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Elmshorn : Vorerst keine zusätzlichen Kameras am Bahnhof

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Polizei hält eine Ausweitung für sinnvoll. Die Verwaltung rechnet mit 17.000 Euro Kosten. Der Bahnhof ist weiterhin ein Kriminalitätsschwerpunkt. Entscheidung erst eim September.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2016 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Sechs Videokameras haben dazu beigetragen, dass es am Elmshorner Bahnhof und seinem Umfeld  sicherer geworden ist. Vor allem Raub- und Diebstahldelikte sind zurückgegangen, wie die Polizei mit Zahlen belegen kann. Und auch bei der Aufklärung von Straftaten hat sich die Videoanlage  bewährt.

Das Problem: Da die Kriminellen wissen, dass ihnen im Bereich der Kameras auf die Finger gesehen wird, verlagern sie ihre Aktivitäten. Während am Holstenplatz die Zahl der Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr stark rückläufig war, stieg sie im Bereich der Mühlenstraße sprunghaft an. Deshalb hatte Thorsten Buchwitz, Leiter der Elmshorner Polizei, angeregt, auch im Bereich der Mühlenstraße Kameras zu installieren. Denn für ihn steht fest: „Die Videoschutzanlage hat sich bewährt. Sie ist sinnvoll.“

Das fand die Stadtverwaltung auch. Sie schlug deshalb in einer Vorlage die  Ausweitung der Videoüberwachung um zwei Kameras in der Mühlenstraße vor. Doch dazu  konnten sich die Politiker im zuständigen Ausschuss nicht durchringen. Jedenfalls vorerst nicht. Die Entscheidung wurde vertagt. Die SPD hatte noch Beratungsbedarf.

Bahnhof: Zwei neue Kameras geplant

Elmshorns Polizeichef Thorsten Buchwitz war unmissverständlich: „Die Videoanlage am Bahnhof hat sich bewährt. Sie dient dem Schutz der Bürger.“ Von der Stadtverwaltung kam Unterstützung per Vorlage: „Die Maßnahme hat sich bewährt.“

Buchwitz konnte das belegen: Traditionell würden an Bahnhöfen besonders viele Fahrräder gestohlen. Doch 2015 seien es am Elmshorner Holstenplatz gerade einmal 30 gewesen. Vergleichsweise wenig. In der Mühlenstraße hingegen, wo keine Kameras hängen, waren es im gleichen Zeitraum mehr als 100. „Die Videoanlage sorgt dafür, dass dort, wo überwacht wird, kaum noch gestohlen wird“, sagte er.

„Dennoch kann man das natürlich nicht endlos ausweiten“, so der Beamte. Das ließen die Landesvorgaben auch gar nicht zu. Möglich seien Videoschutzanlagen nur an Orten, die „überproportional mit Kriminalität belastet sind“. Das sei am Elmshorner Bahnhof und seinem Umfeld zweifelsfrei der Fall. Mehr als 400 Straftaten zählte die Polizei dort 2015. Zum Vergleich: In einem etwa gleichgroßen Gebiet in Hainholz, auch nicht gerade ein Hort des ewigen Friedens, hatte es weitaus weniger Straftaten gegeben.

Etwaigen Bedenken wegen möglicher Eingriffe in Bürgerrechte, versuchte der Beamte zu zerstreuen: Die Bilder, die die sechs Kameras zur Polizeiwache in der Moltkestraße senden, sind verpixelt. „Man kann niemanden persönlich erkennen.“ Es könne aber sehr wohl erkannt werden, „wenn sich Leute prügeln“. Entpixelt würden die Bilder nur im Falle von Straftaten und auch dann nur, wenn er das genehmigt habe.

Hilfe bei der Aufklärung

Im vergangenen Jahr habe die Videoanlage „bei 23 Straftaten von erheblicher Bedeutung Hinweise zur Aufklärung geliefert. Um auch den Bereich der Mühlenstraße sicherer zu machen, schlug Buchwitz eine Ausweitung der Anlage vor. „Es ist allerdings die Anlage der Stadt, wir betreuen sie nur“, sagte er.

Die Verwaltung teilt die Ansicht der Polizei: Die Anlage solle erweitert werden, um „zumindest den Bereich der Fahrradständer Richtung Mühlenstraße ebenfalls mittels Kameras zu überwachen“. Zwei Kameras sollten es sein. Rund 17  000 Euro Kosten hatte die Verwaltung ermittelt.

Doch weil die SPD noch Beratungsbedarf hatte, wurde das Thema an die Fraktionen verwiesen. Nun kann frühestens im September über die Ausweitung entschieden werden.

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