Vom Zug ins Boot und zurück

Der Kölln-Reisieker Malte Hein skullt auf der Olympiastrecke von 1972 zur deutschen Hochschulmeisterschaft.
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Der Kölln-Reisieker Malte Hein skullt auf der Olympiastrecke von 1972 zur deutschen Hochschulmeisterschaft.

Rudern: Malte Hein wendet 850 Minuten pro Woche fürs Training auf / Qualifikation für die Europameisterschaft der Hochschulen

shz.de von
29. Juli 2015, 16:00 Uhr

Die Bahnfahrten von Elmshorn nach Kiel, von Kiel nach Hamburg und von Hamburg zurück nach Elmshorn sind für Malte Hein von besonderer Bedeutung. Der 24 Jahre alte Kölln-Reisieker pendelt zwischen Wohnstatt, der Förde als Studienort und der Alster als Trainingsrevier des Hamburger und Germania Ruder Clubs hin und her. „Der Vorteil ist: Ich kann im Zug schon lernen und arbeiten“, schätzt er das so mögliche Zeitmanagement.

Auch wenn er nach zweieinhalb Jahren Hochleistungssport das Trainingspensum heruntergefahren hat, wendet er pro Woche immer noch rund 850 Minuten fürs Rudern auf – im Boot und an den Kraftgeräten. Das lasse sich mit dem Gewissen, das einen ans Pauken im Geografiestudium erinnert, auch besser vereinbaren.

Vom Leistungsvermögen her gab es durch die Umstellung keinen Abbruch. „Das läuft immer noch sehr gut“, hat er festgestellt. Die deutschen Hochschulmeisterschaften in München geben ihm recht. Auf der Isar skullte das frühere Mitglied des Elmshorner Ruder-Clubs im Leichtgewichts-Einer der Konkurrenz davon. Mit dem Sieg qualifizierte er sich für die Europameisterschaft der Hochschulen, die im September auf dem Maschsee in Hannover stattfindet. Dort waren vergangenes Jahr die nationalen Titelkämpfe der Studenten ausgetragen worden. „Von daher kommt man auf ein bekanntes Gewässer“, sagte er voller Vorfreude.

Passenderweise war in München sein größter Gegner Dennis Bennecke aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Mehr als 750 Meter fuhren beide Bug an Bug. Als Hein hoffte, sich im letzten Viertel des Rennens leicht absetzen zu können, zog der Hannoveraner noch einmal das Tempo an. „Das war ein sehr hartes Rennen“, so Hein, der seinen direkten Gegner zum Schluss kaum noch beobachten konnte. „Im Endspurt habe ich ihn wirklich nur aus den Augenwinkeln heraus wahrgenommen. Alles andere kostet nur Zeit“, sagte er. Umso glücklicher war der junge Mann, dass er mit einem Vorsprung von 0,4 Sekunden Gold holte.

Dieses Niveau gilt es nun über den Sommer zu halten. Dafür wird Malte Hein, dessen Schwester Carina Hein in München Fünfte im Einer geworden war, noch öfters mit dem Zug zwischen Elmshorn, Kiel und Hamburg hin- und herpendeln.

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