Wählergemeinschaft KWGP erinnert an den Bau der Berliner Mauer

Burghard Schalhorn, Vorsitzender der KWGP.
Burghard Schalhorn, Vorsitzender der KWGP.

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30. Juli 2018, 17:12 Uhr

Der 13.  August 1961 war einer der schwärzesten Tage in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Schergen des SED-Regimes bauten die Berliner Mauer und teilten ein Land und viele Familien für 28  Jahre. Bald jährt sich der Tag zum 57. Mal. Grund für die Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP) an diesen Tag zu erinnern.

KWGP-Chef Burghard Schalhorn, der von der Insel Usedom stammt, war einen Tag vor dem Mauerbau in den Westen geflüchtet. „Die Schandtat des Mauerbaus darf nicht in Vergessenheit geraten. Sie hat gezeigt, wohin kommunistische Ideologie führt“, sagt er. Etwa 900 Menschen hatten ihre Sehnsucht nach Freiheit an der innerdeutschen Grenze mit ihrem Leben bezahlt. „Dennoch finden Aufklärung und Erinnerung nicht statt“, klagt Schalhorn. Stattdessen säßen sogar Vertreter der Linkspartei, der Nachfolgepartei der für Mauerbau und Schießbefehl verantwortlichen SED, unter anderem in Bundestag und im Pinneberger Kreistag. „Eine Schande“, findet der KWGP-Chef.

Schalhorn hatte sich mehrere Jahre lang intensiv bemüht, eine Gedenkstelle im Kreis Pinneberg einzurichten. Er fand einen Platz für einen Gedenkstein – vor der Kreisberufsschule in Elmshorn. Die Schüler hatten sogar schon mit der Konzeption für eine Begleitausstellung begonnen. Und auch einen Sponsor, der die etwa 2500 Euro für den Stein übernehmen wollte, präsentierte die KWGP. Doch Mitglieder der Kreistagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP lehnten das Gedenkstein-Projekt ab.

„Ich kann dieses Verhalten bis heute nicht verstehen“, sagt Schalhorn. „Unfreiheit und Diktatur des DDR-Unrechtsstaats dürfen nicht vergessen werden. So etwas darf sich niemals wiederholen.“ Und deshalb wird die KWGP auch in diesem Jahr der Opfer gedenken. Mitglieder der Wählergemeinschaft wollen sich unter anderem mit Verfolgten des SED-Regimes treffen.

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