig stattfinden werden. Blieben in der ohne Keller insgesamt 433 Quadratmeter großen Villa nur noch das Trauzimmer sowie das Stadtarchiv und damit die Frage: Was soll mit dem Gebäude geschehen? Und: Das 87 Quadratmeter große Kutscherhaus steht später auch ganz leer.

„Wir sollten die Weiße Villa leer räumen“, sagte Andreas Hahn während einer Beratung des Themas im städtischen Sonderausschuss „Rathaus“. Der Christdemokrat schlägt für die Weiße Villa und das Kutscherhaus eine andere Nutzung, eine Vermietung oder sogar einen Verkauf vor. Er sei, so Hahn, für alles offen, schließlich sei auch die ehemals städtische Villa am Mühlendamm heute als Firmensitz in privater Hand. Hahn: „Wer das Gebäude für die Stadt erhalten will, hat meine Sympathie, muss aber eine Nutzung nicht unter Wert vorschlagen.“ Allein das Trauzimmer und das Stadtarchiv dort zu beherbergen, wie von Bündnis 90 / Die Grünen angeregt, sei eine schlimmere Verschwendung als ein Leerstand.

Mit einem möglichen Verkauf stieß Hahn bei den anderen Ausschussmitgliedern nicht gerade auf glühende Gegenliebe; konkrete und nachhaltige Nutzungsvorschläge kamen aber auch nicht auf den Tisch. Karl Holbach (SPD) fragte sich zudem, ob das Gebäude von der Stiftung überhaupt verkauft werden könnte. Dies soll bis zur nächsten Sitzung des Gremiums am 15. Mai von der Verwaltung geklärt werden. Nach Informationen dieser Zeitung ist nicht nur eine neue Vermietung, sondern auch ein Verkauf der Villa und des Kutscherhauses möglich. Mietzins oder Verkaufserlös gingen dann in das Stiftungsvermögen ein.

Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) ist kraft Amtes auch Vorsitzender der Stiftung. Für ihn ist es allein eine politische Entscheidung, wie die Stadt mit dem Gebäude verfahren wird. Dennoch hat der Elmshorner Verwaltungschef eine eigene Meinung und sieht optimistisch in die Zukunft: „Es wird uns gelingen, ein gutes Nutzungskonzept zu finden. Davon bin ich überzeugt“, sagt er und fügt hinzu: „Die Weiße Villa ist für mich das repräsentative Gebäude der Stadt und es sollte meiner Meinung nach auch städtisch bleiben.“

Die Ausschussvorsitzende Monika Czemper (SPD) vertagte das Thema, damit in den Fraktionen noch beraten werden kann. Das letzte Wort haben so oder so die Stadtverordneten.

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