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Klein Nordende : "Vorwürfe unter der Gürtellinie"

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Leserbrief in den EN prangert "Abholzaktion"und Grundstückspreise an. Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 09:03 Uhr

Klein Nordende | Ein Leserbrief in den Elmshorner Nachrichtren hat in Klein Nordende für Irritationen gesorgt. Darüber hinaus machen zahlreiche Gerüchte die Runde. Von einer radikalen Abholzaktion auf dem Gelände des neuen Wohngebiets zwischen Voßbarg und Dorfstraße ist die Rede, von Rücksichtslosigkeit gegen Flora und Fauna. Ein weiteres Thema sind unterschiedliche Grundstückspreise für kleine Grundstücksstreifen sowie die Einebnung der ehemals kleingärtnerisch genutzten Flächen.

"Der Leserbrief und die Gerüchte haben mich sehr berührt und sehr getroffen", sagt Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel und musste die Vorwürfe erstmal sacken lassen.

Während einer Begehung des neuen Wohngebietes zwischen Auenland, Voßbarg und Dorfstraße im Rahmen des Klein Nordender Bebauungsplans Nr. 33 (B 33) räumt er mit den Anschuldigungen auf.

Die Basis für das neue Wohngebiet wurde 2006 gelegt. Ein neuer Flächennutzungsplan für Klein Nordende wurde aufgestellt, im Bauausschuss und in der Gemeindevertretung ausgiebig öffentlich beraten und schließlich verabschiedet. Das Wohngebiet des "B 33" war Bestandteil des Plans. Neben der Festlegung der Flächennutzung innerhalb Klein Nordendes für die nächsten etwa 25 Jahre, verabschiedete die Gemeinde 2006 auch einen städtebaulichen Rahmenplan. Der Rahmenplan schlüsselt unter anderem die Bebauungsflächen auf und zeigt, wie künftig die Dorfstraße entlastet werden soll. Die Planung sieht eine Straße parallel zur Dorfstraße mit einer Anbindung an die Bundesstraße 431 vor.

"Wir haben die Pläne, besonders die Neubaugebiete, die Straßenführung und den Raumordnungsplan 2006 in der Informationsbroschüre der Wählergemeinschaft "Punkt", die an alle Haushalte verteilt wird, veröffentlicht und erläutert", berichtet Schinckel. Als die Realisierung der Bebauung näher rückte, lud die Gemeinde alle Anwohner aus Voßbarg, Bürgermeister-Diercks-Straße, Dorfstraße sowie die Pächter der Gartengrundstücke zu einer Informationsveranstaltung ein. Am 27. Oktober 2011 wurden alle Betroffenen über die Pläne und die weitere Vorgehensweise mit Blick auf den B-Plan 33 informiert. Hier erfuhren die Pächter des Gartenlandes auch, dass diese Grundstücke nur noch bis zum Herbst 2012 nutzbar sein würden, die Pachtverträge zum Jahresende auslaufen würden. Im Mai 2012 fand schließlich die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Dem folgte noch ein Ortstermin Ende Mai, der die Übergabe der Pachtflächen abschließend regelte.

"Alle Anwohner haben von unseren Plänen gewusst. Die Vorwürfe sind deshalb nicht nachvollziehbar und unter der Gürtellinie", so der Bürgermeister. Er weist auch darauf hin, dass entgegen den ursprünglichen Plänen die Bebauung nicht direkt an den Grundstücken der vorhandenen Bebauung erfolgen, sondern ein mehrere Meter breiter Grünstreifen die Bebauung trennen wird. "Zur Begradigung der Grundstücksgrenzen konnten die Eigentümer Grundstücksflächen hinzu kaufen. Laut Beschluss der Gemeindevertretung kosten diese kleinen Flächen 30 Euro je Quadratmeter", erläutert Schinckel. Einige Grundstückseigentümer machten von diesem Angebot Gebrauch, andere nicht.

Ein anderes Thema ist ein Grundstück mit zwei Teichen. Diese Teiche sind gemäß Bebauungsplan zu erhalten und sollten eigentlich als öffentliche Fläche im Besitz der Gemeinde bleiben. "Das biologische Gutachten stuft die Teiche als nicht erhaltenswert ein. Wir hätten sie zuschütten können und die Fläche von rund 2000 Quadratmetern als weitere Bauplätze verkaufen können. Wir haben uns dagegen entschieden", so Schinckel.

Er berichtet, dass es einen Interessenten für die Teichflächen gab, der dieses Grundstück gern erwerben und erhalten wollte. "Da es sich hier nicht um Bauland und auch nicht um Gartenland handelt, war die Mischkalkulation von 30 Euro je Quadratmeter für diese Fläche nicht anwendbar.

Die Gemeindevertretung hat deshalb einen Preis von 25 Euro je Quadratmeter festgelegt", erklärt Schinckel und ergänzt: "Den Fröschen, Vögeln und Insekten ist es egal, ob die Teiche zu einer privaten oder öffentlichen Fläche gehören. Wir haben festgelegt, dass die Teiche erhalten bleiben und haben künftig keine Verkehrssicherungspflicht für das Gelände."

Schinckel liegt es sehr am Herzen, dass den Gerüchten und unbegründeten Vorwürfen Einhalt geboten werden kann.

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