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Sozialdemokratin engagiert sich in Elmshorn : Voller Einsatz für das Ehrenamt

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Sozialdemokratin Dörte Köhne-Seiffert ist in ihrer Freizeit mindestens zwölf Stunden pro Woche in der Kommunalpolitik tätig.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2015 | 13:00 Uhr

Elmshorn | In dieser Rubrik stellen wir Menschen vor, die in der Region Elmshorn leben und/oder hier berufstätig sind. Sie erlauben Einblicke in ihr Leben und sind unsere „Menschen am Montag“.

Wenn ihre Mitbürger es sich abends auf dem Sofa gemütlich machen, sitzen sie in Ausschüssen und diskutieren. Und während ihre Nachbarn es sich in einem Restaurant schmecken lassen, müssen sie Akten wälzen. Kommunalpolitiker haben viel zu tun. Nur im Gegensatz zu ihren Kollegen aus Landtag und Bundestag bekommen sie für ihre Arbeit kein Geld. Sie erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung. Eine von denen, die sich seit Jahren ehrenamtlich politisch engagiert, ist die Sozialdemokratin Dörte Köhne-Seiffert.

Derzeit ist sie Vorsitzende des wichtigen Hauptausschusses. Außerdem ist sie Mitglied im Stadtwerkeausschuss, stellvertretendes Mitglied im Sonderausschuss Rathaus und im Verwaltungsrat der Sparkasse. Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion. Der Hauptausschuss tagt etwa alle drei Wochen. Fünf bis sechs Mal kommt das Kollegium im Jahr zusammen, alle 14 Tage die Fraktion. Auch der Fraktionsvorstand, dem Köhne-Seiffert angehört, tagt 14-täglich. Zusätzlich ist sie noch in der SPD-Kreistagsfraktion aktiv: Mitglied im Finanzausschuss und stellvertretendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss.

Das klingt schon fast nach einem Vollzeitjob. „Unter zwölf Stunden pro Woche geht das auf gar keinen Fall“, sagt die Sozialdemokratin. Für den Vorsitz des Hauptausschusses bekommt sie immerhin eine monatliche Aufwandsentschädigung von 340 Euro. Doch das Geld muss versteuert werden.

Angefangen in der Politik hat die heute 35-Jährige 1998 in Schenefeld. Seit 2003 macht sie in Elmshorn in ihrer Freizeit Politik, ist seitdem ununterbrochen Kollegiumsmitglied. Warum macht man das? Die Antwort ist verblüffend einfach: „Es ist eine wunderbare Sache, wenn man das Lebensumfeld mitgestalten kann.“

Ein Höhepunkt der politischen Arbeit

Als ein gutes Beispiel dafür nennt sie den Neubau der KGSE. „Bei aller Kritik an den Gesamtkosten bin ich froh, dass es gelungen ist, eine moderne, gut ausgestattete Schule hinzustellen.“ Das sei eine „große politische Entscheidung“ gewesen. „Ich bin froh, dass ich daran mitgewirkt habe.“ Der Erhalt der Familienbildungsstätte mit ihren Angeboten, darunter die Tagesmüttervermittlung, sei ebenfalls ein Höhepunkt der politischen Arbeit gewesen. „Wir haben viel Zeit eingesetzt und schließlich eine Lösung gefunden“, sagt sie zufrieden. Trotz aller Finanzprobleme die städtische Kita-Sozialstaffel aufrecht zu erhalten, sei ebenfalls ein Grund, aus dem ihr die Politik Spaß mache.

Da sie sehr früh mit dem politischen Engagement angefangen hat, gehört es zur Normalität ihres Lebens, an vielen Abenden Sitzungen zu haben. „Es gibt auch manchmal Dank“, so Dörte Köhne-Seiffert. Von manchen Bürgern und von einigen Vereinen und Verbänden. Aber: „Wenn man permanent hören möchte, wie schön man etwas macht, sollte man sich ein anderes Hobby aussuchen.“

Doch es sind nicht nur der große zeitliche Einsatz oder die oft unzureichende Anerkennung der Arbeit, die das Politikerleben erschweren. Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner oder innerparteilichen Konkurrenten sind auch nicht gerade etwas für Zartbesaitete. „Ein gewisses dickes Fell ist von Vorteil, um nicht alles an sich heranzulassen“, so die Erfahrung der Genossin.

Wegen der Politik hat Dörte Köhne-Seiffert bewusst entschieden, sich in Elmshorn als Rechtsanwältin selbstständig zu machen. „Gespräche mit der Verwaltung während der klassischen Rathauszeiten wären sonst nicht machbar gewesen.“ Außerdem ermöglicht ihr der Job am Wohnort, dass sie manchmal abends nach politischen Sitzungen im Rechtsanwaltsbüro ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen kann.

Insgesamt habe die ehrenamtliche politische Arbeit im Laufe der Jahre zugenommen, so ihre Erfahrung. „Wir bekommen Unmengen an Unterlagen, die wir studieren müssen.“ In vielen Bereichen, beispielsweise dem Verwaltungsrat der Sparkasse, komme man ohne Fortbildung kaum noch klar. „Früher waren das Kaffeerunden, heute wird da Unternehmenspolitik gemacht“, sagt sie.

Das ist das eine. Die Freude an der ehrenamtlichen Tätigkeit ist das andere. Und deshalb wird Dörte Köhne-Seiffert bei der nächsten Kommunalwahl wieder antreten. Ganz sicher.

Ehrenamtlich tätige Politiker erhalten Aufwandsentschädigungen. In Elmshorn wurden folgende Regelungen festgelegt: Stadtverordnete: Monatliche Aufwandspauschale von 38 Euro sowie 15 Euro Sitzungsgeld. Bürgervorsteher: 550 Euro monatlich, 1. Stellvertreter: 220 Euro, 2. Stellvertreter 110. Hauptausschuss: Vorsitzende: 340 Euro monatlich, Mitglieder 230 Euro. Fraktionsvorsitzende: 260 Euro monatlich. Bürgerschaftliche Mitglieder, die nicht dem Stadtverordneten-Kollegium angehören, erhalten für die Teilnahme an Sitzungen der Ausschüsse, in die sie gewählt sind und an den Sitzungen der Fraktionen und Teilfraktionen, die der Vorbereitung dieser Ausschusssitzungen dienen, ein Sitzungsgeld von 23 Euro.
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