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Firmenjubiläum : Von Elmshorn in die ganze Welt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Hansa Ventilatorenbau im Industriegebiet-Nord feiert sein 50-jähriges Bestehen. Der Geschäftsführer ist seit 1971 im Unternehmen.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Einen großen Sektempfang gibt es nicht. Die Firma Hansa Ventilatorenbau (HVB) besteht seit 50 Jahren. Angestoßen wurde im Elmshorner Industriegebiet-Nord trotzdem nur innerhalb der Belegschaft. Eine Platte mit Schnittchen steht noch auf einer Werkbank – ansonsten machen alle wieder ihren Job.

„Wir haben für heute eigentlich einen Kundenbesuch erwartet“, sagt der Geschäftsführer Johannes Schuran. Auf eine Feierstunde mit Gästen aus der Stadtverwaltung, IHK und der Politik habe er deshalb verzichtet. Viel Wind um sich zu machen, braucht die Firma nicht. Ihr Geschäft ist es, Luft in Industrieanlagen zu bewegen. Etwa 1000 Ventilatoren verlassen jährlich die Produktion. Umsatz: vier Millionen Euro. Zu den Kunden der Firma zählen Industrieriesen wie BASF und Bayer. Die Ventilatoren aus Elmshorn drehen sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas, in Asien, in Nord- und Südamerika.

Dass das Unternehmen in Elmshorn ansässig ist, hat nichts mit romantischer Standorttreue zu tun, vielmehr war der Umzug 1989 wirtschaftlicher Zwang: Im Jahr 1963 wird HVB in Hamburg-Eidelstedt gegründet, schon drei Jahre später wird die Firma verkauft. Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft positiv. 1968 zieht die Firma in einen Neubau nach Rellingen. Über 20 Jahre bleibt das Unternehmen am Hamburger Stadtrand. Dann benötigt der Vermieter das Areal für andere Zwecke. „Wir mussten umziehen“, sagt Schuran. Alle Mitarbeiter seien damals von Rellingen mit nach Elmshorn gegangen. Auf 3500 Quadratmetern wird nun an der Robert-Bosch-Straße in der Krückaustadt produziert.

Der heutige Geschäftsführer ist seit 1971 im Betrieb. „Mit 15 Jahren habe ich hier mit meiner Ausbildung begonnen“, so Schuran. Nie hat er seitdem für ein anderes Unternehmen gearbeitet. Schuran wurde Prokurist, eine Minderheitsbeteiligung als Gesellschafter folgte, im Jahr 2000 übernahm er die Gesellschafter-Anteile komplett. Alles Schritt für Schritt – vom Azubi zum Chef.

Nicht nur der Geschäftsführer im Unternehmen setzt auf Konstanz. Dass es mittlerweile ungewöhnlich ist, im Berufsleben nur in einem Betrieb zu arbeiten, weiß er zwar selbst, doch gegen das seltene Kommen und Gehen in seiner Firma hat er nichts einzuwenden. Die 26 Mitarbeiter – Kaufleute und Industriemechaniker – sind seit vielen Jahren im Unternehmen. Von den zwölf Auszubildenden, die bei HVB lernten, blieben acht. „Die anderen wechselten nicht den Betrieb, sondern gingen studieren.“ Seit der Weltwirtschaftskrise 2008 („die prägendste Zeit im Unternehmen“) hat Schuran keine Azubis mehr eingestellt. Nun möchte er wieder ausbilden. Wenn dann in 50 Jahren erneut ein Jubiläum anstehen sollte, wird die Firma wohl um einen festlichen Empfang nicht mehr herumkommen.

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