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Elmshorner Sportartikel-Hersteller Victor : Vom Lehrling zum Eigentümer

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Erfolgsgeschichte des in Elmshorn ansässigen Sportartikel-Herstellers Victor ist eng mit der Person Rolf Aurin verbunden.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Die Karriere von Rolf Aurin ist mehr als bemerkenswert. Als Lehrling fing er mit 16 Jahren bei Victor an. Heute, 30 Jahre später, ist er Miteigentümer des in Elmshorn ansässigen Sportartikel-Herstellers. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Badmintonsport, verzeichnet seit Jahren starke Wachstumsraten. Inzwischen hat sich die Marke Victor mit einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro sogar zum Weltmarktführer entwickelt. Niemand auf der Erde produziert mehr Federbälle.

Der Erfolg des Unternehmens ist eng mit der Person Rolf Aurin verbunden. Als Jugendlicher zählte der 46-Jährige zu den größten Badminton-Talenten in Deutschland. Von seinem Heimatverein VfL Geesthacht wechselte er zum Horner TV und später zum einzigen 1.-Bundesliga-Club der damaligen Zeit im Norden: VfL 93 Hamburg. Mit 14 Jahren wurde er bereits Victor-Vertragsspieler. „Damals gab es kein Geld. Ich habe aber die komplette Ausstattung erhalten. Das war viel wert“, berichtet Aurin im Gespräch mit unserer Zeitung. Sein Ziel, Profi zu werden, verfolgte er immer weiter. Bereits mit 16 Jahren zog er zu Hause in Geesthacht aus. In Hamburg lebte er mit seinem Trainer in einer Wohngemeinschaft. „So konnte ich für damalige Verhältnisse professionell trainieren“, erzählt Aurin, der zeitgleich seine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann bei Victor antrat. Das Unternehmen hatte seinen Sitz damals noch in Hamburg. 1989 erst zog Victor nach Elmshorn, hat seinen Sitz jetzt in der Robert-Bosch-Straße.

Nach seiner Lehre musste Aurin zur Bundeswehr. In der Sportfördergruppe verfolgte er seinen Traum weiter. Mit 21 Jahren nach dem Wehrdienst fiel dann die wohl schwierigste Entscheidung in Aurins Leben: Sportsoldat und Badminton-Profi oder zurück zu Victor? Er entschied sich für den soliden Weg und wurde Außendienstmitarbeiter. Sein sportlicher Ehrgeiz half ihm im Job weiter. Schnell machte Aurin Karriere. Vom Verkaufsleiter wurde er zum Vertriebsleiter. 1997 rückte er schließlich in die Geschäftsführung auf und übernahm ein Jahr später 50 Prozent der Victor-Anteile. Seitdem führt er das Elmshorner Unternehmen gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Jan Beutler.

Gemeinsam haben sie noch viel vor. „Badminton ist eine der Sportarten mit dem größten Wachstumspotenzial“, sagt Aurin. Zwar zählt Badminton in Deutschland mit 205 000 Lizenzspielern nicht zu den Topsportarten und auch in Europa sei der Stellenwert – von einigen Ausnahmen wie Dänemark und Groß Britannien abgesehen – noch nicht allzu hoch, doch der starke Asien-Markt boomt immer mehr. Ob Schuhe, Schläger, Bälle oder Kleidung – Victor baut seinen Absatz ständig weiter aus. Und auch in Europa nimmt das Geschäft langsam aber sicher Fahrt auf. „Wir haben eine echte Ochsentour hinter uns, haben viele europäische Länder bereist, um Vertriebspartner zu gewinnen“, berichtet Aurin. Das zahle sich jetzt aus. Neben Vertretungen in Polen, Tschechien, Italien, Kroatien, Spanien, Portugal, Russland, Österreich und der Schweiz soll nächstes Jahr ein Büro in England folgen. „Die Basis ist gelegt. Mit der Weiterentwicklung unserer Kollektion wollen wir den europäischen Markt jetzt bespielen“, sagt Aurin.

In der Firmenzentrale in Elmshorn arbeiten 30 Mitarbeiter. Sie kümmern sich vorwiegend um Vertrieb, Marketing und Design der Marke. In einer eigenen Victor-Fabrikation mit 1200 Mitarbeitern in China werden die Federbälle hergestellt – gut 50 Millionen pro Jahr. Mit den Produkten der Elmshorner Firma bringen Spitzensportler weltweit Höchstleistungen. Topstars wie Lee Yong Dae, Mixed-Olympiasieger 2008, und etwa 100 weitere Spitzensportler werden von Victor ausgerüstet.

Die Unternehmensgeschichte

Die Ursprünge des Unternehmens Victor liegen in China. 1958 nahm dort Den Li Chen die Produktion von Federbällen in Nanjing auf. Zehn Jahre später wurde die Marke Victor in Asien registriert. 1978 kam die Marke dann nach Deutschland. Guido Schmidt übernahm die Verteilungsorganisation,  gründete die Victor Sport Vertriebs GmbH und wurde Eigentümer der Rechte in Deutschland. Nach dem Tod von Schmidt übernahmen 1997 Jan Beutler und Rolf Aurin die Firma und erwarben für insgesamt 49 weitere Länder die Markenrechte an Victor. 2005 folgte der Umzug in einen Neubau an der Robert-Bosch-Straße  im Elmshorner Industriegebiet. Im selben Jahr wurde der Name in Victor International GmbH geändert. Die Kooperation mit dem asiatischen Ableger der Firma ist in den vergangenen Jahren immer weiter intensiviert worden, so dass die Unternehmen heute in der Öffentlichkeit als ein Konzern auftreten. Weltweit hat Victor etwa 1400 Mitarbeiter.

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