Von Horst gehen die Tannen nach Europa

Diese Tanne hat  der Horster Baumschuler Klaus Mohr schon markiert. Sie geht 2017 nach Paris.
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Diese Tanne hat der Horster Baumschuler Klaus Mohr schon markiert. Sie geht 2017 nach Paris.

Deko-Bäume Horster Baumschule hat sich einen Namen gemacht

shz.de von
24. November 2016, 16:09 Uhr

Die Woche vor dem ersten Advent: Sieben Tage reichen da für Klaus Mohr gar nicht aus. Rund um die Uhr ist der Baumschuler auf seinem Gelände in Horst unterwegs. „Das ist die schlimmste Woche des Jahres“, sagt der 67-Jährige. Bis zu 500 Deko-Tannen muss sein Team in diesen Tagen auf die Reise schicken. Nach Flensburg, nach Kiel, nach München, nach Stuttgart, nach Hamburg, nach Paris und nach London. „Eine 15 Meter hohe Tanne sorgt in der französischen Hauptstadt für weihnachtliche Stimmung“ , betont Mohr. Ein 15 Meter hoher Baum: „Der ist 30 Jahre gewachsen.“

Die Tanne für den Norddeutschen Rundfunk in Hamburg-Lokstedt liegt schon fertig verpackt auf dem Hänger. Seit 20 Jahren erhält die Rundfunkanstalt ihren Adventsbaum aus der Gemeinde vor den Toren Elmshorns.

Von Horst nach ganz Deutschland und halb Europa. Keine Frage: Mohr hat sich einen Namen gemacht. „Das geht nur über Top-Qualität“, sagt der Baumschuler. Das sei das oberste Gebot für seinen Betrieb.

Auf 50 Hektar baut er in Horst-Hahnenkamp seine Pflanzen an. Weihnachtsbäume waren zunächst nur ein Hobby von ihm. Heute ist es eine große Leidenschaft. Banken, Nobel-Hotels, große Unternehmen, Einkaufscenter und auch Kirchen sind seit Jahren Stammkunden. Und auch einige Promis – nicht nur aus Deutschland – holen sich ihre Tannen extra aus dem beschaulichen Horst. „Einige kommen sogar persönlich vorbei, um sich ihren Baum auszusuchen“, sagt Mohr. Bei den Namen hält er sich allerdings bedeckt, das läuft bei ihm unter Betriebsgeheimnis. Nur so viel: Auch Ex-Bundespräsident Horst Köhler hatte seinen repräsentativen Baum fürs Schloss Bellevue aus Horst bekommen.

Der perfekte Baum: Mohr hat sich sein Wissen über Jahre selbst angeeignet, aus Erfahrung dazugelernt. „Natürlich gibt es ein paar Geheimrezepte. Aber die gebe ich nicht preis.“

Klein oder groß. Ganz schlank oder eher breit: Die Bestellungen kommen per Telefon und per Mail rein. Darum kümmert sich in dem Familienbetrieb seine Frau. Ab August startet das Geschäft. Klaus Mohr findet dann den passenden Baum. Er kennt jede Pflanze in seiner Baumschule. „Einige Bäume verschicken wir auch im Ballen. Die können weiter wachsen.“ Die Setzlinge kauft er in einer Größe von einem Meter. „Da kann ich schon sehen, was aus diesem Baum wird.“

Mit dem Allrad-Wagen geht es an diesem Morgen durchs Gelände. Mohr markiert Tannen, koordiniert sein Team von bis zu 18 Mitarbeitern. Das Fällen und transportfähig machen der großen Bäume ist oft ein ganzer Tag Arbeit – für fünf Mann. Ruhiger wird es nicht. Nach den großen Deko-Bäumen beginnt der Verkauf der „normalen“ Weihnachtsbäume. Ein paar 1000 Tannen will Mohr verkaufen, an den Adventswochenenden wird er auf seinem Gelände Am Wasserwerk wieder ein buntes Programm für die ganze Familie anbieten. Die Vorbereitungen laufen.

Auf seiner Tour stoppt der HSV-Fan – er ist seit 1972 Mitglied und war 1983 beim Triumph in Athen live dabei – vor einer riesigen, imposanten Tanne. „Die ist schon bestellt und geht nächstes Jahr nach Paris.“

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