Elmshorn : Was wird aus der Tier-Brücke?

Die im Februar 2005 eingeweihte Holzbrücke über den Gerlingweg muss bereits mit neuen Stützpfeilern (rechts im Bild) vor dem Einsturz gesichert werden. Die Politiker müssen jetzt entscheiden, ob die Konstruktion abgerissen oder saniert wird.
1 von 2
Die im Februar 2005 eingeweihte Holzbrücke über den Gerlingweg muss bereits mit neuen Stützpfeilern (rechts im Bild) vor dem Einsturz gesichert werden. Die Politiker müssen jetzt entscheiden, ob die Konstruktion abgerissen oder saniert wird.

Sanierung oder Abriss? Elmshorns Politiker müssen jetzt über die Zukunft der Holzkonstruktion im Gerlingweg entscheiden.

Avatar_shz von
28. November 2013, 12:00 Uhr

Wieder müssen sich Elmshorns Politiker mit einer Brücke im Stadtgebiet befassen. Nach Hafenspange, Schlangenauquerung und dem Fußgängerweg über den Teich im Liether Wald geht es diesmal um eine Brücke für Tiere: Eine Holzkonstruktion im Verlauf des alten Bahndamms führt im Norden der Stadt über den Gerlingweg. Und dieses Bauwerk ist marode.

Der Bahndamm ist eine Fehlplanung aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts und als solcher nie genutzt worden. In seinem Verlauf wurden damals zwei Steinbrücken gebaut: Über die Wrangelpromenade und über den Gerlingweg. Letztere Brücke musste wegen Einsturzgefahr im Juli 2000 abgerissen werden. Allerdings hatte sich der Damm – jahrzehntelang sich selbst überlassen – zu einem langgezogenen Trockenbiotop gemausert, das an der Klaus-Groth-Promenade beginnt und am Schneiderkamp endet. Damit die erhöhte Fläche weiterhin durchgängig für die dort mehr als 60 beheimateten Tierarten nutzbar ist, entstand 2005 eine schmalere Holzkonstruktion als Ersatz für die Steinbrücke.

Für den Bau hatten sich von 2003 an die Interessengemeinschaft Pro Gerlingweg, der Nautschutzbund (Nabu) Elmshorn und das Technische Hilfswerk (THW) stark gemacht. Sie bauten ehrenamtlich die Brücke auf, die mit Hilfe von Spendern finanziert worden war. Bei dem damals 105 700 Euro teuren Bau handelt es sich laut des Amtes für Flächenmanagement um eine Konstruktion aus nicht druckimprägniertem Schicht-Nadelholz ohne konstruktiven Holzschutz. Und: Geld für die Pflege ist die vergangenen Jahre über von der Politik nicht bereitgestellt worden. Die Quittung: Die Stützpfeiler der Brücke drohen an einer Seite einzubrechen. Mit Hilfe von mobilen Trägern ist das Bauwerk aber vorerst gesichert worden.

Das zuständige Amt für Flächenmanagement hat in den Haushalt 2014 vorsorglich 77 000 Euro für eine Sanierung der Brücke eingeworben. „Es handelt sich vorerst um eine grobe Kostenschätzung“, betont Amtsleiterin Petra Langefeld.

Das Geld ist von den Politikern mit einem Sperrvermerk versehen worden. Das heißt: Mittel werden nur dann fließen, wenn die Politiker sich für eine Sanierung entscheiden. Denn: Als Alternative steht auch ein Abriss ohne Ersatz zur Debatte.

Wie die Zukunft der nur knapp neun Jahre alten Brücke am Gerlingweg aussehen wird, werden die Mitglieder des zuständigen Ausschusses für kommunale Dienstleister wahrscheinlich während ihrer nächsten öffentlichen Sitzung am Montag, 9. Dezember, beraten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen