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Elmshorner Nachrichten

18. November 2017 | 03:43 Uhr

Was macht die Kunst?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Klaus Griebel und Anna Haentjens (Foto) vom Vorstand des Vereins Haus 13 über Kleinkunst, Unabhängigkeit und ein erfolgreiches Jahr 2015.

Manchmal erlebt man komische Dinge, wenn man eine Kleinkunstbühne betreibt. Zum Beispiel wenn ein Künstler schon lange vor seinem Auftritt explizite Bedingungen ans Catering stellt: eine Dose Sardinen. „Ich dachte, wenn er mehrmals in der Woche auf der Bühne steht, isst der etwa immer vorher eine Dose Sardinen? Das schmeckt doch irgendwann nicht mehr“, erzählt Anna Haentjens.

Haentjens sitzt im Vorstand des Vereins Haus 13 und ist dort für die Programmauswahl zuständig. Der Verein betreibt eine kleine Bühne in der Adolfstraße 13. „Es ergibt Sinn ein kleines Theater zu betreiben. Unsere Künstler sind ganz nah am Publikum“, sagt Haentjens und erzählt, dass die Bühne nur 30 Zentimeter hoch ist. „Es gibt eine Distanz, aber die Menschen in der ersten Reihe können ihre Füße auf die Bühne stellen“, erzählt sie. Ob man nach dem Auftritt ein Bier mit dem Künstler trinken kann? „Klar. Das ist ja gerade das Tolle an unserem Haus“, antwortet Haentjens.

„Wir wollen eine gute Mischung von Kleinkunst anbieten. Von Comedy bis Lesung, von Kabarett bis Chanson“, sagt Klaus Griebel, der als Kassenwart des Vereins den Überblick über die Finanzen hält. Einfach ist dieser Job nicht. „Theater ist immer ein defizitäres Geschäft“, sagt Griebel. Die meisten Häuser würden daher bezuschusst, doch das Haus 13 bekomme keine Zuwendungen. Der Verein bekommt Geld über Mitgliedsbeiträge und Kartenverkauf, aber auch über Spenden. Bis zu 45  000 Euro kommen so in einer Spielzeit rein. „Das ist für eine Bühne nicht viel“, sagt Griebel. Trotzdem sei man mit dem vergangenen Jahr zufrieden: „Eigentlich haben wir unsere eigene Erwartung übertroffen.“ In der vergangenen Spielzeit gab es 32 Veranstaltungen im Haus 13. „Unsere Publikumsauslastung ist auf 81 Prozent gestiegen. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Griebel.

Auch wenn die Finanzierung in einem unabhängigen Haus immer im Fokus stehen muss, betont Griebel, dass die Frage nach dem Geld nicht die Zusammenstellung des künstlerischen Programms bestimmt. „Wir wählen auch Künstler aus, wo wir schon vorher wissen, das wird kein wirtschaftlicher Erfolg“, sagt er. Der Verein wolle unabhängig bleiben. Eine Auslastung von 100% sei darum nicht das Ziel vom Haus 13. „Wir möchten auch kleinen Künstlern eine Chance bieten und experimentieren dürfen“, so der Kassenwart. Ob ein Künstler gut ankommt, weiß man im Verein schnell. „Wir machen ja alles ehrenamtlich. Wir stehen selbst an der Kasse oder hinterm Tresen und kommen mit den Besuchern ins Gespräch“, sagt Haentjens.

Für die Spielzeit 2016/2017 ist das Programm vom Haus 13 kürzlich veröffentlicht worden. Die Broschüre liegt an unterschiedlichen Orten in der Stadt aus, etwa bei der Theaterkasse, Königstraße 56.

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www.haus13.de



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