Ein kulturelles Zentrum seit 1977 : Vor 40 Jahren haben Kunstinteressierte den Elmshorner Kunstverein gegründet

Im Torhaus planen Dirk Wulf und Christel Storm zusammen mit anderen Mitgliedern die Geburtstagsausstellung.
Im Torhaus planen Dirk Wulf und Christel Storm zusammen mit anderen Mitgliedern die Geburtstagsausstellung.

Zur Feier des Tages gibt es eine Ausstellung.

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23. August 2017, 14:00 Uhr

Elmshorn | In der Welt der Kunst ist Horst Janssen kein unbekannter Name. Der 1995 gestorbene Zeichner und Grafiker galt schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten Köpfe der bildenden Kunst. Deshalb zogen seine Ausstellungen viele Menschen an – auch in Elmshorn. Nur mussten die Ausstellungsbesucher sich damals, 1989, ein wenig gedulden. „Der Vorstand wurde so langsam hibbelig. Es wurde viertel nach acht, halb neun, viertel vor neun – und keine Spur von Janssen. Auch die Besucher wurden unruhig“, erzählt Dirk Wulf von diesem besonderen Abend, an dem zufällig auch Jahrmarkt in Elmshorn war. Und das war auch der Grund für Janssens Zuspätkommen. „Plötzlich kam einer rein und sagte, er habe Horst Janssen an der Schießbude gesehen. Der hatte einfach die Zeit vergessen“, erzählt Wulf weiter.

Geschichten wie diese werden am 2. und 3. September viel erzählt werden können. Der Kunstverein Elmshorn feiert an diesen Tagen sein 40-jähriges Bestehen. „In Elmshorn hat man lange gedacht, dass man zu nah an Hamburg dran sei. Man bezweifelte, dass man in Elmshorn Kunst verkaufen könne“, sagt Wulf, der zu den Gründungsmitgliedern gehört. 1977 habe eine kleine Gruppe kunstinteressierter Elmshorner dennoch den Schritt gewagt, einen Verein zu gründen. „Anfangs war das eine kleine Szene“, sagt Christel Storm, die heute den Kunstverein leitet. Mittlerweile ist der Verein auf 250 Mitglieder gewachsen.

„Am Anfang haben wir die Künstler selbst angesprochen und gefragt, ob sie nicht mal in Elmshorn ausstellen wollen. Elmshorn kannten sie gar nicht“, sagt Wulf. Heute müssen sich Künstler, die beim Kunstverein ausstellen möchten, bewerben. Das klappe gut und der Verein erhalte viele Zusendungen, sagt Storm. „Wir haben jetzt schon etwa 50 Bewerbungen für die nächste Saison.“ Die Auswahl werde von einer Jury getroffen, zu der auch Künstler gehören. Man achte dabei auf einen guten Mix und auf künstlerische Qualität. „Wir stellen keine Kunst aus Volkshochschulkursen aus“, sagt Storm.

Zum Geburtstag stellen die Mitglieder des Vereins nun eine besondere Ausstellung zusammen, die am 2. und 3. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr, im Torhaus zu sehen sein wird. „Wir wollen damit zeigen, was wir die letzten 40 Jahre gemacht haben“, sagt Storm. Gezeigt werden Ausstellungsplakate neben Originalen, die von Mitgliedern des Vereins bei den jeweiligen Ausstellungen erworben wurden. Noch hängen die Exponate nicht, aber die ersten Bilder sind bereits im Torhaus angekommen und versprechen eine bunte Mischung. Große Formate hängen dort neben Miniaturen, Bilder neben Plastiken. Das Besondere: Die Bilder erzählen von der Arbeit des Vereins, geben einen Überblick über den Zeitverlauf und erzählen Geschichten über das Motiv. Aber sie geben auch eine Ahnung von dem Leben mit der Kunst. Denn unauffällige Plastikfassungen hängen neben aufwendigen Holzrahmen und geben so auch kleine Hinweise auf diejenigen, die sich mit der Kunst umgeben. Wie Kunst das Leben bereichern kann – zur Eröffnung werden darüber viele Gespräche geführte werden.

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